Während die M&A-Berater für Mid- und Largecaps ihre Prognose zum künftigen Projektaufkommen nur knapp verpasste, schossen die Smallcap-Berater deutlicher vorbei.

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05.07.16
Banking & Berater

Smallcap-M&A-Berater verfehlen ihre Prognosen

Die M&A-Berater haben zurzeit deutlich weniger zu tun als noch im Frühjahr. Die schwache Auslastung dürfte einige überrascht haben: Insbesondere die Smallcap-Berater hatten einen deutlich besseren Geschäftsverlauf prognostiziert.

Viele M&A-Berater haben ihre selbstgesteckten Ziele für den Sommer verfehlt. Darauf deutet der neueste Prognoseindikator des FINANCE M&A-Panels hin, für den FINANCE und die Kanzlei CMS regelmäßig M&A-Berater und Investmentbanker anonym zu ihrer aktuellen sowie der erwarteten künftigen Projektauslastung befragen. Die M&A-Berater messen hierfür ihre aktuelle Auslastung auf einer Skala von -5 bis +5, wobei der Wert 0 einem durchschnittlichen Projektaufkommen entspricht.

Gegenüber der vorherigen Befragung im Februar ist die Auslastung deutlich gesunken: Die Smallcap-Berater erreichten einen Wert von 1,42 (Februar: 1,93). Bei den M&A-Beratern mit Fokus auf Mid- und Largecaps liegt die Auslastung bei 1,75 – ebenfalls ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Februar (2,38). Während die Beratungshäuser mit Fokus auf Mid- und Largecaps eine schwächere Auslastung bereits im Februar prognostiziert hatten, liegen die Smallcap-Berater deutlich unter ihren Erwartungen: Im Februar hatten sie noch eine Auslastung von 2,40 erwartet.  

Auslastung der M&A-Berater insgesamt auf ordentlichem Niveau

Insgesamt ist die Auslastung der M&A-Berater zwar zurückgegangen, liegt aber immer noch auf einem ordentlichen Niveau. Die vorübergehende Schwächung dürfte auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit -Referendum zurückzuführen sein, die schon im Vorfeld zu einer Zurückhaltung am M&A-Markt geführt haben: „Gerade bei internationalen Projekten beobachten wir, dass das Brexit-Referendum in Großbritannien dazu führt, dass verschiedene Transaktionen ‚on hold‘ sind oder dass man sich mit den Vorbereitungsmaßnahmen mehr Zeit lässt“, sagt CMS-Partner Thomas Meyding.

In der aktuellen Befragung zoigten sich die M&A-Berater noch optimistisch mit Blick auf die kommenden Monate: Sie rechneten mit einer weiterhin überdurchschnittlichen Auslastung. Allerdings  stand zu diesem Zeitpunkt das Brexit-Votum der Briten noch nicht fest. Die nun weiter andauernde Unsicherheit dürfte sich auch auf die Dynamik am M&A-Markt negativ auswirken, mit entsprechenden Folgen für das Geschäft der Beratungshäuser im zweiten Halbjahr. 

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Die ausführlichen Ergebnisse der Juni-Umfrage finden Sie zum nachlesen im aktuellen FINANCE M&A Panel. Mehr zu den Beratungshäusern am M&A-Markt erfahren Sie auf der FINANCE-Themenseite M&A-Berater.