Bryan, Garnier & Co

21.01.16
Banking & Berater

Bryan Garnier übernimmt Münchener M&A-Boutique Cartagena

Bryan Garnier schluckt die Münchener M&A-Beratung Cartagena. Die Pariser Investmentbank hat sich damit den Zugang zum deutschen Markt erkauft.

Die Investmentbank Bryan Garnier hat es auf M&A-Mandate im deutschen Markt abgesehen. Dafür übernimmt die Bank mit Sitz in London und Paris das M&A-Beratungshaus Cartagena aus München. Das Team aus 28 Personen, von denen 12 in Deutschland arbeiten, wird vollständig in das Investmentbanking-Team von Bryan Garnier & Co integriert, das mit derzeit 120 Personen deutlich größer ist.

Nach eigenen Angaben handelt es sich bei dem Deal um eine Fusion. Die Konstruktion ist im Detail offenbar folgende: Die Cartagena-Eigner geben ihre Anteile an Bryan Garnier ab. Dafür bekommen sie Anteile an der Pariser Bank. Der Gründer und Managing Partner von Cartagena Capital, Falk Müller-Veerse, wird Partner bei der Investmentbank und tritt ins Finance Excecutive Committee ein. Er wird Regionalchef für Deutschland und Nordeuropa.

Bisher war Bryan Garnier nicht für deutsche Mandanten aktiv. Kontakt zum deutschen Markt bestand nur gelegentlich über die Gegenseite einiger Deals. BG hat unter anderem die französische Wildbunch bei der Fusion mit der deutschen Senator beraten.

Neue Deutschland-Strategie für Cartagena

Cartagena hat sich bisher auf Fundraising und Exits für Venture-Capital-finanzierte Unternehmen vor allem im Bereich Technologie und Medien konzentriert. Auch unter dem neuen Namen soll der Fokus auf Wachstumsunternehmen liegen. „Diese werden aber in Zukunft etwas größer sein als die bisher von Cartagena durchgeführten Mandate“, erklärt Falk Müller-Veerse.

Das neue Unternehmen will sich laut Müller-Veerse auf Fundraisings ab 10 Millionen Euro und M&A-Transaktionen ab 15 bis 20 Millionen Euro konzentrieren. Im Zuge dessen soll die Zusammenarbeit mit Private-Equity-Investoren in Deutschland ausgebaut werden.

Beraterbranche bleibt in Bewegung

Mit dem Deal reihen sich die beiden Häuser ein in eine Kette von Fusionen und Übernahmen. Der Beratermarkt in Deutschland ist in Bewegung wie lange nicht. Die Investmentbank Houlihan Lokey und das Beratungshaus Leonardo & Co haben ihre Corporate-Finance-Aktivitäten zusammengeschlossen und die Investmentbanking-Boutique N+1 hat den Konkurrenten C.W. Downer übernommen. Auch Alix Partners bringt sich in Stellung für Zukäufe.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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