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02.08.12 11:55

02.08.2012 - Volkswirt Harjes: „Der Olympia-Effekt ist minimal“

Trotz Olympia rutscht die britische Wirtschaft immer tiefer in die Rezession. „Die Lage der britischen Wirtschaft ist prekär“, warnt Thomas Harjes, Chefvolkswirt Deutschland der britischen Barclays Bank, bei FINANCE-TV. Den positiven Effekt durch die Olympischen Spiele hält er für minimal. Wann die Briten wieder aus ihrem Tief herauskommen und was er von der Sparpolitik der Regierung hält – Harjes' Antworten hier im FINANCE-Talk.

Trotz Olympia: Die britische Wirtschaft steckt in der Rezession

Es war kein gutes Frühjahr für die britische Wirtschaft: Blutarme Nachfrage, mieses Wetter und ein Extra-Feiertag für alle wegen des Thronjubiläums der Queen. Alles zusammen führte dazu, dass die britische Wirtschaft im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent schrumpfte – viel stärker als von Experten erwartet. Der erhoffte Olympia-Impuls ist bislang ausgeblieben. Selbst die Bank of England schätzt das von Olympia generierte zusätzliche Wachstum auf lediglich 0,2 Prozent, und selbst das hält Thomas Harjes, Chefvolkswirt Deutschland der Barclays Bank, noch für zu hoch gegriffen. „Das liegt auch daran, dass die britische Wirtschaft so groß ist“, meint der Volkswirt – und erklärt damit auch den Unterschied zu Australien. Im Zuge der Olympischen Spiele in Sydney 2000 bekam die Wirtschaft down under einen zusätzlichen Schub von 1 Prozent des BIP. „Dennoch haben die Spiele Großbritannien mehr genutzt als geschadet“, findet der Volkswirt.  

Das Problem der britischen Wirtschaft ist ihre hohe Abhängigkeit vom Dienstleistungs-, speziell vom Finanzsektor. Von 1997 bis zum Vorabend der Finanzkrise Ende 2007 steuerte der Service-Sektor mehr als die Hälfte des Wirtschaftswachstums bei, das in dieser Zeit mit durchschnittlich 3,2 Prozent in Großbritannien weitaus dynamischer ausfiel als in den meisten anderen Ländern Europas. Währenddessen sank der Beitrag der verarbeitenden Industrie zum BIP in diesem Zeitraum auf 10 Prozent. Damit trifft die Finanzkrise Großbritannien nachhaltig und strukturell, und Besserung ist nicht in Sicht, befürchtet Harjes: „Wir glauben, dass der Anteil der Industrie in den nächsten fünf Jahren stagnieren wird.“ Hauptgrund: Die Industrie des vormaligen Empire ist so gut wie gar nicht mit den wachsenden Emerging Markets verwoben. Der Anteil von Güterexporten in die Schwellenländer am BIP kletterte zwischen 2000 und 2010 im Königreich um weniger als 1 Prozent gegenüber 5 Prozent in Deutschland und 2 Prozent in Italien.

Gleichzeitig leidet das Land unter dem strikten Sparkurs der Regierung Cameron, die in einem Kraftakt bis 2015 rund 130 Milliarden Pfund einsparen will und sich so zum härtesten Sparmeister in ganz Europa aufgeschwungen hat. Unterstützung bekommt die britische Wirtschaft hingegen von der Notenbank. Trotz Inflationsraten zwischen 3 und 5 Prozent hält die Bank of England nicht nur den Leitzins auf einem äußerst tiefen Niveau. Die Notenbanker kaufen seit Jahren auch massiv britische Staatsanleihen auf. Vor wenigen Wochen erst stockte die BoE ihr Kaufprogramm um weitere 50 Milliarden Pfund auf 375 Milliarden Pfund auf. Harjes hält das für sinnvoll: „Die Zentralbank gibt der Politik damit den Spielraum, den die Politiker nutzen müssen, um die fiskalischen Defizite abzubauen. Regierung und Notenbank machen im Zusammenspiel einen guten Job.“

Der notwendige Strukturwandel und die Sparpolitik werden jedoch noch eine lange Zeit wie Mehltau auf der britischen Konjunktur lasten, befürchtet Harjes: „Das Wachstum wird noch viele Jahre lang schwach bleiben, schwächer auch, als viele bislang vermuten.“

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The European trade pattern is changing. Less inner-European trade is supplanted with growing exports to emerging markets – and not just China. "Some regions are increasing their importance for Europe. One example is the Middle East," Head of Working Capital and Trade EMEA at Barclays, pointing to a trade volume of €275 billion in 2011. "This is creating a higher demand for bank guarantees under local laws as well as letters of credit," he says, adding that is also means that CFOs are increasingly looking for an "end-to-end working capital solution instead of cherry-picking" from different banks.

 

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