Hendrik Harms ist seit März nicht mehr in der Geschäftsleitung der Deutschen Factoring Bank.

FINANCE-TV

31.03.17
Banking & Berater

Hendrik Harms hat Deutsche Factoring Bank verlassen

Der langjährige Geschäftsführer Hendrik Harms hat die Deutsche Factoring Bank im März verlassen. Über die Gründe hüllen sich die Parteien in Schweigen.

Kein Pressestatement, keine offizielle Verlautbarung: Dennoch steht fest, dass der langjährige Geschäftsführer der Deutschen Factoring Bank (DFB), Hendrik Harms, das Institut verlassen hat. Das bestätigt auch DFB-Geschäftsführer Uwe Müller gegenüber FINANCE. Der Abschied sei in „gutem Einvernehmen“ erfolgt. Diese Einschätzung teilte Harms selbst mit dem Weser Kurier. Zur Ruhe setzen will sich der 59-Jährige dem Vernehmen nach aber nicht.

Derzeit ist die Geschäftsleitung der Deutschen Factoring Bank mit Müller und Fedor Krüger, ehemals Universal Factoring, besetzt. Es sei aber gut denkbar, dass bald ein dritter Geschäftsleiter dazustößt. „Wir wollen weiter wachsen“, sagte Müller gegenüber FINANCE. „Die Deutsche Factoring Bank soll das Kompetenzzentrum und damit erster Ansprechpartner für Factoring und Forderungsmanagement in der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe werden.“

Sein Ansinnen hat einen Hintergrund: Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Leasing 53 Prozent der Anteile der in Bremen ansässigen Deutschen Factoring Bank von vier Landesbanken übernommen. Die übrigen Anteile halten die Freie Sparkassen Beteiligungsgesellschaft (35 Prozent) und die Berliner Sparkasse mit 12 Prozent. Der Bad Homburger Leasingprimus hat die Deutsche Factoring Bank inzwischen mit der zweiten Factoring-Tochter Universal fusioniert, die einst zur WestLB gehörte. Gemeinsam kommt die neue DFB auf 15,5 Milliarden Euro Factoringvolumen (2016), wodurch sie zu den Top-6-Factoringgeselllschaften in Deutschland zählt. Davon steuern die Bremer selbst rund 12,5 Milliarden Euro bei.

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Bekommt Deutsche Factoring Bank mehr Geschäft mit den Sparkassen?

Die Allianz birgt Wachstumspotential. Bisher war es so, dass einige Sparkassen mit diversen Factoring-Gesellschaften – auch außerhalb der Gruppe – zusammengearbeitet haben. Das soll sich ändern. „Auch die Sparkassen stehen durch Niedrigzinsen, Regulatorik und verändertem Kundenverhalten unter Druck. Auch für sie ist Factoring ein interessantes weiteres Ertragsfeld mit viel Wachstumsperspektive“, sagt Müller. Ein Feld, auf dem die Sparkassen bislang noch nicht reüssiert haben: „Gerade auch in der Sparkassen-Finanzgruppe haben wir die Marktchancen, die diese nicht zuletzt im Mittelstand gefragte Finanzierungsalternative bietet, bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, kritisierte Deutsche-Leasing-Chef Kai Ostermann gegenüber der Börsen-Zeitung schon im vergangenen Juli.

Zu einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Factoring Bank gezwungen werden können die Sparkassen zwar nicht. Doch der DFB-Mutter Deutsche Leasing ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das sogenannte Verbundgeschäft im Leasing-Bereich durch gezieltes Marketing und Setzen von Anreizen deutlich auszubauen. Die Bad Homburger werden dieses Know-how auch mit ihrer neuen Factoring-Tochter teilen.

Neben der Deutschen Factoring Bank gibt es mit der deutlich kleineren S-Factoring und der LBBW-Tochter Südfactoring innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe aber noch weitere Anbieter. Über Übernahmen beziehungsweise eine Zusammenführung der verschiedenen Sparkassen-Factoring Anbieter haben Branchenexperten bereits spekuliert. Die Frage, ob konkrete Übernahmen angedacht sind, wollte DFB-Chef Müller auf FINANCE-Anfrage allerdings nicht kommentieren.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Ein FINANCE-TV-Interview mit Hendrik Harms zur Lage am Factoring-Markt sehen Sie hier.