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Carsten Bovenschen, Solarwatt GmbH

Name:
Carsten Bovenschen
Unternehmen:
Solarwatt GmbH
Ressort:
Finanzen/Controlling, Personal, Produktion, IT und Einkauf
Position:
CFO seit 1. Juli 2012
Ausbildung:
Studium der BWL an der RWTH Aachen, Abschluss als Diplom-Kaufmann
Geburtstag:
21.05.1964
Familie:
Carsten Bovenschen ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Ehrenamt:
Keine Angaben
Hobbies:
Reisen, Skifahren, Fan von Borussia Mönchengladbach
Karriere:
Im Jahr 1994 schließt Bovenschen sein Studium ab und beginnt seine berufliche Karriere als Assistent der Geschäftsleitung der BBmedica, 1995 wechselt er als Head of Controlling zum Logistikunternehmen Scansped, das heute zu Schenker gehört. Von Mai 2000 bis zum Erwerb der Anteile durch ITT Industries 2004 ist Bovenschen Finance Director bei dem börsennotierten Wassertechnologie-Unternehmen Wedeco, davon 16 Monate als CFO der US-Tochtergesellschaft. Im April 2004 wechselt er als Bereichsleiter Konzernfinanzen zur Coveright Surfaces Holding, einem Spin-off der niederländischen Akzo Nobel. Von Mai 2007 bis Dezember 2010 ist er Finanzvorstand beim Solar-Maschinenbauer Roth & Rau. Seit Juni 2012 ist er CFO bei Solarwatt – zunächst  als Mitglied des Vorstands, nach dem Rechtsformwechsel im Januar 2013 als Geschäftsführer und Gesellschafter.
Karriere-Highlight:

1) Als Head of Group Finance unterstützt Bovenschen 2006 die Rekapitalisierung der Coveright Gruppe durch Senior Loan Facilities im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

2) Als CFO von Roth & Rau gelingen Bovenschen im April 2008 eine Kapitalerhöhung über 101 Millionen Euro und der erfolgreiche Wechsel von Roth & Rau aus dem Entry in den Prime Standard und schließlich der Aufstieg in den TecDax. Damit bringt er Roth & Rau als erstes Unternehmen über den Entry Standard in einen Auswahlindex der Deutschen Börse. In seiner Ägide als Finanzvorstand bei Roth & Rau versechsfacht sich der Umsatz des Anlagenbauers auf fast 300 Millionen Euro. Bei seinem Ausscheiden übergibt Bovenschen eine Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von über 70 Prozent und gut 60 Millionen Euro Cash.

3) Unter der Leitung von CFO Carsten Bovenschen hat Solarwatt 2012 als eines der ersten Unternehmen das Schutzschirmverfahren zur Insolvenz in Eigenregie erfolgreich durchlaufen. In nur vier Monaten kann Bovenschen das Unternehmen restrukturieren. Lieferanten und Anleihegläubiger erhalten nach Planquote 16 Prozent ihrer Forderungen zurück. Nachrangige, unbesicherte Gläubiger erhalten keine Quote, dazu gehören auch die Altaktionäre. Die Banken müssen bisher allerdings keine Zahlungsausfälle hinnehmen, sondern stunden lediglich Kredite.

4) Im Juni 2014 übernimmt Solarwatt Teile der insolventen Centrosolar und schaltet damit nach einer schwierigen Phase wieder in den Angriffsmodus: Das Unternehmen erwirbt die Centrosolar-Töchter in den Benelux-Staaten und Frankreich sowie die internationalen die europäischen Markenrechte von Centrosolar. Laut Bovenschen stellt die Akquisition das Geschäftsmodell auf internationalere Füße und reduziert die Abhängigkeit vom nationalen Photovoltaikmarkt.

5) Im April 2016 erwirbt Solarwatt das Technologie-Startup E-Wolf, ein Entwickler und Anbieter von Batteriemodulen. Das Ziel des Zukaufs ist laut Bovenschen, die Kosten der Solarwatt-Stromspeicher weiter zu senken.

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02.09.2013

Solarwatt-CFO Bovenschen beantwortet den FINANCE-Fragebogen

CFO vor der Wahl: Carsten Bovenschen

CFO vor der Wahl: Carsten Bovenschen

Kopfrechnen oder Taschenrechner, Zeitungs- oder Tablet-Leser? FINANCE stellt Mitglieder der Financial Community vor die Wahl. Dieses Mal: Solarwatt-CFO Carsten Bovenschen.

