Statt für KKR investiert Philip Wack jetzt auf eigene Faust.

KKR

28.06.17
Deals

Ex-KKR-Director zielt auf große Deals

Philip Wack hat für KKR die Beteiligungen an WMF und Airbus Defense gesteuert. Jetzt macht er sich selbstständig – und will Firmen im Wert von bis zu einer halben Milliarde Euro kaufen.

Philip Wack verlässt das wahrscheinlich prestigeträchtigste Private-Equity-Haus der Welt, um selbständig Beteiligungen einzugehen. Der 37-Jährige war bis vor kurzem als Director bei KKR für Investments in Industriefirmen im deutschsprachigen Raum zuständig.

Jetzt sucht Wack mit seinem eigenen Vehikel Moonlake Capital nach Unternehmen im Wert von 250 bis 500 Millionen Euro. „Zwei bis drei Komplettübernahmen“ in dieser Größenordnung will er stemmen, unterstützt vorerst nur von einer Assistentin, die ebenfalls von KKR kommt.

Wack hat für KKR WMF und Airbus Defence gesteuert

„Der Fokus sind Firmen im deutschsprachigen Raum und in Großbritannien“, sagt Wack. Mit Investments in deutsche Unternehmen hat er bei KKR Erfahrung gesammelt. Auch in Großbritannien zu suchen ist aus Wacks Sicht deshalb sinnvoll, weil er in London wohnt. „Was die Sektoren angeht, werden wir uns auf Industrie-, Konsumgüter- und Dienstleistungsunternehmen konzentrieren“, so Wack weiter.

Damit bleibt er bei Branchen und Geographie nah an dem Investmentfokus, den er bei KKR verfolgt hat. Dort hat er unter anderem die Beteiligung an WMF gesteuert. KKR hat den Küchenwarenhersteller 2016 für knapp 1,6 Milliarden Euro verkauft. In vier Jahren haben Wack und Kollegen das investierte Geld mit dem Faktor 3,4 vermehrt. Auch für das KKR-Investment in die Verteidigungselektronik-Sparte von Airbus war Wack verantwortlich.

„Ich werde zunächst mit einem Ankerinvestor starten, der mir langfristig Kapital zur Verfügung stellt“, kündigt Wack an. Dabei handle es sich um einen Familienunternehmer aus dem deutschsprachigen Raum, der ungenannt bleiben wolle.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

Private Equity fließt immer mehr Geld zu. Die Folge: Die Konkurrenz um Zukaufsziele wird schärfer. Das treibt Kaufpreise und Leverage-Grade in die Höhe und macht es den Private-Equity-Häusern damit immer schwerer, den Wert ihrer Beteiligungen über die Haltedauer hinweg zu steigern. Wie die Branche damit umgeht, diskutieren namhafte Fondsmanager auf der Deutschen Investorenkonferenz am 13. November in Frankfurt. Hier geht es zu Programm und Anmeldung »

Ankündigung zur 14. Deutschen Investorenkonferenz

Moonlake-Gründer Wack umwirbt den Mittelstand

Damit wählt Wack für den Start in die Selbstständigkeit einen eher seltenen Ansatz. Oft strukturieren vormals angestellte Investmentmanager ihre eigenständigen Investments über Fonds, genau wie ihre vormaligen Arbeitgeber. Dieses Vorgehen hat jedoch einen Nachteil: Nur wenige Erstlingsvehikel schaffen es, Summen jenseits von 100 bis 300 Millionen Euro anzuwerben, weil die Investitionshistorie fehlt. Ein Fonds zielt aber meist auf mindestens eine Handvoll Portfoliofirmen ab. Dies bedeutet, dass die Gründer auch mit Fremdkapital meist allerhöchstens in Firmen mit niedriger dreistelliger Millionenbewertung investieren können. Castik-Gründer Michael Philllips ist die bemerkenswerte Ausnahme von diesem Marktphänomen.

Wack hat dieses Problem umgangen, indem er mit einer Evergreen-Struktur operiert. Möglich macht das der unbekannte Investor, der Wack offenbar genug vertraut, um ihm Kapital für bis zu drei größere Deals zur Verfügung zu stellen. Mit einem Firmenwert von maximal einer halben Milliarde Euro ist Wack zwar von der Größe dern KKR-Deals immer noch weit entfernt. Jedoch er kann sich größere Firmen als die allermeisten neugegründeten Private-Equity-Häuser leisten.

Wack sieht in der von ihm gewählten Struktur einen weiteren Vorteil – und zwar den gleichen, mit dem andere Evergreen-Investoren wie etwa Hannover Finanz argumentieren: „Weil wir nicht über einen Fonds investieren, können wir die Unternehmen langfristig halten“, wirbt Wack für sein Geschäftsmodell. „Das passt aus unserer Sicht gut zum deutschen Mittelstand. Erste Gespräche mit Unternehmern bestärken uns in der Ansicht.“

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Was sich sonst noch in der PE-Branche tut, erfahren Sie auf unserer Themenseite Private Equity.