08.05.2012 - Top-Banker Ansgar Zwick: "CFOs müssen Refinanzierungskonzepte vorantreiben"
Manroland, Schlecker und diverse Solarfirmen sind insolvent, Praktiker kämpft ums Überleben – die Krisenfälle in der deutschen Unternehmenslandschaft häufen sich: „Die Verhandlungen verlaufen nicht nervöser als sonst“, berichtet Dr. Ansgar Zwick, Managing Director der Investmentbank Houlihan Lokey und einer der wichtigsten Refinanzierungsexperten in Deutschland, bei FINANCE-TV. „Aber die Banken müssen ihr Kreditportfoliomanagement aktiver gestalten.“ Folge: „CFOs müssen Refinanzierungskonzepte aktiv vorantreiben.“ Von welcher Seite Probleme auf CFOs zukommen, was die Kapitalmärkte Krisenfällen aktuell für Möglichkeiten bieten und worauf es in Finanzierungskrisen ankommt – Zwicks Antworten hier bei FINANCE-TV.
Finanzierungskrise bei Praktiker und vielen Solarfirmen
Wenn Finanzierungskrisen drohen, sind es oft Investmentbanker wie Dr. Ansgar Zwick von Houlihan Lokey, die die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Es gilt, alle Stakeholder für eine Refinanzierung ins Boot zu holen. „Das sind manchmal Hunderte von Gläubigern, und jeder von einzelne von ihnen muss zustimmen“, sagt Zwick. Den CFOs komme in solchen Situationen eine Schlüsselrolle zu: „Sie müssen ein tragfähiges Konzept erarbeiten und die Refinanzierung vorantreiben.“
Möglichkeiten gibt es auf den ersten Blick genug, im Moment steht der Kapitalmarkt für viele Arten riskanter Finanzierungen offen. Aber ob das Fenster offen bleibe, könne man nie vorhersehen, warnt Zwick. Die Banken verhielten sich zwar in der Regel konstruktiv, stünden aber unter dem Druck von Basel 3: „Problembehaftete Kredite werden für Banken durch Basel 3 teurer. Deswegen müssen sie ihr Kreditportfoliomanagement aktiver gestalten.“ Refinanzierungen werden dadurch nicht leichter.
Zwick legt Wert auf die Feststellung, dass es meist nicht nur operative Probleme sind, die Unternehmenskrisen auslösen. Brenzlig werde es erst, wenn auch noch auslaufende Finanzierungen hinzukämen. Und hier rolle auf europäische Unternehmen in den kommenden zwei bis drei Jahren eine große Refinanzierungswelle zu. „Das wird die Anzahl von Unternehmen, die in eine Finanzierungskrise geraten, erhöhen“, erwartet Zwick. „Und es wird auch den Anteil von Unternehmen nach oben treiben, die es nicht schaffen, das Ruder herumzureißen.“
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Die Refinanzierung von Techem über fast 1,3 Milliarden Euro war eine der größten Transaktionen des Jahres. Für Steffen Bätjer (43), seit drei Jahren CFO beim Eschborner Energiedienstleister ist, war sie ein voller Erfolg. Es gelang dem Portfoliounternehmen im Besitz der australischen Bank Macquarie, die Laufzeiten zu verlängern, die Finanzierungsquellen zu diversifizieren, Swaps der vorherigen Bankfinanzierung abzulösen und noch immer Zinskosten einzusparen. Rund 1,6 Millionen Euro weniger muss Techem nun im Jahr berappen.
Techem wählte eine laut Bätjer „zinsoptimierende“ Junior-Senior-Struktur, nach der die beiden Bonds zu 410 (Laufzeit 2019) bzw. 325 Millionen Euro (Laufzeit 2020) aufgeteilt wurden. Das vergleichsweise schwache Moody’s-Rating war dabei kein Hindernis. Die Anleihen waren 9-fach überzeichnet. „Es ist verständlich, dass Ratingagenturen bei Neuemittenten vorsichtig sind“, sagt Bätjer. „Wir waren auf der Kippe zwischen einem B und einem BB. Ein stabiles BB-Rating ist unser längerfristiges Ziel.“ Dieser Zielvorgabe entsprechend will Bätjer nun die Verschuldung von 5,7 Mal EBITDA auf den Faktor 4,5 senken. Warum Bätjer keine Angst vor verschlossenen Zeitfenstern am High-Yield-Markt hatte, erfahren Sie hier.
