Veltins Arena auf Schalke: Nur bedingt winterfest

FC Schalke 04

17.03.14
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Schalkes Never-ending Dachschaden

Ein Schneesturm vom Dezember 2010 lastet noch immer auf der Bilanz von Schalke 04. Der Schuldenabbau fällt deshalb erstmal aus.

Die Schalke-Fans in unserer Firma laufen schon seit Wochen mit einem Lächeln im Gesicht herum, was unsere BVB-Anhänger schon gar nicht mehr versuchen, mit Sprüchen zur 1:6-Klatsche gegen Real Madrid zu kontern. Nach einer bislang erstaunlich erfolgreichen Rückrunde liegen die Knappen  nur noch einen Punkt hinter dem BVB. Jetzt noch ein Derbysieg am nächsten Dienstag, und der königsblaue Himmel könnte wieder voller Geigen hängen – wenn da nicht dieser ärgerliche Dachschaden wäre.

Zur Erinnerung für alle Nicht-Knappen: Im Dezember 2010 hatten Schneemassen das Stoffdach der Veltins Arena eingedrückt und teilweise zerstört. Südlich der Ruhr spricht man in diesem Zusammenhang von Winter, was die Konstrukteure der Schalke-Arena zwischenzeitlich mit einem erstaunten „Watt?“ beantwortet haben sollen. Seitdem entwickelt sich das Dach der Schalke-Arena zur baulichen Antwort des Potts auf die Hamburger Elbphilharmonie.

Für den Dachschaden zahlt Schalke jetzt schon seit drei Jahren die Zeche, insgesamt summieren sich die Renovierungskosten auf über 19 Millionen Euro. Und das Drama scheint kein Ende zu nehmen, wie man bei einem genaueren Studium der heute vorgelegten Geschäftszahlen sieht. Um 6,5 Millionen Euro haben „Effekte aus der Dachreparatur“ und die Aufstockung der Mittelstandsanleihe den Jahresüberschuss 2013 reduziert und damit fast gänzlich ausgelöscht. Der größte Teil dürfte auf den Dachschaden entfallen, denn nicht einmal am Minibond-Markt zahlen die Emittenten zig Millionen Euro an Gebühren für die Aufstockung eines Bonds um 15 Millionen Euro.

Dank des Dachschadens sind auch die Finanzschulden der Schalker von 173 auf 178 Millionen Euro gestiegen. Von dem kräftigen Schuldenabbau, den Schalkes Finanzchef Peter Peters seit der Bondemission im Frühjahr 2012 immer wieder verspricht, ist ungefähr so viel zu sehen wie von den Schalker Manndeckern im Wirkungskreis von Cristiano Ronaldo.

Ob die schwachen Ergebnisse wirklich nur an dem kein Ende nehmenden Schalker Dachschaden liegen, werden wir nächste Woche erfahren. Dann wird Peters den ausführlichen Jahresabschluss vorlegen. Und vielleicht auch eine Antwort auf die Frage geben, wann bei Schalke die Wahrheit wieder auf dem Platz liegt – und nicht mehr auf dem Dach.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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