Nachdem Dieter Hahn und Fred Kogel Constantin Medien verlassen haben, folgt nun auch CFO Peter Braunhofer.

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08.09.17
CFO

CFO Peter Braunhofer verlässt Constantin Medien

Die Machtkämpfe bei dem Medienkonzern Constantin fordern das nächste personelle Opfer: CFO Peter Braunhofer macht von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch und verlässt das Unternehmen.

Nachdem Aufsichtsratschef Dieter Hahn und CEO Fred Kogel nach verlorenem Machtkampf vor zwei Wochen ihre Ämter niedergelegt haben, kehrt nun auch der Finanzchef Peter Braunhofer Constantin Medien den Rücken. Dies gab das börsennotierte Medienhaus am gestrigen Abend bekannt. Demnach wird Braunhofer spätestens am 7. Oktober aus dem Unternehmen ausscheiden. Bis dahin soll er Constantin weiterhin als CFO zur Verfügung stehen. Wer neuer Constantin-CFO wird, ist noch unklar. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

Es ist aber davon auszugehen, dass der engste Kreis um den Schweizer Medienmanager Bernhard Burgener den neuen Finanzchef auswählen wird. Burgener ist Chef der Schweizer Constantin-Tochter Highlight und maßgeblich dafür verantwortlich, dass Hahn und Kogel gehen mussten.

Dass nun auch der Finanzchef sein Amt niederlegt, ist nur insofern überraschend, dass es erst jetzt passiert, denn nicht nur Kogel, sondern auch CFO Braunhofer wurde auf der Hauptversammlung die Entlastung verweigert. Lediglich Vorstandsmitglied Olaf Schröder war nicht davon betroffen.

Braunhofer hatte das CFO-Amt erst 2016  von Leif Arne Anders übernommen, der damals aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Braunhofer rückte aus der Position des Accounting-, Corporate-Finance- und Investor-Relations-Chefs heraus an die Spitze des Finanzressorts. Er ist schon seit 2007 für Constantin aktiv. 

So trickste Bernhard Burgener Dieter Hahn aus

Grund für den internen Machtkampf und den nun fast komplett vollzogenen Managementwechsel war eine Auseinandersetzung um die strategische Neuausrichtung des Medienunternehmens. Großaktionär und Ex-Aufsichtsratschef Dieter Hahn  wollte das Unternehmen auf den Sportbereich fokussieren und das Filmproduktionsgeschäft („Fack ju Göhte“) verkaufen. Burgener kämpfte dagegen an. Das Filmgeschäft ist Teil des Tochterunternehmens Highlight, dessen Verwaltungsratsvorsitzender Burgener ist.

Lange sah es so aus, als hätten Hahn und die Constantin-Führung die besseren Karten in dem Machtkampf – Constantin hält 60,5 Prozent der Highlight-Aktien. Doch ein Großteil der Aktien war verpfändet, und der Geschäftspartner Stella Finanz verweigerte Hahn beharrlich die Herausgabe dieser Aktien. Weitere Manöver Burgeners sorgten dann für eine schrittweise Entmachtung Hahns. So verwässerte eine Kapitalerhöhung bei Highlight den Unternehmensanteil von Constantin Medien auf 45,4 Prozent.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de