24.01.2013

Solarwatt wandelt Rechtsform in GmbH um

Solarwatt: CFO Bovenschen erwirbt Anteile

Solarwatt: CFO Bovenschen erwirbt Anteile

Finanzchef Carsten Bovenschen und CEO Detlef Neuhaus haben Anteile am Solarmodulanbieter Solarwatt gekauft. Das ist nicht die einzige Neuigkeit im Zusammenhang mit der Änderung der Gesellschaftsform.

13.06.2012

Ex-Roth & Rau-CFO Bovenschen geht zu Solarwatt

"Solarwatt könnte jetzt durchstarten"

"Solarwatt könnte jetzt durchstarten"

Carsten Bovenschen hat sich einen herausfordernden neuen Arbeitgeber gesucht. Der ehemalige CFO von Roth & Rau wechselt zum 1. Juli zu Solarwatt. Dort muss er zusammen mit dem ebenfalls neuen CEO Neuhaus die Finanzen des überschuldeten Unternehmens in den Griff bekommen.

Carsten Bovenschen, Solarwatt: Der Gestalter

Erst hat er den Solaranlagenbauer Roth & Rau groß gemacht und dann Solarwatt aus der Insolvenz geführt. CFO Carsten Bovenschen hat schon immer gerne Herausforderungen angenommen. Doch er war bisher nie länger als fünf Jahre bei einem Unternehmen.

Carsten Bovenschen kam 2012 als Retter zum insolventen Solaranlagenbauer Solarwatt. Zunächst sah es auch so aus, als könnte sein Werk dort schnell getan sein – und Solarwatt möglicherweise nur eine weitere kurze Station in seinem Lebenslauf: In nur vier Monaten hat der CFO Solarwatt mithilfe des neuen Schutzschirmverfahrens zur Insolvenz in Eigenregie aus der Pleite herausgeführt. Nach den tiefen Einschnitten bei Lieferanten, Anleihegläubigern und Altaktionären war Bovenschen optimistisch, dass es mit Solarwatt schnell wieder bergauf gehen wird.

Doch die vorläufige Rettung ist noch keine Überlebensgarantie, wie sich schnell herausstellte: Die Krise in der Solarbranche hat sich weiter verschärft, der Wettbewerb aus Fernost und die Unsicherheit über die weitere staatliche Förderung machen dem Unternehmen zu schaffen. Bovenschen arbeitet nun an einer zweiten Restrukturierung, dieses Mal werden auch die Banken Zahlungsausfälle hinnehmen müssen – beim ersten Mal waren sie noch verschont worden und stundeten lediglich Kredite.

Seine Aufgabe bei Solarwatt ist also noch lange nicht beendet. Doch der CFO will sich auch gar nicht als Abwickler von Aufgaben sehen. Er will Gestalter sein und die Strategie des Unternehmens aktiv mitbestimmen – damit schlägt Bovenschen in die Kerbe vieler Finanzchefs, die sich als Co-CEOs sehen und nicht nur als reine Zahlenmenschen. Freiraum ist ihm wichtig, um sich zu motivieren.

Bei seiner ersten Station als CFO – beim Solaranlagenbauer Roth & Rau – hatte er diesen Freiraum zunächst auch. Von 2007 bis Ende 2010 hat Bovenschen die Weiterentwicklung des Unternehmens zum Konzern mit der Übernahme des Eindhovener Konkurrenten OTB entscheidend mitgestaltet. Doch nicht alle waren mit seiner Arbeit einverstanden: Investoren kritisierten den Margenrückgang, dazu kamen strategische Verwerfungen mit den Gründern: Firmenchef Dietmar Roth und die Gründerfamilien wollten ihren Anteil verkaufen, Bovenschen war darüber nicht glücklich. Er sah seinen Einfluss schwinden und verließ den Solaranlagenbauer Ende 2010. Kurz danach wurde das Unternehmen vom Schweizer Konzern Meyer Burger übernommen.

Bei Solarwatt hat er nun eine neue Chance, sich als Gestalter zu beweisen. Gemeinsam mit CEO Detlef Neuhaus hat er das Unternehmen strategisch neu aufgestellt – und die Änderung des Geschäftsmodells und Produktportfolios entscheidend mitgetragen. Er fühlt sich wohl bei Solarwatt und hat im Januar 2013 mit dem Erwerb von Anteilen ein Bekenntnis zu dem Unternehmen abgegeben.

Bovenschen gibt jedoch auch zu, dass er den Umgang und die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt vermisst. – leider hat die Solarbranche hat in ihrer derzeitigen Lage keinen Zugang zum Kapitalmarkt, und auch der Wechsel der Rechtsform von Solarwatt von einer AG zu einer GmbH steht dem im Wege. Wie lange es ihn dieses Mal beim Unternehmen hält, wird deshalb in vielerlei Hinsicht von der weiteren Entwicklung der Solarbranche abhängen.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de