Begünstigt von der Energiewende, abhängig von ein paar wenigen Großprojekten: Oliver Blamberger, CFO des Kraftwerksbauers Solar Millennium, agiert zwischen Aufbruch und Nahkampf. Um den Rückenwind des Fukushima-Effekts zu nutzen und gleichzeitig die hohe Schwankungsanfälligkeit der Erträge zurückzudrängen, hat er große Pläne. Welche genau und wie er das Ganze finanzieren will - die Antworten gibt es hier.
„Wertminderung von Vermögenswerten wie Goodwill“ und „leistungsorientierte Pensionsrückstellungen“ bilden zwei der Prüfungsschwerpunkte der deutschen Bilanzpolizei DPR für 2013. „Goodwill macht in deutschen Konzernbilanzen 200 Milliarden Euro aus“, sagt der DPR-Chef und frühere CFO der Deutschen Post. Pensionsrückstellungen machen sogar 300 Milliarden Euro aus.
Insofern hätten Impairmenttests, die die zukünftige Werthaltigkeit von Assets bewerten, eine hohe Bedeutung. Einzelne Branchen oder Unternehmen wollte er nicht als besonders gefährdet herausgreifen. Die Einschätzung und Priorisierung der DPR deckt sich mit Studien der Inverstmentbank Houlihan Lokey und der Einschätzung des IASB, nach denen mit erheblichen Goodwill-Abschreibungen gerechnet werden kann. Bis dato hätten vor allem Banken und Telekom-Konzerne Wertkorrekturen vorgenommen. Houlihan Lokey sieht nun die Automobil-, die Stahl- und Versicherungsbranche betroffen.
Ernst, der seit rund 15 Monaten an der Spitze des DPR steht, formulierte als Ziel, die Präventivquote der DPR zu stärken und die Fehlerquote auf unter 25 Prozent zu senken. Wie er dies erreichen will und ob dadurch die Prüfqualität leiden wird, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.
Nach vier Jahren harten Cost-Cuttings ist dem weltgrößten Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck im abgelaufenen Quartal der Sprung zurück in die Gewinnzone gelungen – zumindest auf EBIT-Basis. Ein harter Weg liegt hinter dem Traditionskonzern, wie CFO Dirk Kaliebe bei FINANCE-TV berichtet: „Allein im vergangenen Jahr habe ich über 100 Sitzungen zum Thema Kostensenkung geleitet.“ Auch an den Investitionen hat der Finanzchef gespart – zu stark nach dem Geschmack einiger Analysten. „Wir sind nicht unterinvestiert“, weist Kaliebe diesen Vorwurf zurück. Wie der Weg zum Turnaround weitergehen soll, wie er den Schuldenberg von mehr als 3x EBITDA abtragen und anschließend den High-Yield-Bond über 300 Millionen Euro ablösen will, verrät der Heideldruck-CFO hier bei FINANCE-TV.
In drei Jahren hat sich der Umsatz des Garbsener Hightechmaschinenbauers LPKF von 50 auf über 90 Millionen Euro erhöht. Alle Geschäftsbereiche machen dem TecDax-Kandidaten Freude. Neben der LDS-Technologie profitiert der Laser-Konzern auch von der Welle von Ersatzinvestitionen in der krisengeschüttelten Solarindustrien. Es sei sinnvoll, an diesem Geschäftsbereich festzuhalten, da die Kernkompetenz der Oberflächenbearbeitung mit Laser zum Tragen komme. Dies überwiege den Nachteil der relativen Verwässerung der deutlich höheren Margen im LDS-Bereich. Für das Solargeschäft gab Bentz eine Ziel-EBIT-Marge von mindestens 10 Prozent an, für den Gesamtkonzern liegt die Bandbreite zwischen 15 und 17 Prozent. Der Konzern will dabei jährlich mindestens um 10 Prozent wachsen. Ob der Konzern langfristig an der Sparte festhalten will, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.
In der Solarbranche hat das Sterben begonnen. Wie sich der Spezialdienstleister SiC Processing in einem Umfeld schlägt, das seine Kunden in Bedrängnis bringt, und wie lange das Unternehmen nach der Bondemission im vergangenen Frühjahr durchfinanziert ist, erklärt Finanzchef Dirk A. Müller bei FINANCE-TV. Dazu gibt er erstmals einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr – exklusiv im FINANCE-Talk.
