HSBC Trinkaus

03.12.13
CFO

HSBC Trinkaus nimmt Mittelstand ins Visier

Kaum hundert Tage im Amt, stellte sich Stephen Price, der neue Bereichsvorstand Firmenkunden der HSBC Trinkaus, den Fragen von FINANCE. Die Bank hat es auf den international orientierten Mittelstand abgesehen und will ihr Kreditbuch deutlich ausweiten – auch bei Unternehmen mit Bonitäten unterhalb des Investmentgrade.

Prominent wie kaum ein anderes Institut mit einem internationalen Netzwerk ist HSBC Trinkaus in die Mittelstandsoffensive gegangen. „Mit der Wachstumsinitiative wollen wir unsere Kundenbasis deutlich ausweiten“, sagt Stephen Price gegenüber FINANCE. Als Untergrenze nannte der neue Bereichsvorstand Firmenkunden des Düsseldorfer Instituts rund 35 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Kunden könnten auch ein Rating unterhalb des Investmentgrade haben, sollten aber eine internationale Ausrichtung aufweisen, damit die Stärken der Bankengruppe zum Tragen kommen.

Besonders mittelständische Kunden fürchten eine Umkehrung einer solchen Ausrichtung, was man auch nach der Pleite von Lehman durch eine zeitweise Renationalisierung des Bankengeschäfts beobachten konnte. Dem hält Price entgegen: „Wir verpflichten uns mit einer langfristigen Strategie.“ Mit den Wurzeln im Bankhaus Trinkaus & Burkhardt sei man bereits seit deutlich mehr als 200 Jahren im Markt tätig. Im extrem kompetitiven deutschen Bankenumfeld – fast alle deutschen Banken haben den Mittelstand inzwischen wiederentdeckt – will HSBC Trinkaus besonders ihr internationales Netzwerk betonen und damit die exportorientierte Wirtschaft unterstützen. „Wir verfügen in Asien über eine besonders starke Präsenz und – was weniger bekannt ist – in Südamerika“, sagt Price. Die Bank setzt dabei auf ein breites Produktportfolio mit dem Kredit als Anker der Kundenbeziehung.

Cash Management, Handels- und Forderungsfinanzierungen stehen hoch im Kurs

Neben dem Kapitalmarktgeschäft stehen bei den Düsseldorfern auch das Cash Management, Handelsfinanzierungen und die Forderungsfinanzierung („Receivable Finance“) hoch im Kurs. Von den neuen Stresstests im kommenden Jahr erwartet sich Price keine negativen Auswirkungen für die Bank. „Wir sind mit einer Kernkapitalquote von 11,6 Prozent gut aufgestellt“, sagt er.

Price hatte vor wenigen Monaten die Zuständigkeit für die Firmenkunden vom Vorgänger von Manfred Krause übernommen, der die Bank im vergangenen Juli nach über 22-jähriger Zugehörigkeit verlassen hatte. Der gebürtige Brite verfügt über dreißig Jahre Berufserfahrung im Banking und ist bereits seit 2008 innerhalb der HSBC-Gruppe tätig, zuletzt als Head of Business Bank UK.  Von den geplanten 500 neuen Mitarbeitern soll rund die Hälfte in seinem Bereich des Commercial Bankings (CMB) angesiedelt sein. „Wir wollen hier schnell neue und gut qualifizierte Mitarbeiter einstellen“, sagt Price. Besonders im kommenden Jahr werde die Bank deutlich aufstocken.  

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Ein ausführliches Interview mit Stephen Price folgt in der ersten Ausgabe 2014 des FINANCE-Magazins.