KPMG ist wieder zum Abschlussprüfer der Metro gewählt worden. PwC war in der engeren Auswahl, konnte das Mandat aber schlussendlich nicht gewinnen.

Metro

08.02.17
Banking & Berater

KPMG rettet Metro-Mandat

Aufatmen bei KPMG: Die WP-Gesellschaft darf weiterhin beim Groß- und Einzelhändler Metro prüfen. Den Kampf um das MDax-Mandat hat KPMG gegen PwC gewonnen.

Im Kampf um die besten Prüfmandate kann KPMG einen Erfolg vermelden: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft darf weiterhin bei dem Groß- und Einzelhändler Metro die Bilanzen prüfen. Das ist das Ergebnis der Abschlussprüferwahl auf der Hauptversammlung, bei der 96,5 Prozent der anwesenden Aktionäre für KPMG als Prüfer stimmten.

Gewonnen hat KPMG den Pitch gegen PwC – der Konkurrent war bei der diesjährigen Ausschreibung um das Mandat nur die zweite Empfehlung des Prüfungsausschusses. Der Hauptversammlung wird in der Regel nur die erste Empfehlung – in diesem Fall KPMG – zur Abstimmung vorgelegt, der zweitplatzierte hat damit praktisch keine Chance mehr.

Das MDax-Unternehmen hatte das Mandat Anfang April 2016 ausgeschrieben. Grund dafür ist die neu eingeführte verpflichtende Prüferrotation , bei der alle Unternehmen öffentlichen Interesses – das umfasst kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Finanzinstitute und Versicherungen – ihr Prüfmandat spätestens alle zehn Jahre neu ausschreiben müssen.

KPMG prüft Metro seit über zehn Jahren

Die Unternehmen müssen dabei ein Auswahlverfahren auflegen, bei dem diverse WP-Gesellschaften über mehrere Monate um das Mandat kämpfen. Sollte sich der alte Abschlussprüfer als bester Kandidat herausstellen, dürfen die Unternehmen ihn wiederwählen – allerdings nur noch für maximal zehn Jahre, wie es jetzt bei KPMG und der Metro der Fall ist. Danach muss das Mandat erneut ausgeschrieben werden, und der alte Prüfer darf an der Ausschreibung nicht mehr teilnehmen. Damit soll sichergestellt werden, dass ein einzelner Prüfer insgesamt maximal 20 Jahre lang das gleiche Unternehmen prüft.

KPMG hat das Metro-Mandat seit dem Geschäftsjahr 2004. Dies war noch ein Übergangsjahr, in dem KPMG den Abschluss noch gemeinsam mit dem alten Prüfer Fasselt & Partner (heute PKF Fasselt Schlage) unter die Lupe genommen hatte. Seit 2005 prüft KPMG bei der Metro alleine.

Big Four: KPMG muss die meisten Mandate abgeben

Für KPMG ist die Rettung dieses Mandats wichtig: Die Gesellschaft wird wegen der Prüferrotation in den kommenden Jahren gemessen an ihren Konkurrenten PwC, Ernst & Young (EY) und Deloitte, die mit Abstand meisten Prüfmandate in der Beletage von Corporate Germany aufgeben müssen. Für die Konkurrenz ist das eine große Chance. Innerhalb der Big Four ist der Kampf um die Mandate daher derzeit so hart wie noch nie. Momentan prüft KPMG 18 Unternehmen im Dax30, 13 Unternehmen im MDax und 17 Unternehmen im SDax – das ist mehr als ein Drittel aller Dax130-Unternehmen.

Darunter sind auch Konzerne, die die höchsten Honorare für Prüfung, Steuerberatung und prüfungsnahe Leistungen zahlen, zum Beispiel die Deutsche Bank mit über 75 Millionen Euro oder Daimler und die Allianz mit jeweils über 50 Millionen Euro. Gemessen an diesen Summen ist das Metro-Mandat eher klein: Im vergangenen Geschäftsjahr hat KPMG daran 14 Millionen Euro verdient. Unter den MDax-Unternehmen dürfte dies aber eines der höchsten Honorare sein. Die Vergütung dürfte außerdem noch einmal ordentlich steigen, denn durch die geplante Aufspaltung der Metro steht dem Prüfer KPMG Mehrarbeit ins Haus.

PwC hat Zeit und Geld in Metro-Ausschreibung gesteckt

Dass PwC das Mandat nicht gewonnen hat, dürfte für die WP-Gesellschaft bitter sein. Die Wirtschaftsprüfer stecken oft viel Zeit und Geld in den Kampf um ein Mandat. Sie müssen sich daher genau überlegen, bei welchem Unternehmen sich ein Einsatz überhaupt lohnt. PwC prüft momentan 34 Unternehmen im Dax, MDax und SDax.

Allerdings ist es nicht sehr verwunderlich, dass KPMG das Mandat erneut gewonnen hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen sich nach der ersten Ausschreibung erneut für den alten Prüfer entscheidet, nach den ersten Erfahrungen mit der Neuregelung doch sehr hoch. Das hat gute Gründe, immerhin kennt der alte Prüfer das Unternehmen am besten. Lange Einarbeitungszeiten für die neuen Prüfer, die sich viele CFOs ersparen möchten, werden so gemieden.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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