Structured Finance
31.05.12 11:55

31.05.2012 - Insolvenzexperte Christian Pleister: „Managementteams haben mehr Möglichkeiten zur Entschuldung“

Das seit März geltende neue Insolvenzrecht ist eine Chance für die Managementteams angeschlagener Unternehmen, sich unter Gläubigerschutz von der drückenden Schuldenlast zu befreien, glaubt Prof. Christian Pleister, Partner der Kanzlei Noerr: „Manager haben mehr Möglichkeiten als früher, proaktiv eine Insolvenz in Eigenverwaltung anzugehen.“ Den Gesellschaftern macht es das neue Recht schwerer, Mehrheitsbeschlüsse zur Unternehmenssanierung zu blockieren. „Debt-Equity-Swaps werden leichter, Gläubiger lassen sich leichter überstimmen und Gesellschafter eher hinausdrängen“, bilanziert Pleister bei FINANCE-TV – die ausführliche Analyse sehen Sie hier.

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ESuG : Das neue deutsche Insolvenzrecht

Seit März hat Deutschland ein neues Insolvenzrecht, das ESuG. Im Kern soll es vor allem die Sanierung von Unternehmen in Eigenregie erleichtern, außerdem sollen Unternehmen größeren Einfluss auf die Auswahl des Sachwalters – einer anderen Form des Insolvenzverwalters – haben als bislang. Insgesamt rückt das deutsche Insolvenzrecht mit dem ESuG näher an das US-Recht („Chapter 11“) heran. So kann ein Unternehmen nun unter Aufsicht eines Sanierungsexperten drei Monate lang geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger einen Sanierungsplan entwickeln – das so genannte „Schutzschirmverfahren“.

Dafür muss ein Unternehmen die Bescheinigung eines externen Prüfers vorlegen, dass es überschuldet ist oder die Zahlungsunfähigkeit droht. Aber die Prüfgesellschaften meiden aus Furcht vor Haftungsrisiken diese Aufträge – eine der Kinderkrankheiten des ESuG. 

Doch insgesamt loben Insolvenzexperten wie Noerr-Partner Prof. Christian Pleister das neue Gesetz: Gesellschaftern macht es das neue Recht schwerer, Mehrheitsbeschlüsse zur Unternehmenssanierung zu blockieren, Gläubiger können leichter ihre Forderungen in Anteile umwandeln (Debt-Equity-Swap), Managementteams haben mehr Einfluss auf die Sanierung. „Für eine erste Bilanz ist es noch zu früh“, warnt Pleister zwar im Interview bei FINANCE-TV. Aber er ist guter Hoffnung, dass das ESuG es im Kern sanierten Unternehmen wie zum Beispiel dem insolventen Holzverarbeiter Pfleiderer leichter macht, die Krise hinter sich zu lassen.

 

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