Gut gelaunt: Der 37-jährige Andreas Winiarski wechselt zu Hering Schuppener.

Andreas Winiarski

19.10.15
Banking & Berater

Rocket-Sprecher Winiarski wechselt zu Hering Schuppener

Hering Schuppener holt den bisherigen Rocket-Sprecher Andreas Winiarski an Bord. Er soll die Finanzmarktkommunikation und Investor-Relations-Arbeit der Beratung auf die digitalen Kanäle bringen.

Hering Schuppener holt einen Fachmann für digitale Kommunikation an Bord: Zum Mai 2016 wechselt der bisherige Sprecher von Rocket Internet, Andreas Winiarski, zu der PR-Beratung, die in den Bereichen Investor Relations und Finanzmarktkommunikation zu den Tonangebenden gehört.

Winiarski steigt als Managing Partner ein, steht also in der Hierarchie der Beratung direkt unter CEO und Gründer Ralf Hering. Er soll eine eigene Einheit für digitale Kommunikation aufbauen, offenbar in Berlin. Das Branchenmedium "PR Report" schreibt, dass Winiarski an der Tochter mit Eigenkapital beteiligt sein wird. 

Andreas Winiarski schließt digitale Lücke bei Hering Schuppener

Winiarskis wichtigste Aufgabe dürfte sein, die Lücke zu schließen, die Hering Schuppener im digitalen Bereich bisher hat. Die Beratung gilt in den Feldern Finanzmarktkommunikation und Investor Relations hierzulande als führend, hat aber auf digitalen Kanälen und in sozialen Medien noch wenig vorzuweisen.

Zuletzt hat Hering Schuppener sogar Know-how in diesem Feld verloren: Social-Media-Experte Ali Yeganeh Azimi, der Associate Director im Frankfurter Büro war, ist als Kommunikationschef Deutschland zum Fahrdienstvermittler Uber gewechselt.

Winiarski könnte Hering Schuppener auf zwei Arten voranbringen

Mit der Verpflichtung Winiarskis will Geschäftsführer Ralf Hering offenbar dafür sorgen, dass die bisherige Schwachstelle zu einer Stärke von Hering Schuppener wird. Winiarski hat ab Juli 2012 die Kommunikation der Start-up-Fabrik Rocket Internet geleitet und auch den Börsengang 2014 begleitet. Im Januar dieses Jahres hat er die Rocket-eigene Kommunikationsagentur RCKT gegründet, die auch externe Kunden berät.

Denkbar sind zwei Arten, auf die Winiarski Unternehmen berät und Hering Schuppener Beraterhonorare einspielt: Erstens könnte Hering Schuppener darauf schielen, mehr Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen als Kunden zu gewinnen.

Bei M&A-Deals und IPOs verläuft die Kommunikation noch schematisch

Zweitens bauen vor allem die großen Konzerne ihre digitale Kommunikation nach und nach aus. Ein Ziel von Winiarskis Einheit dürfte sein, sie dabei zu begleiten – verknüpft mit der eher traditionellen Finanzkommunikation, welche die Beratung schon anbietet.

Gerade die Kommunikation von M&A-Deals, Börsengängen, Kapitalerhöhungen oder Restrukturierungen läuft aber bisher noch recht schematisch über Pressemeldungen, Pflichtmitteilungen und Print-Interviews. Das spiegelt auch wieder, dass sich CFOs in diesen oft turbulenten Situationen auf ihre bewährten Herangehensweisen verlassen. Zu erwarten ist, dass Finanzchefs ihren Werkzeugkasten nur dann um neue digitale Tools ergänzen, wenn die Investoren ihnen keine andere Wahl lassen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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