M&A und Private Equity
21.06.12 11:55

21.06.2012 - Hannover Finanz-Chef Schober: „Wir spüren keine Konkurrenz durch die Mini-Bonds“

Finanzinvestoren würden gerne stärker Minderheitsbeteiligungen an florierenden Mittelständlern erwerben. Doch die Vorbehalte sind groß: Zu hohe Renditeanforderungen, zu undurchsichtige Exit-Regelungen, monieren viele Unternehmer. Und jetzt haben sie mit Mittelstandsanleihen auch noch eine viel günstigere Finanzierungsalternative. Dennoch glaubt Andreas Schober, Vorstand des Finanzinvestors Hannover Finanz, dass es aufwärts geht: „Wir spüren keine Konkurrenz durch die Mini-Bonds, und die jüngere Unternehmergeneration ist offener gegenüber Private Equity.“ Das Interview mit Finanzinvestor Schober – hier bei FINANCE-TV.

Hohe Renditen, unsichere Exits: Die Angst der Mittelständler vor den Finanzinvestoren

Der Mittelstand und die Finanzinvestoren finden nur langsam zueinander. Zwar wechseln immer mehr Unternehmen in Deutschland in die Hand von Private-Equity-Investoren – mittlerweile sind es schon über 5.000, in ihnen arbeiten rund 1 Million Menschen. Doch einen Großteil des Geschäfts machen Buy-outs aus, bei denen reife Unternehmen von Finanzinvestoren erworben werden.

Das klassische Private Equity, wie es in Deutschland vor 30 Jahren begann, hat aber eine andere Facette: Minderheitsbeteiligungen, mit denen Unternehmer ihre Nachfolge regeln oder das Wachstum ihrer Firma ankurbeln. Hier stehen seit jeher zwei große Hürden zwischen Unternehmern und Investoren: die hohen Renditeanforderungen der Finanzinvestoren, die vielen Unternehmern übertrieben und suspekt erscheinen, und die Unklarheit, die mit Blick auf den späteren Weiterverkauf der Beteiligung des PE-Investors entsteht. Vor allem letzteres hält nach wie vor die meisten Mittelständler von einer Partnerschaft mit Private Equity ab – sie haben schlicht Angst davor, dass ihr Unternehmen nach dem Ausstieg ihres Partners auf Zeit in falsche Hände gerät, es zum Beispiel an einen Wettbewerber verkauft wird, der die alte Unternehmenszentrale schließt. Andreas Schober, Vorstand des PE-Hauses Hannover Finanz, hält diese Skepsis für übertrieben: „In den seltensten Fällen sind die Unternehmer gezwungen, ebenfalls zu verkaufen“, sagt er im Interview bei FINANCE-TV. Die Alternative ist, dass der Unternehmer mit einem hohen Aufschlag die Anteile zurückkauft oder man gemeinsam einen Börsengang anstrebt.

„In den nächsten Jahren wird der Mittelstand stärker mit Finanzinvestoren zusammenarbeiten müssen“, glaubt Schober. Die Chancen dafür schätzt er gut ein: „Die jüngere Unternehmergeneration ist gegenüber Private Equity offener.“ Schober spricht aus Erfahrung: In den vergangenen zwei Jahren hat die Hannover Finanz vier Transaktionen abgeschlossen, in deren Zuge Unternehmer die Nachfolgefrage lösten. Zu den erfolgreichsten Beteiligungen des Unternehmens gehören die Minderheiteninvestments bei den Filialisten Rossmann und Fielmann.

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Mini-Bonds mit einem Ausgabebetrag unter 50 Millionen Euro haben nach Ansicht von Youmex-Vorstand Andreas Wegerich schlechte Karten am Anleihenmarkt. "Solche Emissionen können sich schon wegen der Fixkosten nicht rechnen", sagt Wegerich. Ob die aktuelle Verunsicherung der Retail-Investoren anhält und ob sich der Mini-Bondmarkt bald wieder erholen wird, erklärt der Finanzierungsexperte bei FINANCE-TV.

 

Morgen auf FINANCE-TV: Tut nichts zur Sache.

Ekosem, Stauder, MS Deutschland: Seit Wochen rollt eine gewaltige Emissionswelle über den Markt für Mittelstandsanleihen, am Jahresende werden noch mehr Mini-Bonds platziert worden sein als im bisherigen Rekordjahr 2011. Viele Beobachter argwöhnen jedoch, dass die Kreditqualität immer schlechter wird, sowohl bei den bestehenden als auch bei den neuen Emittenten – eine These, die Michael Munsch, Chef von Creditreform Rating, klar zurückweist: „Wir sehen keine geravierende Verschlechterung der Kreditqualität“, sagt er bei FINANCE-TV. Trotz erster Ausfälle hält der Chef des Ratingsmarktführers bei Mini-Bonds Vergleiche mit dem Neuen Markt für unangebracht: „Wir rechnen mit keiner unnormalen Entwicklung bei den Ausfallraten. Wenn in zwei, drei Jahren die ersten Refinanzierungen gelingen, gebe ich diesem Marktsegment eine große Chance.“

 

Wieso er die Kritik an den Creditreform-Ratings als überzogen zurückweist, wie die Ratingagentur zu ihren Einschätzungen kommt und was er von der Qualität der Ratings des Erzrivalen Scope hält – das ganze Interview nur hier bei FINANCE-TV.

