So viele M&A-Transaktionen wie 2015 gab es in Deutschland noch nie. Nicht einmal im Rekordjahr 2007 kurz vor der Finanzkrise.

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11.04.16
Banking & Berater

In Deutschland gab es 2015 so viele M&A-Deals wie noch nie

2015 war für den deutschen M&A-Markt ein Rekordjahr. Das lag vor allem an ausländischen Investoren. Im laufenden Jahr treten chinesische Käufer besonders forsch auf.

In Deutschland gab es im vergangenen Jahr so viele M&A-Deals wie nie zuvor. Das ergibt eine Studie der Wirtschaftsprüfer von Price Waterhouse Coopers (PwC). So stieg die Zahl von Fusionen und Übernahmen 2015 um 57 Prozent auf über 2.500 Transaktionen an. Das übertrifft das bisherige Rekordjahr 2007 um rund 400 Transaktionen.

Ein gesteigertes Interesse an deutschen Unternehmen zeigten ausländische Investoren, deren Zukäufe 54 Prozent aller Transaktionen ausmachten. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Wert noch bei 39 Prozent. PwC begründet dies hauptsächlich mit den vielen amerikanischen und britischen Fonds, die in Deutschland aktiv sind. Hinzu kommen chinesische Investoren, die gesteigerten Appetit auf deutsche Zielunternehmen haben. 

Brexit kann M&A-Markt 2016 belasten

Dieser Trend dürfte sich auch 2016 fortsetzen. Anfang des Jahres hat ChemChina den deutschen Maschinenbauer KraussMaffei für rund 1 Milliarde Euro übernommen. Ende Februar stieg der Staatskonzern Shanghai Electric beim kriselnden Maschinenbauer Manz ein. Derzeit prüft der Private-Equity-Investor KKR seinen Ausstieg bei WMF – die beiden chinesischen Hausgerätekonzerne Haier und Midea sollen an einer Übernahme interessiert sein.

Dass 2016 ein genau so erfolgreiches M&A-Jahr wird wie das Vergangene, will PwC nicht beschwören. Man rechne zwar mit einem „starken Jahr“, ein drohender Brexit – also der Austritt Großbritanniens aus der EU – und seine Folgen würden auch für den M&A-Markt ein Risiko darstellen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de