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24.07.17

Fintech-Experte der ING: „Übernahme kann den Geist eines Fintechs zerstören“

Fintechs können Banken als Kooperationspartner mit neuen Technologien versorgen. Sie können aber in bestimmten Bereichen auch Wettbewerber sein und den Banken mit eigenen Angeboten die Kunden streitig machen. Im Umgang mit den neuen Herausforderungen setzt die Großbank ING weniger auf Beteiligungen an Start-ups, sondern auf Kooperationen. Dies erlaube es besser, die Vorteile eines Fintechs zu bewahren, glaubt Andreas Becker, Leiter Kunden & Produkte bei der ING: „Ein Kauf kann den Geist des Fintechs zerstören“, sagte er gegenüber FINANCE-TV.

 

Wo seiner Meinung nach die Stärken und Schwächen der Fintechs liegen und in welchen Bereichen des Firmenkundengeschäfts sich besonders viele Fintechs tummeln, verrät Becker im Talk bei FINANCE-TV.

Freund oder Feind? Das unklare Verhältnis von Fintechs und Banken

Fintechs werden häufig mit Angeboten für Privatkunden in Verbindung gebracht. Doch längst sind auch Firmenkunden in das Visier der neuen Anbieter gerückt: Allein in Deutschland haben mehr als 100 Fintechs sich auf Angebote für Firmenkunden spezialisiert, hat eine aktuelle Studie von FINANCE-Research in Kooperation mit ING, CMS und Deloitte ergeben.

 

Sehr viele Fintechs kommen mit Angeboten für den Zahlungsverkehr an den Markt. Der Grund: „Dort gibt es viele standardisierte Prozesse“, begründet Andreas Becker, Leiter Kunden & Produkte bei der ING, diesen Trend. Er sieht in der Herangehensweise von Fintechs und Banken einen wesentlichen Unterschied. „Während Fintechs sich auf bestimmte Glieder der Wertschöpfungskette konzentrierten, versuchen die Banken eher eine ganzheitliche Bearbeitung der Wertschöpfungskette.“

 

Gegenüber den schnellen und flexiblen Fintechs sieht Becker die Banken dank ihrer über viele Jahre gewachsenen Netzwerke trotzdem nicht im Nachteil: „Banken haben den Kundenzugang, den Fintechs erst noch aufbauen müssen.“ Seiner Wahrnehmung nach seien daher auch Fintechs zunehmend bereit, mit Banken zu kooperieren.

 

Auch wenn Fintechs mit Flexibilität und schneller Umsetzung für sich werben – Becker zeigt sich überzeugt, dass auch in Zukunft die besonders komplexen Produkte und Lösungen bei den etablierten Banken verankert bleiben werden. Welche dies sind und wie sich der Markt für Firmenkundenangebote in den kommenden Jahren seiner Einschätzung nach entwickeln wird, verrät er im Talk bei FINANCE-TV.

Ähnliche Sendungen

Die ING sieht sich mit ihrer Wachstumsoffensive im deutschen Firmenkundengeschäft auf Kurs: 130 deutsche Unternehmen zählt die niederländische Großbank inzwischen zu ihren Kunden, sagte Firmenkundenvorstand Joachim von Schorlemer im Interview mit FINANCE-TV und kündigte an: „Wir werden weiter kräftig investieren und wachsen.“ Welche Rolle der Kredit dabei spielt, wie sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis der Bank entwickelt hat und wie sich die ING im hartumkämpften deutschen Markt von Wettbewerbern abgrenzen will – von Schorlemers Antworten sehen Sie nur hier bei FINANCE-TV.

Nach den B2C-Fintechs im Banking- und Anlagebereich stehen nun auch die B2B-Fintechs für Banken und Firmenkunden vor dem Durchbruch, zeigt sich der Banker Jörg Diewald von Targo Commercial Finance überzeugt: „Die B2B-Fintechwelle rollt“, sagte Diewald gegenüber FINANCE-TV. Warum er Fintechs wie CRX Markets den großen Durchbruch vorhersagt und warum der Siegeszug der Fintechs das Hausbankenprinzip aushöhlen wird – die aktuelle Sendung von FINANCE-TV.

Jobchancen für wechselwillige Banker: „Industriekonzerne bauen immer stärker eigene Finanzkompetenzen auf. Das zieht immer mehr Banker rüber ins Unternehmenslager“, berichtet der Headhunter Andreas Krischke im Gespräch mit FINANCE-TV. Das Problem: Viele Banker unterschätzen, wie anders es auf der anderen Seite zugeht: „Die Erwartungshaltung ist oft falsch“, warnt Krischke. „Banker wechseln von einem Profit- in ein Cost-Center. Dort sind auch die Entscheidungswege länger. Das muss man wollen.“ Doch dafür wird den Bankern nach einem Wechsel auch einiges geboten – was genau, erfahren Sie hier bei FINANCE-TV.

Einschneidende Prognose: Das Beratungshaus Oliver Wyman sagt eine große Zeitenwende im Banking voraus, die auch das Firmenkundengeschäft betreffen soll. „Die Firmenkunden werden künftig ihr Geschäft mit den Banken über Plattformen abwickeln. Viele Banken werden dadurch ihren direkten Kundenzugang verlieren“, sagt Finja Kütz, die Deutschlandchefin von Oliver Wyman, gegenüber FINANCE-TV. Wo die CFOs persönliche Betreuung durch Banker noch brauchen werden und warum die Personalkosten der Banken für diese Geschäfte viel zu hoch sind, erläutert Finja Kütz im Gespräch mit FINANCE-TV.

Von der App bis zum online abschließbaren Produkt: Mittelständler sind gegenüber digitalen Angeboten ihrer Banken offener als gemeinhin angenommen, beobachtet Marc Jochims, Executive Partner bei der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner. „Viele Firmenkunden würden Unterlagen gern noch stärker online austauschen, dort liegen auch Chancen für neue Bankenservices“, sagt er. Worin sich die Bedürfnisse der Mittelständler von denen der großen Firmenkunden unterscheiden und in welchen Fällen nach wie vor der persönliche Kontakt zum Bankberater gefragt bleibt, sehen Sie hier im heutigen Talk bei FINANCE-TV.

Die Banken schrumpfen ihre Bilanzen, bauen Klumpenrisiken ab und richten sich schon auf Basel 3 ein. „Die Finanzierungen werden kurzfristiger, und bilaterale Linien werden durch Club Deals ersetzt“, beschreibt Finanzierungsexperte Dr. Volkhard Emmrich bei FINANCE-TV die Folgen für die Firmenkunden der Banken. Worauf CFOs sich einstellen müssen und welche Rolle Schattenbanken und institutionelle Investoren künftig in der Unternehmensfinanzierung spielen werden – die ganze Analyse hier im FINANCE-Talk.