Fußball-Monopoly: Die Finanzkraft der Fußballklubs entscheidet zunehmend über den sportlichen Erfolg.

Arndt Benedikt

07.09.17
CFO

Wie der Neymar-Deal die Bundesliga-Finanzen prägt

Megatransfers wie die von Neymar und Dembélé versetzen die Fußballwelt in Aufruhr. Wie reagieren die Finanzchefs der Bundesliga auf die neuen Geldschwemme? In der Titelgeschichte der neuen FINANCE-Ausgabe geben wir unter anderem auf diese Frage Antworten.

Für viele Beobachter wirkt das, was im Profifußball derzeit geschieht, nur noch aberwitzig. Der Neymar-Deal, dessen vollständiges Volumen die Marktkapitalisierung diverser SDax-Unternehmen übersteigt, hat beträchtliche Folgen für die Fußballklubs – am besten sichtbar am Transfer von Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund nach Barcelona. Supertalent hin oder her, der Markt scheint außer Kontrolle.

Welche Folgen aber haben die Megatransfers und die milliardenschweren neuen TV-Deals genau für die Finanzen der Bundesligaklubs? Diese Frage analysieren wir in der Titelgeschichte der neuen Ausgabe. FINANCE hat dafür mit zahlreichen CFOs aus der ersten deutschen Liga gesprochen. Die Interviews zeigen: Viele rüsten sich für den finanziellen Wettkampf, doch der sportliche ist ein Nullsummenspiel, mit einer klaren Konsequenz: Die Risiken sind hoch. Mehr erfahren Sie in der neuen FINANCE-Titelgeschichte, die heute bereits als E-Paper erscheint.

Fußball-Fans auch unter den CFOs

Auch Bernard Schäferbarthold ist Fußballfan. Allerdings ist der Weg, wie der CFO des Automobilzulieferers Hella Anhänger des FC Bayerns wurde, etwas verzwickt. In den 1980er Jahren stand Jean Marie Pfaff im Tor der Münchener. Was wenige wissen: Schäferbarthold ist wie Pfaff Belgier, auch wenn er den größten Teil seiner Jugend in Deutschland verbrachte. Bei einem Cappuccino plauderte der CFO entspannt nicht nur darüber, sondern auch über die Beweggründe für seinen Wechsel von Nordex zu Hella – und darüber, wie er dem Traditionsunternehmen aus Lippstadt helfen will, den Umbruch in der Automobilindustrie zu meistern.

Während Schäferbarthold noch vor vielen Aufgaben steht, hat Christian Baier die größte im Juli schon hinter sich gebracht: die Aufspaltung des Metro-Konzerns. Der Finanzvorstand von Metro stand dabei „im Auge des Sturms“, wie er selbst feststellt. Zahlreiche finanzielle, steuerliche und rechtliche Fragen waren zu klären. Wie er dabei vorgegangen ist, erzählte Baier FINANCE in der Düsseldorfer Metro-Zentrale. Auch hier gilt eine alte Fußballweisheit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Die Investoren werden genau begutachten, ob die beiden abgespaltenen Metro-Teile jeder für sich alleine mehr Wert generieren können als zuvor gemeinsam.

Restrukturierung in London und in Heidelberg

Von der ehemaligen Metro-Tochter Galeria Kaufhof hört man derzeit wenig Gutes. Zwar sind Krisenfälle in Deutschland derzeit die Ausnahme, die Fälle Air Berlin oder Solarworld zeigen aber, dass es selbst im aktuellen Konjunkturumfeld Schwierigkeiten geben kann. In unserem Schwerpunkt Restrukturierung beschäftigen wir uns dieses Mal mit der Reform der vorinsolvenzlichen Sanierung, die dabei helfen soll, dass weniger Unternehmen den Gang nach London antreten müssen, um sich mit ihren Gläubigern zu einigen. Hinter dem britischen Scheme-of-Arrangement-Verfahren stehen wegen des Brexits einige große Fragezeichen.

Ausführlich kommt hier der CFO der Heidelberger Druckmaschinen zu Wort. Dirk Kaliebe hat den Druckmaschinenhersteller finanziell stabilisiert. Er räumt im Interview aber ein, dass der Turnaround zu lange gedauert hat. Deshalb will Kaliebe weiter die Zinslast senken und die operationale Exzellenz verbessern. Gelingt das, dreht sich womöglich auch Investorenstimmung gegenüber der Heidelberg-Aktie weiter ins Positive.

Die Banken und die Blockchain

Sehr hoch im Kurs der öffentlichen Wahrnehmung steht ein großer Technologie-Trend: die Blockchain. Mit dieser dezentralen Datenbank soll nichts weniger als eine Revolution der Finanzwelt möglich sein. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten gab im Frühjahr eine Schuldscheintransaktion via Blockchain von Daimler mit der LBBW. Im Interview mit LBBW-Firmenkundenvorstand Karl Manfred Lochner nimmt dieser zu der Transaktion Stellung und erklärt, warum er glaubt, dass die Banken trotz Blockchain und Fintechs weiter eine wichtige Rolle im Kapitalmarktgeschäft spielen werden.

Doch klar ist: Das Geschäft wird sich ändern. Gibt es bald den Firmenkundenbetreuer als Roboter? Über diese Vision schreibt unser Kolumnist Volker Anhäuser von der BNP Paribas. Dass neue Technologien wie Big Data auch ins Firmenkundengeschäft einziehen, steht außer Frage. Tröstlich dabei: Das persönliche Gespräch werden die Algorithmen nicht ersetzen können.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Die neue FINANCE

Warum Zalando sein Reporting neu strukturiert, wie sich der ehemalige MAN-CFO Karlheinz Hornung an die analoge Finanzabteilung der 1970er und 1980er Jahre erinnert und warum Schaeffler einen heimlichen „Über-CFO“ hat – diese und viele weitere Themen finden Sie in der neuen FINANCE-Ausgabe, die Sie hier bestellen oder als E-Paper beziehen können.