Dr. Bernd Köhler

WIV Wein International AG

Name:
Dr. Bernd Köhler
Unternehmen:
WIV Wein International AG
Ressort:
Finanzen, Controlling und IT
Position:
CFO seit 4. Mai 2015
Ausbildung:
Studium der Volkswirtschaftslehre, anschließende Promotion in Betriebswirtschaftslehre
Geburtstag:
24.10.1960
Familie:
Verheiratet, 3 Kinder 
Ehrenamt:
Keine Angaben
Hobbies:
Keine Angaben

Karriere

Nach seinem Studium ist Köhler zunächst mehr als zehn Jahre bei Siemens tätig, vor allem als CFO international tätiger Geschäftsgebiete und als Werksleiter. Von 2004 bis 2005 ist er Vorstandssprecher von Vogt electronic. 2006 wechselt Köhler zu TA Triumph-Adler, wo er bis 2011 Finanzchef ist und ab 2009 auch den kompletten Service verantwortet.

Im Dezember 2011 wird Köhler zum Mitglied des Vorstands von Phoenix Solar bestellt und verantwortet seit Januar 2012 das Finanzressort. Seit 1. März 2013 ist Köhler darüber hinaus auch CEO des Photovoltaikunternehmens. Seit Anfang Mai 2015 ist er CFO und CRO bei WIV Wein International.

Karriere-Highlights:

1)    Restrukturierung und Refinanzierung von Vogt electronic

2)    Umfassende Restrukturierung bei TA Triumph-Adler und Neufinanzierung im Jahr 2007. Anschließend erfolgreicher Verkauf an den japanischen Kyocera-Konzern.

3)    Restrukturierung und Konsolidierung von Phoenix-Solar inklusive erfolgreicher Finanzierung von Phoenix Solar mittels eines Konsortialkredits bis ins Jahr 2016 hinein

4)    Doppelfunktion CFO und CEO bei Phoenix Solar

MEHR zur Person

Dr. Bernd Köhler, Phoenix Solar: Der Restrukturierer

Bernd Köhler ist ein Mann für die schwierigen Fälle. Nach seinem Einsatz bei Triumph-Adler sprang er beim Solarprojektierer Phoenix Solar ein – und konnte das Schlimmste verhindern.

In seiner Karriere pendelt Köhler häufig zwischen CFO- und CEO-Posten hin und her. Das liegt bestimmt auch an seinem Hintergrund, der deutlich über die Finanzfunktion im engeren Sinne hinausgeht. So war die erste berufliche Station im Einkauf von Siemens. Köhler hatte ein Stipendium für seine Promotion erhalten und blieb im Anschluss an Bord des Weltkonzerns. In der Folge durchläuft er im Siemens-Konzern zügig Stationen im In- und Ausland (Griechenland) und erhält früh Führungsverantwortung. So beschäftigt er sich intensiv mit Lean-Management-Prozessen und -Strukturen, die ihm später bei Restrukturierungsmandaten zugute kommen werden.

Als erst 37-Jähriger erhält er umfassende Verantwortung für das weltweite Straßenbahngeschäft und muss dort Fertigung und Prozesse optimieren – seine erstes Restrukturierungsmandat. 2001 wird er Werksleiter im Telekommunikationsbereich von Siemens. Bei dem Wechsel ins badische Bruchsal spielen auch private Gründe eine Rolle: Köhler stammt aus der Gegend.

Nachdem sich abzeichnet, dass Siemens den Kommunikationsbereich nicht mehr als Wachstumsgebiet einschätzt und später in das Joint Venture Nokia Siemens Networks überführt, wechselt Köhler 2004 als CEO zur Vogt electronic ins niederbayerische Obernzell.  Der mittelständische Hersteller elektronischer Bauelemente und Baugruppen ist ein handfester Restrukturierungsfall. Köhler kann den Elektrokonzern stabilisieren und alle Voraussetzungen schaffen, um das Unternehmen in die Hände eines strategischen Investors aus Japan zu übergeben. Damit stellt sich wieder die Frage nach einer neuen Aufgabe.

Die findet er 2006 bei TA Triumph-Adler, diesmal als CFO. Der Nürnberger Bürogerätehersteller (heute Anbieter von Dienstleistungen in dem Bereich Managed Document Services) war nach einer existentiellen Krise wieder einigermaßen stabilisiert, litt aber unter hohen Zinskosten einer zuvor abgeschlossenen Rettungsfinanzierung. Eines seiner ersten Projekte als neuer Finanzvorstand war denn auch die Optimierung der Passivseite. Bei TA hatte Köhler ab 2009 auch umfassende Verantwortung für den kompletten Service und setzte nach der freundlichen Übernahme durch den japanischen Kyocera Konzern die Integration von TA bis hin zum Delisting um.

Wieder einmal schaut sich Köhler nach einer neuen Verantwortung um und stößt auf sein bisher wahrscheinlich anspruchsvollstes Mandat: die Rettung der Phoenix Solar. Das Photovoltaik-Systemhaus ist vor Köhlers Eintritt stürmisch gewachsen und Ende 2011 in eine schwierige Situation geraten: Kreditklauseln sind gebrochen, die Banken drohen mit der Kündigung der Kredite. In langen Verhandlungen, die sich über mehrere Etappen ziehen und durch politische Entscheidungen zum Erneuerbaren Energiengesetz (EEG) erschwert werden, gelingt schließlich der Befreiungsschlag: Die Kredite werden zunächst bis 2014, später sogar bis 2015 prolongiert. „Diese Momente geben mir nach harter Vorarbeit die größte Befriedigung“, betont Bernd Köhler, der wenig später neben seiner CFO-Funktion zum CEO von Phoenix Solar ernannt wird.

Ob als CFO, CRO, CEO: Bernd Köhler fühlt sich in mittelständischen Unternehmen mit Umsätzen zwischen 250 und 600 Millionen Euro wohl – Fälle, die anspruchsvoll, aber nicht aussichtslos sind. Und in denen selbst der Chef auch mal mit anpackt.



markus.dentz[at]finance-magazin.de