In den vergangenen Wochen ist eine ganze Schwemme an Mini-Bonds in den Handel gegangen: Golfino, Mi-Tec und Royal Beach sind nur drei der Emittenten, deren Anleihen jüngst angeboten wurden. Für Roger Peeters, Vorstand bei Close Brothers Seydler Research ergibt sich ein „heterogenes Bild“. „Je mehr angeboten wird, desto bunter wird die Palette.“ Dies sei solange nicht schlimm, wie die Anleger für das erhöhte Risiko durch einen höheren Kupon entschädigt würden.

Insgesamt sieht er den Markt schon auf einem „vernünftigen Niveau.“ Viele Anleihen notierten nicht unter pari. Die Insolvenz von SIAG Schaaf sieht er als einen „Geburtsfehler“ des neuen Marktsegments, aber nicht als eine Gefährdung. Gleichwohl erwartet der Investmentbanker 2012 noch einen weiteren Ausfall. Welche Unternehmen er für kapitalmarktfähig hält und welche nicht, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

 

Der Passauer Hemdenhersteller Eterna hat gestern innerhalb von nur zwei Stunden 35 Millionen Euro platzieren können. Der mit 8 Prozent verzinste erste Mini-Bond eines Private-Equity-geführten Unternehmens ging zu 57 Prozent an institutionelle Investoren und zu 43 Prozent an Privatanleger. Allerdings muss Eterna deutlich mehr bezahlen als der Bielefelder Hemdenhersteller Seidensticker , dessen im Frühjahr begebene 6-jährige Anleihe (7,25 Prozent-Kupon) bei 106 notiert. Das entspricht einer aktuellen Rendite von 5,8 Prozent. Auch das Rating ist mit BB- (Creditreform) schwächer.

 

„Eterna hat eine hohe Refinanzierungsfähigkeit nachgewiesen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Peter Rentsch im FINANCE-TV-Interview. Und verspricht: „Das Geld bleibt im Unternehmen.“ Durch die Anleiheemission hat der Konzern seine finanzielle Flexibilität deutlich erhöhen können. Wie lange die beiden seit 2006 engagierten Finanzinvestoren Quadriga Capital und Alpha noch im Konzern bleiben wollen und wie Eterna seinen Wertschöpfungsanteil weiter erhöhen will, erfahren Sie im Interview bei FINANCE-TV.

 

Der Immobilienentwickler Eyemaxx Real Estate begibt die erste Mittelstandsanleihe mit Inflationsschutz. Liegt die Inflationsrate während der Laufzeit von sechs Jahren im Schnitt über 10 Prozent, bekommen die Anleiheinvestoren bis zu 110 Prozent des Nennwerts zurückgezahlt. „Ehrlich gesagt rechne ich damit, dass der Inflationsschutz greifen wird“, sagt Eyemaxx-CEO Dr. Michael Müller bei FINANCE-TV. Was das für die Finanzplanung des Unternehmens bedeutet und wie es um die Besicherung der Anleihe und das Geschäftsmodell bestellt ist – Müllers Antworten hier bei FINANCE-TV.

 

Die Bilanzen des deutschen Mittelstands sind offenbar gegen die Eurokrise gewappnet. Banken wie die Commerzbank drängen den Finanzchefs zusätzliche Kredite geradezu auf. „Wir würden gerne mehr Kredit vergeben, erwarten bis zum Jahresende aber keine steigende Nachfrage unserer Firmenkunden“, klagt Jochen Ihler, Bereichsvorstand bei der Mittelstandsbank der Commerzbank, gegenüber FINANCE-TV. „Es gibt definitiv keine Finanzierungslücke im Mittelstand.“ Und die CFOs warten ab: Sie sitzen auf dem Cash und schauen vor allem auf die Risiken einer Kreditfinanzierung, wie eine großangelegte Umfrage von 4.000 deutschen Unternehmen ergeben hat. Wie hoch Ihler die Gefahr einschätzt, die von der Eurokrise für deutsche Unternehmen ausgeht – hier bei FINANCE-TV.

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27.05.

Gast: Sven Jürgensen (Co-Head FX & Metals Sales / Commodity Sales, HSBC )

Thema: Devisen: Wie der Renminbi immer weiter liberalisiert wird

 

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Gast: Bryan Marsal (Co-CEO, Alvarez & Marsal)

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Viele CFOs klagen über den stockenden Nachschub an Top-Talenten für die Finanzabteilung. Oft wird die Schuld beim HR-Team gesucht. Aber für die Teamqualität ist auch der CFO zuständig, meint Michael Schnetzer, Deutschland-Chef der Hackett Group: „CFOs müssen eine klare Bedarfsanalyse liefern, damit Human Resources die richtigen Leute rekrutieren kann.“ Wie man aus den Talenten anschließend wirkliche Top-Performer macht, welche Rolle Direct Reports dabei spielen und was manche Mittelständler den Großkonzernen in Sachen Talentmanagement voraus haben, verrät Schnetzer bei FINANCE-TV.

Es gibt Unternehmen, die haben eine vollintegrierte, einheitliche IT- und Steuerungsplattform als entscheidende Waffe im Kampf gegen ihre Wettbewerber für sich entdeckt. Sie investieren zig Millionen Euro, um ihre Prozesskette komplett zu digitalisieren und auf eine weltweit einheitliche Basis zu stellen: „Das senkt Prozesskosten, verbessert für das Top-Management die Steuerungsfähigkeit und eröffnet großes Wachstumspotential für die Topline“, beschreibt Reinhold Pfeiffer, der die Finance Transformation Group bei Capgemini Consulting leitet, die Vorzüge dieser Mammutprojekte im Interview bei FINANCE-TV. Wie lange sie dauern, was sie kosten und welche deutschen Unternehmen dabei besonders glänzen – die Antworten hier bei FINANCE-TV.

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