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10.05.12 11:50

10.05.2012 - Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven: "Die Ölkonzerne haben die Bohrrisiken nicht im Griff"

Nur zwei Jahre nach der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kämpft der Ölkonzern Total in der Nordsee seit Monaten mit einem großen Gasleck. „BP war es schon nicht, und jetzt ist Total nicht in der Lage, das Leck schnell zu schließen“, kritisiert Christoph von Lieven von Greenpeace die Ölkonzerne bei FINANCE-TV. Deshalb hält er es für unverantwortlich, dass Shell und Gazprom jetzt damit beginnen, in der Arktis nach Öl zu bohren. Welche Gefahren er sieht und wieso die Öl- und Gasförderung in Grenzbereichen für ihn keine Zukunft hat – hier im Gespräch bei FINANCE-TV.

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Elgin, Deepwater Horizon, Arctic Oil: Ölbohrungen an den Grenzen des Machbaren

Immer tiefer, immer größer, immer nördlicher: Die Phantasie der Ölkonzerne bei der Ausbeutung von Ressourcen scheint grenzenlos zu sein. Doch die Technik zeigt die Grenzen auf: Keine zwei Jahre nach dem „Blow-out“ auf der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ kämpft jetzt der französische Total-Konzern mit einer außer Kontrolle geratenen Gasbohrung in der Nordsee. Auf Grund des wachsenden Energiehungers der Welt gäbe es keine Alternative dazu, mit der Öl- und Gasförderung in immer extremere Bereiche vorzudringen, meinen viele Politiker und die Vertreter der Energiebranche. Nächstes Explorationsziel ist die Arktis, wo Shell und Gazprom kürzlich mit ersten Probebohrungen begonnen haben.

Christoph von Lieven, Sprecher von Greenpeace, hält die Risiken in diesen Grenzbereichen für nicht kontrollierbar: Tiefseebohrungen sind eine Hochrisiko-Technologie. Sie finden in einem Gebiet statt, wo es bei einem Unfall keine Handlungsmöglichkeiten mehr gibt“, warnt er. Gleiches gelte für Bohrungen im Eis: „Es gibt keine sicheren arktischen Ölbohrungen.“ In der Arktis seien die Wetterbedingungen extrem, hinzu komme die Gefährdung durch Eisberge. Mehr noch: „Dort hätte man im Falle eines Unglücks noch weniger Möglichkeiten zu handeln. Denn im Gegensatz zum Golf von Mexiko bekommen Sie nicht so leicht Flugzeuge und Schiffe in die Arktis, um eine Ölpest zu bekämpfen. Dort darf man nicht bohren.“

Den Versicherungen seien die Risiken extremer Öl- und Gasbohrungen sehr wohl bewusst, glaubt von Lieven: „Man muss sich vor Augen führen: Es gibt keine Versicherung gegen Ölunfälle. Das ist ein hohes Risiko für jeden Investor, der in die Branche investiert.“

Wie die Ölkonzerne die Risiken und Unglücksfolgen begrenzen könnten und welche Alternativen es zu Ressourcen aus Grenzbereichen gibt – von Lievens Antworten hier bei FINANCE-TV.

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