Nach über zwölf Jahren bei Rothschild soll Heinrich Kerstien jetzt das Debt Advisory von Clearwater voranbringen. Noch ist das dortige Team vergleichsweise klein.

Clearwater

07.06.17
Banking & Berater

Clearwater holt Debt Advisor Heinrich Kerstien

Nach zwölf Jahren bei Rothschild geht Heinrich Kerstien zu der Corporate-Finance-Beratung Clearwater, um dort das Debt Advisory aufzurüsten. Der 54-Jährige zählt zu den Top-Finanzierungsberatern Deutschlands.

Clearwater stärkt sein Debt-Advisory-Geschäft mit einem Hochkaräter: Von der Bank Rothschild wechselt der bekannte Finanzierungsberater Heinrich Kerstien zu dem Wiesbadener Corporate-Finance-Haus. Der 54-Jährige wird als Managing Partner in die Geschäftsführung von Clearwater einziehen. Damit besteht das Management der deutschen Clearwater-Einheit ab August, wenn Kerstien einsteigt, aus sechs Managing Partners.

Kerstien arbeitete über 12 Jahre lang für Rothschild – zuletzt als Co-Chef des europäischen Debt Advisory – und verließ die Bank Anfang dieses Jahres. Kerstien zählt zu den prägenden Finanzierungsberatern Deutschlands und war unter anderem an den Refinanzierungen der Parfümeriekette Douglas sowie der Sanierungsfälle Alba und IVG beteiligt. 

Clearwater beriet Debt-Advisory-Deals über 15,4 Milliarden Euro

Clearwater-Partner Dierk Rottmann, der das deutsche Debt Advisory künftig gemeinsam mit Kerstien leiten wird, kündigte an, den Geschäftsbereich auch nach dessen Einstieg weiter auszubauen. Debt Advisory ist neben der M&A-Beratung und dem Bereich Special Situations das dritte Standbein von Clearwater. In Deutschland beschäftigt Clearwater eigenen Angaben zufolge bislang fünf Finanzierungsberater, weltweit sind es zwanzig unter der Führung des Briten Mark Taylor.

Zu den Unternehmen, die Clearwater bislang im Finanzierungsbereich beraten hat, zählen unter anderem Trumpf, Symrise und Zeiss. Insgesamt war Clearwater eigenen Angaben zufolge bislang bei 219 Finanzierungen als Debt Advisor engagiert, deren kumuliertes Volumen 15,4 Milliarden Euro erreicht.

Das Beratungshaus ist in den vergangenen Jahren aus dem Stammsitz London heraus stark nach Zentraleuropa expandiert und hat zudem Partnerschaften mit Corporate-Finance-Spezialisten in Amerika und Asien geschlossen. Viele Jahre lang war Clearwater Mitglied der M&A-Allianz IMAP. Anfang 2016 scherte Clearwater aus der Organisation aus und schloss sich am deutschen Markt mit dem Beratungshaus @visory Partners zusammen, um sich in eine stärkere Position am Markt der M&A-Berater zu bringen. Weltweit beschäftigt Clearwater rund 200 Mitarbeiter, 27 davon in Deutschland.    

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de