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Selten hat der Bondmarkt aus Sicht deutscher Emittenten einen so starken Jahresstart hingelegt wie in diesem Jahr: Eine Transaktion jagt die nächste, und die Stimmung ist gut. „Die Orderbücher sind voll“, berichtet Christoph Zender, Leiter Corporate Debt Origination bei der LBBW. Welche Corporate-Papiere die Investoren im Moment besonders stark nachfragen, ob der Markt über das Jahr gesehen so aufnahmefähig bleiben wird und wie manche CFOs und Treasurer ihre Funding-Strategie zuletzt umgestellt haben – Zenders Antworten hier im Interview bei FINANCE-TV.
Viele CFOs klagen über den stockenden Nachschub an Top-Talenten für die Finanzabteilung. Oft wird die Schuld beim HR-Team gesucht. Aber für die Teamqualität ist auch der CFO zuständig, meint Michael Schnetzer, Deutschland-Chef der Hackett Group: „CFOs müssen eine klare Bedarfsanalyse liefern, damit Human Resources die richtigen Leute rekrutieren kann.“ Wie man aus den Talenten anschließend wirkliche Top-Performer macht, welche Rolle Direct Reports dabei spielen und was manche Mittelständler den Großkonzernen in Sachen Talentmanagement voraus haben, verrät Schnetzer bei FINANCE-TV.
Es gibt Unternehmen, die haben eine vollintegrierte, einheitliche IT- und Steuerungsplattform als entscheidende Waffe im Kampf gegen ihre Wettbewerber für sich entdeckt. Sie investieren zig Millionen Euro, um ihre Prozesskette komplett zu digitalisieren und auf eine weltweit einheitliche Basis zu stellen: „Das senkt Prozesskosten, verbessert für das Top-Management die Steuerungsfähigkeit und eröffnet großes Wachstumspotential für die Topline“, beschreibt Reinhold Pfeiffer, der die Finance Transformation Group bei Capgemini Consulting leitet, die Vorzüge dieser Mammutprojekte im Interview bei FINANCE-TV. Wie lange sie dauern, was sie kosten und welche deutschen Unternehmen dabei besonders glänzen – die Antworten hier bei FINANCE-TV.
Hemdsärmelig, unternehmerisch, keine festen Strukturen: Junge Wachstumsunternehmen gelten gemeinhin nicht als das klassische Betätigungsfeld für CFOs. Doch das ist ein Fehler, meint der erfahrene Venture-Capital-Investor Bernhard Schirmers bei FINANCE-TV: „Jedes Start-up braucht einen CFO. Wenn wir einsteigen, installieren wir immer einen – am liebsten erfahrene Industrie-CFOs von außen.“ Auf was sich CFOs, die vom Konzernleben genug haben, bei Start-ups einstellen müssen, was genau ihre Aufgaben sind und an welchem Punkt die meisten Unternehmensgründer spätestens bereuen, keinen guten CFO berufen zu haben, verrät Schirmers im Interview bei FINANCE-TV.
25 Übernahmen in nicht einmal 18 Monaten – das ist der Zwischenstand von Bilfingers M&A-Agenda, durch die sich der frühere Baukonzern zum Dienstleistungskonzern transformiert. Bilfinger-CFO Joachim Müller hat für die bisherigen Übernahmen, darunter Tebodin, Johnson Screens und Envicon – aber auch eine Reihe kleinerer Unternehmen bislang rund 700 Millionen Euro Enterprise Value bezahlt und rund 1 Milliarde Euro an Leistung eingekauft. 850 Millionen Euro hat Bilfinger-CFO Müller derzeit noch für Zukäufe in der Kasse. 1,7 Milliarden Euro muss der Konzern bis 2016 noch zukaufen, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. „Wir gehen davon aus, dass wir genug Mittel haben“, sagt Müller im Interview mit FINANCE-TV und verweist auf die steigende Profitabilität auch durch die Zukäufe. Eine nochmalige Anleiheplatzierung – etwa einer Wandelanleihe – in 2013 oder 2014 hält er deshalb für unwahrscheinlich.
