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M&A und Private Equity
04.04.17

M&A im Big-Data-Umfeld: Neue Bewertungsfragen, neue Risiken

Der M&A-Deal zwischen Yahoo und Verizon schien schon in trockenen Tüchern, als Datendiebstähle bekannt wurden. Der Kaufpreis wurde daraufhin gesenkt – eine klassische Konsequenz, wenn Käufer die Datensicherheit als zu schwach einstufen: „Es werden Folgeinvestments in IT-Sicherheit fällig, das führt zu einer Minderung des Kaufpreises“, erklärt Tim Oliver Brandi, Partner im Frankfurter Büro der Kanzlei Hogan Lovells, bei FINANCE-TV den Hintergrund dieser Fälle. Um die Datenqualität und die Sicherheitsstrukturen von M&A-Targets zu überprüfen, gibt es bereits spezielle Due-Diligence-Stränge. Wo dafür recherchiert wird, welche internen Prozesse ein Käufer überprüfen sollte und wie weit Gewährleistungsregelungen einen Käufer schützen können, sehen Sie im heutigen Talk bei FINANCE-TV.

Daten als Asset: Lukrativ, aber riskant

Datensätze zählen in vielen Unternehmen mittlerweile zu den wertvollsten Assets. Das gilt für Start-ups mit datenbasierten Geschäftsmodellen ebenso wie für immer mehr Unternehmen aus klassischen Industriebranchen. Im Rahmen eines M&A-Deals muss der Wert dieser Datensätze ermittelt werden – und dieser hängt ganz entscheidend davon ab, dass die bestehenden Daten rechtlich unproblematisch sind. Auch wenn ein Käufer unmöglich den gesamten Datenbestand überprüfen kann, gibt es Orientierungspunkte: „Man sollte die Data-Supply-Chain näher betrachten“, rät Tim Oliver Brandi, Partner im Frankfurter Büro der Kanzlei Hogan Lovells. Hierzu gehören neben technischen Prozessen zum Datenmanagement auch rechtliche Rahmenbedingungen wie AGB oder Nutzereinwilligungen.

Gerade bei M&A-Transaktionen mit jungen Unternehmen sind Datenbestände und Algorithmen häufig die größten Wertbestände – ein Umstand, der das Risiko, einen zu hohen Kaufpreis zu bieten,  deutlich erhöht. Klassische Bewertungsmethoden wie Multiples-Verfahren oder Discounted-Cashflow-Methode stoßen bei derartigen Deals an Grenzen. „In solchen Fällen kann sich ein Kaufinteressent der Bewertung über die Kostenseite annähern“, sagt Brandi. „Er kann überlegen, welche Investitionen nötig wären, um das Geschäft selbst aufzubauen.“

Welche Punkte bei Transaktionen im Big-Data-Umfeld in der Due Diligence geprüft werden sollten, wie sich ein Käufer gegen böse Überraschungen absichern kann und ob mangelnde Datenqualität zum Dealbreaker werden kann, sehen Sie im Talk bei FINANCE-TV.

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Die Controlling-Szene steht vor dem vielleicht größten Einschnitt seit dem Aufkommen von ERP-Systemen: es wird immer wichtiger, aus „Big Data“ auch „Smart Data“ zu machen. „Das größte Hemmnis in vielen Unternehmen ist die Datenqualität – und die Mitarbeiterqualifikation“, hat Georg Bach, Deutschlandchef der Hackett Group, beobachtet. Wie Controller diese Mammutaufgabe bewältigen können und wie manche Pionierunternehmen sich dank Smart Data schon heute von der Konkurrenz absetzen, zeigt der heutige FINANCE-TV-Talk mit Georg Bach.

Wer Big-Data-Analysen richtig nutzen möchte, muss auch IT-seitig in der Lage sein, große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen zu erheben und zu verarbeiten. Doch daran hapert es in vielen Unternehmen noch: „Da schlummert noch viel Potential, gerade in großen Unternehmen“, findet Christian Kroll, Leiter des Bereichs Finance Transformation bei Capgemini Consulting im deutschsprachigen Raum. Wie sich Unternehmen aufstellen müssen, um für Big Data gewappnet zu sein, berichtet er im Talk bei FINANCE-TV.

“Executives today understand the risk their businesses are exposed to somewhat better than they did 20 years ago,” says Allan Russell of SAS Institute, “but they still need to understand it a lot better.” All too often, CFOs and CEOs are unaware of risks that are hidden in unfamiliar parts of an organisation or that are simply inherent in certain processes. At the same time, managers fail to make use of the huge amount of data their companies gather every day. Executives need to learn how to use business intelligence solutions to better understand the risks in their business, and to exploit the full potential of large data sets, commonly referred to as big data. Allan Russell has been working on these issues for more than 30 years and gives some first-hand insights into the latest developments on risk management and the proper use of big data.

Der Technologiekonzern Jenoptik nimmt mehr als 20 Millionen Euro in die Hand, um eine einheitliche IT- und ERP-Infrastruktur zu schaffen. „Die Schnelligkeit und die Transparenz reichen für unsere aktuelle Unternehmenssituation nicht aus“, sagt Jenoptik-CFO Rüdiger A. Günther. Bei FINANCE-TV erklärt er die Hintergründe des Großprojekts. „Als zunehmend global agierendes Unternehmen können wir es uns nicht mehr leisten, uns mit Excel-Tabellen und Definitionsfragen zu beschäftigen“, stellt Günther klar. Wie weit das Projekt schon vorangeschritten ist, was die größten Probleme sind und ob er persönlich auch gut ohne das ERP-Projekt leben könnte, erzählt Günther hier bei FINANCE-TV.

Hunderte Seiten Vertragswerk nach bestimmten Klauseln durchforsten – derlei juristische Fleißarbeit im Rahmen der Due Diligence übernehmen immer stärker intelligente Algorithmen. „Noch ist die Technologie in einem frühen Stadium“, sagt Nils Krause, Partner der Kanzlei DLA Piper. Er ist aber überzeugt, dass künstliche Intelligenz mittelfristig den Anwaltsberuf stark verändern wird.

Krauses Kanzlei sammelt selbst bereits seit einiger Zeit Erfahrung mit spezialisierter Software. Welche Hürden es bei der Einführung dieser Technik in M&A-Projekten zu überwinden gilt und wie sich der Einsatz künstlicher Intelligenz auf den Wettbewerb am Kanzleimarkt auswirkt, berichtet Krause im Talk bei FINANCE-TV.

40 Prozent der Unternehmen in Deutschland überziehen ihre Reisekostenbudgets, meldet die Marktforschungsfirma Techconsult. „Dabei sind Reisekosten nach Löhnen und Gehältern der zweitgrößte kontrollierbare Kostenblock“, sagt Matthias Linden vom Reisekostenspezialisten Concur bei FINANCE-TV. „Und viele CFOs haben noch nicht gemerkt, dass man hier Kosten sparen kann.“ Wie das geht und ob sich Tools zum Reisekostencontrolling auch in ein größeres IT-System integrieren lassen – Matthias Lindens Tipps zur Verbesserung des Reisekostencontrollings hier bei FINANCE-TV.