Air Berlin

22.09.17
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Lufthansa dürfte Großteil von Air Berlin kaufen

Im Bieterkampf um die Assets von Air Berlin zeichnet sich Medienberichten zufolge ein Favorit ab: Die Lufthansa. Auch Easyjet und Condor könnten an Teile der insolventen Fluglinie kommen.

Die Lufthansa steht offenbar kurz vor der Übernahme eines Großteils des insolventen Konkurrenten Air Berlin. Dies wurde im Anschluss an die Sitzung des Gläubigerausschusses vom Donnerstag bekannt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge befindet sich der Ausschuss in exklusiven Verhandlungen mit Deutschlands größtem Luftfahrtunternehmen.

Die Verhandlungen konzentrieren sich demnach auf die Air-Berlin-Tochter Niki und weitere Teile des Unternehmens. Um welche Teile es sich dabei konkret handelt, ist bisher noch nicht bekannt.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte zuerst angekündigt, mehr als die Hälfte der Luftfahrtflotte von Air Berlin erwerben zu wollen. Neben den 38 bei Air Berlin angemieteten Flugzeugen will Spohr demnach 20 bis 40 weitere Maschinen des Konkurrenten kaufen. Die Air-Berlin-Flotte umfasst 144 Flugzeuge.

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Easyjet und Condor könnten ebenfalls Air-Berlin-Teile bekommen

Neben der Lufthansa könnten Easyjet und Condor bei Teilen von Air Berlin zum Zuge kommen. Dem britischen Billigfluganbieter Easyjet wird Interesse an den Europastrecken, die von Berlin aus starten, nachgesagt.

Condor soll vor allem an dem Ferienflieger Niki interessiert sein. Unklar ist, wie hoch die Chancen für Condor beim Ringen um das Asset sind. Air Berlin reagierte zunächst nicht auf eine FINANCE-Anfrage zu Details des Bieterprozesses.

IAG, Claassen, Wöhrl und Pang wohl raus aus Bieterrennen

In den vergangenen Wochen haben sich die Meldungen im Ringen um Air Berlin gehäuft. Bis zum vergangenen Freitag gingen mindestens sechs Angebote für eine Komplett- oder Teilübernahme des Luftfahrunternehmens ein. Zu den offiziellen Interessenten zählten unter anderem die British-Airways- und Iberia-Mutter International Airlines Group (IAG), die Unternehmer Utz Claassen und Hans Rudolf Wöhrl sowie der Chinese Jonathan Pang. Sie alle sind mittlerweile wohl aus Bieterrennen ausgeschieden.

Die zweitgrößte Airline Deutschlands hatte im August dieses Jahres Insolvenz angemeldet, nach dem das Unternehmen ins Trudeln geraten war und der Großaktionär Etihad letztendlich den Geldhahn zugedreht hatte.     

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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