Dietmar Heinrich wird neuer CFO von Schaeffler. Er muss die Aktie aus ihrem Tief holen.

Schaeffler

18.07.17
CFO

Eigengewächs muss Schaeffler profitabler machen

Schaeffler verkündet einen Nachfolger für CFO Ulrich Hauck: Neuer Finanzvorstand wird das Eigengewächs Dietmar Heinrich. Er übernimmt das Amt in einer turbulenten Zeit.

Der Autozulieferer Schaeffler hat einen Nachfolger für den scheidenden CFO Ulrich Hauck gefunden: Neuer Finanzchef bei dem Familienunternehmen wird zum 1. August Dietmar Heinrich. Hauck, der im April 2015 zum CFO berufen wurde, hatte im Mai angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Dieser wäre eigentlich noch bis März 2018 gegangen. Wohin es Hauck zieht, ist bisher nicht bekannt.

Anders als Hauck, der von Bayer kam, ist Heinrichs ein Schaeffler-Eigengewächs. Der 53-Jährige ist seit über 22 Jahren bei dem Unternehmen aus Herzogenaurach beschäftigt und hat langjährige Erfahrung im Bereich Controlling und Finanzen.

Zuletzt war er im Executive Board des Unternehmens und verantwortete das Europa-Geschäft. Davor hat er seit 1995 unterschiedliche Positionen im In- und Ausland ausgeübt und war unter anderem als CFO der Region Asien/Pazifik und der Region Europa tätig.

CFO Dietmar Heinrich muss Schaeffler wieder auf Kurs bringen

Auf Heinrich kommt eine große Herausforderung zu: Seit der Gewinnwarnung Ende Juni ist die Schaeffler-Aktie stark unter Druck geraten. Das Unternehmen senkte die erwartete Ebit-Marge für das Geschäftsjahr 2017 von 12 bis 13 Prozent auf 11 bis 12 Prozent. Der erwartete Free Cashflow sank von rund 600 auf rund 500 Millionen Euro.

Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge hieß es in Aufsichtsratskreisen, dass Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld schlechtes Erwartungsmanagement betrieben hätte – die Kapitalmärkte seien von der Gewinnwarnung unangenehm überrascht gewesen. Und auch an Hauck soll es Kritik gegeben haben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Industriekreise: Er habe nicht schnell genug gegengesteuert, als im Frühjahr die Margen zu schmelzen begannen.

E-Mobilität setzt Schaeffler unter Druck

„Wir waren nicht schnell genug in der Lage, auf den Preisdruck und die höheren Entwicklungsausgaben mit Kostensenkungen zu reagieren“, zitiert das Handelsblatt Rosenfeld, der vor Hauck selbst CFO bei dem Unternehmen war.

Der Autozulieferer gerät wegen des Trends hin zu E-Autos zunehmen unter Druck: Einige der Produkte, die Schaeffler heute produziert, werden in E-Antrieben nicht mehr gebraucht. Es ergeben sich aber auch Chancen für neue Produkte, Schaeffler will daher auf E-Mobilität und Digitalisierung setzen. Das zu finanzieren und die Kapitalmärkte mit einer höheren Profitabilität wieder von der Aktie zu überzeugen, wird Aufgabe des neuen CFOs sein.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Lesen Sie mehr über die bisherige Karriere des scheidenden Schaeffler-CFOs Ulrich Hauck in seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.