Für die AUA kommt der Ausstieg ihres CFO Heinz Lachinger überraschend. Ende März 2018 wird er die Österreicher verlassen.

Austrian Airlines

26.09.17
CFO

Nach 30 Jahren: AUA-CFO Heinz Lachinger geht

Von Mara Koch

AUA-CFO Heinz Lachinger verlässt nach 30 Jahren die österreichische Lufthansa-Tochter. Für die Fluglinie ist dieser Schritt eine Überraschung gewesen, berichten österreichische Medien.

Finanzchef Heinz Lachinger wird die Fluglinie Austrian Airlines (AUA) Ende März 2018 auf eigenen Wunsch verlassen. Über die berufliche Zukunft des 50-Jährigen ist noch nichts bekannt, die Suche nach einem Nachfolger sei aber bereits gestartet, teilten die Österreicher mit. AUA-CEO Kay Kratky lässt in der Pressemitteilung verlauten, dass Lachinger „Wesentliches dazu beigetragen habe, die Austrian Airlines von einem Staatsbetrieb in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu einem privaten, gewinnorientierten Unternehmen zu führen“. Österreichische Medien wie der „Kurier“ berichten, dass Lachingers Schritt für die Fluglinie überraschend gekommen sei.

Lachinger ist ein echtes AUA-Eigengewächs und arbeitet seit 30 Jahren für die Lufthansa-Tochter. Er stieg nach einer kurzen Station bei der ehemaligen Creditanstalt, der heutigen Unicredit Bank Austria, 1988 im Bereich Betriebswirtschaft bei Austrian Airlines ein. Neben seiner Tätigkeit bei der AUA studierte Lachinger Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Hagen. 2007 folgte ein MBA für Controlling & Finanzen in Wien.

Innerhalb der Fluglinie durchlief der gebürtige Wiener mehrere Führungspositionen im Controlling-Bereich, 2002 wurde er zum Vice President für Controlling & Accounting berufen. Seit 2010 sitzt Heinz Lachinger als CFO an der Seite von CEO Kay Kratky und CCO Andreas Otto im erweiterten AUA-Vorstand.

Heinz Lachinger maßgeblich an Turnaround der AUA beteiligt

2009 übernahm die Lufthansa die einst staatliche und damals sehr angeschlagene österreichische Fluglinie. Im ersten Halbjahr des Jahres 2009 verbuchte Austrian Airlines massive Verluste in Höhe von knapp 170 Millionen Euro. Durch den Verkauf an die Lufthansa konnten sich die Österreicher gerade so vor einer Insolvenz retten. Doch nach einigen Jahren der Restrukturierung schaffte die AUA den Turnaround, auch dank Finanzchef Lachinger.

So wurde unter seiner Führung 2013 nach einer Abstimmung ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen, der die Vergütungsstrukturen neu sortierte und der Airline mehrere Millionen Euro pro Jahr sparte. Dem Bodenpersonal drohte damit zwar eine flachere Gehaltskurve, dafür wurden aber höhere Einstiegsgehälter und eine Gewinnbeteiligung garantiert. 2015 fusionierte die AUA nach der Einigung über einen neuen Bord-Kollektivvertrag mit der Tyrolean Airways, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Lachinger von 2012 an drei Jahre lang war. Auch dieses Manöver führte zu Unmut bei manchen Arbeitnehmervertretern, trug aber zur Gesundung der AUA bei.

Austrian Airlines schreibt nun das fünfte Jahr in Folge wieder schwarze Zahlen. Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte die AUA den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 65 Millionen Euro.

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