DZ Bank

31.08.17
Banking & Berater

DZ Bank verdient nach Fusion mehr mit Firmenkunden

Die DZ Bank und HSH Nordbank haben ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Die Genossen profitieren im Firmenkundengeschäft vom Merger mit der WGZ Bank und schreiben fast einen Milliardengewinn. Davon kann die HSH nur träumen.

Am heutigen Donnerstag haben die DZ Bank und die HSH Nordbank ihre Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Während die Zentralbank der rund 1.000 Genossenschaftsbanken im Firmenkundengeschäft vom Auslandsgeschäft profitiert, will sich die zum Verkauf stehende HSH Nordbank in ein gutes Licht rücken.

DZ Bank profitiert von Merger mit WGZ Bank

Das Firmenkundengeschäft der DZ Bank umfasst die fünf Regionen Nord und West, West, Mitte, Baden-Württemberg und Bayern sowie die Bereiche Investitionsförderung und strukturierte Finanzierung. Die DZ Bank verbuchte in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 274 Millionen Euro einen um 33,7 Prozent höheren Zinsüberschuss. Dieser resultiert aus Fusionseffekten mit der WGZ Bank und aus einem höheren Konditionsbeitrag im Firmenkundengeschäft. 

Der Konditionsbeitrag ist eine Erfolgskennzahl aus der Bankenwelt, die vereinfacht gesagt die Zinsen eines Firmenkundenkredits in Relation zu einer vergleichsweisen Refinanzierung am Kapitalmarkt setzt. Laut der DZ Bank sei der Konditionsbeitrag im Firmenkundengeschäft insbesondere wegen der Fusionseffekte um rund 60 Prozent auf 215,1 Millionen Euro gestiegen.

Der Provisionsüberschuss der DZ Bank fiel um 21,2 Prozent höher aus als im Vorjahreszeitraum. Das lag jedoch nicht am Firmenkundengeschäft, wo der Provisionsüberschuss sogar um 2,9 Prozent auf 73,4 Millionen Euro gesunken ist. Zu DZ Bank gehören neben dem Firmenkunden- aber auch das Privatkundengeschäft und unter anderem auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall.

DZ Bank wächst im Auslandsgeschäft

Ein großes Wachstumsfeld im Firmenkundengeschäft der DZ Bank ist eigenen Angaben zufolge die Begleitung von Mittelständlern ins Ausland gewesen. Die Genossen haben zuletzt eine neue Niederlassung in Singapur eröffnet und sind eine Kooperation mit der chinesischen Bank China Development Bank eingegangen.

Welchen Beitrag das Firmenkundengeschäft zum Gesamtergebnis der DZ Bank Gruppe beiträgt, geht aus dem Halbjahresbericht nicht hervor. Unter dem Stricht verbucht die DZ-Bank-Gruppe einen Vorsteuergewinn von 939 Millionen Euro.

HSH Nordbank macht mehr Neugeschäft

Von diesen Gewinnhöhen kann die HSH Nordbank nur träumen. Das Vorsteuerergebnis der Landesbank betrug 173 Millionen Euro und lag damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Bank wird vor allem durch ihre Abbaubank belastet, deren Vorsteuerverlust 348 Millionen Euro betrug. Die Kernbank erwirtschaftete unter dem Strich dagegen 506 Millionen Euro und damit 164 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Bank profitierte dabei allerdings von dem Verkauf von Schuldscheindarlehen im Volumen von 307 Millionen Euro. 

In der Kernbank bündelt die HSH das „nach vorne gerichtete Geschäft“, das Käufer für die Landesbank anlocken soll. Das ist vor allem das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden, Projektfinanzierungen rund um Infrastruktur und Erneuerbare Energien sowie Immobilienfinanzierungen.

Das Segment Unternehmenskunden trug laut Halbjahresbericht 52 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei. Deutlich erfolgreicher war der Bereich Treasury & Markets, der mit 359 Millionen Euro 126 Millionen Euro mehr beisteuerte als im Vorjahreszeitraum.

Der HSH gelang es in der ersten Jahreshälfte trotz Restrukturierung und laufenden Verkaufsprozess, mehr Neugeschäft an Land zu ziehen als im Vorjahreszeitraum. Das Neugeschäftsvolumen stieg um 25 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, wobei rund 1 Milliarde Euro von neu hinzu gewonnenen Kunden stammt. Der Löwenanteil entfiel auf das Immobilien-Segment, dessen Neugeschäftsvolumen allein bei rund 2,3 Milliarden Euro lag. 

Wie die anderen Banken zum Halbjahr im Corporate-Banking abgeschnitten haben und wie sie um die lukrativen Firmenkunden buhlen, zeigt die FINANCE-Themenseite zum Firmenkundengeschäft