Die Deutsche Bank ist auf Kurssuche. FINANCE hat CFOs gefragt, was sie von der Neuausrichtung erwarten.

Deutsche Bank

16.07.15
Banking & Berater

Was CFOs von der Deutschen Bank erwarten

Erst eine neue Strategie, dann ein neuer Vorstand: Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Auch im Firmenkundengeschäft stehen Veränderungen an. Eine FINANCE-Umfrage zeigt, was CFOs und Treasurer sich jetzt von der Deutschen Bank erwarten.

Die Deutsche Bank befindet sich derzeit in einem Umbruch, wie es ihn wohl kaum zuvor gegeben hat. Mit der geplanten Trennung von der Postbank  fiel eine große strategische Entscheidung. Noch unmittelbar vor der Hauptversammlung Ende Mai hatte der Aufsichtsrat den Vorstand umgebaut, und kurz darauf folgte der ganz große Paukenschlag: Am 7. Juni wurde bekannt, dass die Co-Heads Jürgen Fitschen und Anshu Jain durch den neuen CEO John Cryan abgelöst werden.

Doch was bedeuten diese Veränderungen für die Firmenkunden? Wie bewerten Finanzverantwortliche die Neuausrichtung?  Knapp 120 CFOs, Leiter Finanzen und Treasurer haben sich im Juni an einer anonymen FINANCE-Umfrage beteiligt. Sie kommen zum Teil aus dem Mittelstand, zum Teil gehören sieden größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands an. Das Ergebnis: 60 Prozent heißen den Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank gut, lediglich 5 Prozent bedauern den Abschied von Jain und Fitschen. Die CFOs sind froh über einen neuen Vorstand, der ohne die Lasten der Vergangenheit arbeiten kann. 

Neue Strategie der Deutschen Bank ist vielen CFOs noch unklar

Doch während die neue Ausrichtung im Vorstand klar ist, wissen viele Finanzverantwortliche mit der neuen „Strategie 2020“ der Deutschen Bank noch nicht viel anzufangen. Jeder zweite von FINANCE befragte Finanzverantwortliche ist sich zurzeit unsicher, wie die künftige Entwicklung der Deutschen Bank im Firmenkundengeschäft aussehen wird. Auch die Konsequenzen der Neuausrichtung für das eigene Unternehmen sind vielen Finanzchefs noch unklar. So gaben 45 Prozent in der FNANCE-Umfrage an, dass die Bank die Änderungen noch nicht an das Unternehmen kommuniziert habe. Weitere 15 Prozent trauen sich zurzeit keine abschließende Beurteilung der Lage zu.

Dabei ist der Bereich Global Transaction Banking (GTB), an dem auch das deutsche Kreditbuch hängt, der Hoffnungsträger der Deutschen Bank. Von allen Sparten lieferte es zuletzt die beste Relation von Aufwand und Ertrag (Cost-Income-Ratio), zum Bilanzstichtag 2014 lag sie bei 67 Prozent. Mit dem ehemaligen Finanz- und Strategievorstand Stefan Krause hat der Bereich ein neues Gesicht erhalten.

Die Bank hat sich zudem auf die Fahnen geschrieben, die Bereiche GTB sowie Corporate Banking & Securities (CB&S) besser zu verzahnen. Gerade in diesem Punkt erleben die Kunden die komplexen internen Abstimmungsprozesse der Deutschen Bank als Ärgernis: Mancher Finanzverantwortliche empfindet die Betreuungsstrukturen der Bank als „undurchsichtig“. Die Deutsche Bank hat noch einiges an Arbeit vor sich, wenn sie die Finanzverantwortlichen von sich überzeugen möchte.

Welches die größten Baustellen sind, und wie die Deutsche Bank darauf reagieren will, lesen Sie ausführlich in der Titelgeschichte der kommenden FINANCE.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Die vollständigen Umfrageergebnisse

Worüber ärgern sich deutsche Finanzverantwortliche bei der Deutschen Bank? Was macht das Geldhaus besonders gut? Wie ist es im Vergleich  zum Wettbewerb positioniert? Eine ausführliche Auswertung der Umfrage, ergänzende Einschätzungen aus Tiefeninterviews mit CFOs und die Kommentare der Deutschen Bank zu den Ergebnissen lesen Sie in der Titelgeschichte der FINANCE-Ausgabe Juli/August 2015, die am Freitag, 17. Juli, erscheint.