12.06.2012 - Marktstratege Hellmeyer: „Ich bin für die Eurozone noch optimistisch“
Zwischen Chaos-Wahlen in Griechenland und Bankenrettung in Spanien mehren sich die Stimmen derer, die die Eurozone vor dem Aus sehen. Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, hat eine andere Meinung: „Ich bin noch optimistisch“, sagt er. Den Hauptgrund dafür erklärt er im Talk bei FINANCE-TV: „Die Länder in Südeuropa ändern gerade ihr Geschäftsmodell.“ Welche Auswirkungen die Rettungsaktion für Spanien auf die Märkte haben wird, welche Parallelen er zur Weltwirtschaftskrise von 2008 sieht und warum er mit der Darstellung der Situation in der deutschen Medienlandschaft unzufrieden ist, erklärt Folker Hellmeyer im Talk bei FINANCE-TV.
Nach der Bankenkrise in Spanien: Ist die Eurokrise nur halb so schlimm?
Griechenland versinkt im Chaos, Spanien braucht 100 Milliarden Euro Finanzhilfe: Dennoch wird die Eurozone nicht auseinanderbrechen, meint Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Er ist sich sicher, dass die Eurozone auch in zehn Jahren noch bestehen wird. „Die Strukturpolitik hat in den vergangenen 30 Monaten die fiskalpolitischen Defizite in den Fokus genommen, konjunkturelle Themen wurden darüber vernachlässigt“, sagt Hellmeyer im Talk bei FINANCE-TV. Allerdings denkt er, dass die Rettungsaktion für Spanien die Lage wieder beruhigen wird und dass die veranschlagten 100 Milliarden Euro mehr als ausreichend sein werden. „Spanien hat kein Problem mit seinem Geschäftsmodell“, betont der Chefanalyst.
Generell findet Hellmeyer, dass den Anstrengungen der südeuropäischen Länder zu wenig Beachtung gezollt wird: Er beobachtet in Südeuropa eine Gesundung der Außenhandelsbilanzen, die Länder hätten große Reformanstrengungen unternommen. „Das Bild in der Öffentlichkeit ist zu negativ. Insbesondere in Deutschland dominiert eine negative Meinung“, findet Hellmeyer. Die europäische Reformpolitik habe in vielen Bereichen durchaus Vorbildcharakter. Auch das Thema Verschuldung werde oft nicht differenziert genug betrachtet, kritisiert Hellmeyer: Während die USA und Japan konsumtive Schulden anhäufen, sieht er in Europa eine investive Verschuldung, die zur Etablierung neuer Geschäftsmodelle führe. Was das für das wirtschaftliche Potential der Regionen bedeutet, welche Parallelen er zur Weltwirtschaftskrise von 2008 sieht und warum die Deutschen seiner Meinung nach dankbar für die Eurozone sein sollten, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.
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Noch gehören die deutschen Kommunen zu den Gewinnern der Eurokrise. Weil die Investoren Deutschland als sicheren Hafen schätzen, können die Kommunen zu Niedrigzinsen Kredite aufnehmen. Doch das Blatt wird sich wenden, befürchtet Matthias Elbers, leitender Redakteur der Zeitung „Der Neue Kämmerer“: „Die Finanzierungskosten der Kommunen werden deutlich steigen, vor allem, wenn die Eurobonds kommen sollten.“ Mit Sorge blickt er auf die Abschreibungen, die im Zuge der Eurokrise auf die KfW zukommen könnten, einen der größten Kreditgeber der deutschen Kommunen. Bei FINANCE-TV erklärt Elbers, um wie viele Milliarden die Zinslasten der Kommunen steigen könnten und welche fatalen Folgen eine solche Entwicklung für die Schuldenbremse und die Zukunft der kommunalen Selbstverwaltung hätte.
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