IR-Manager zählen mit ihrem Gehaltspaket zu den Gutverdienern in der Finanzabteilung.

Korn Ferry und IR-Club

29.01.15
Finanzabteilung

IR-Gehälter: Was Investor-Relations-Manager verdienen

Auch die Gehälter von IR-Managern steigen. Eine Vergütungsstudie zeigt, dass Investor-Relations-Mitarbeiter zu den Gutverdienern in der Finanzabteilung gehören. Doch neben dem Gehalt sprechen noch weitere Aspekte für einen Job in der Investorenkommunikation.

Gehaltsanstieg auf breiter Front in deutschen Finanzabteilungen: Auch IR-Manager profitieren von steigenden Salären. Wie eine gemeinsame Befragung zur Vergütung von IR-Mitarbeitern der Personalberatung Korn-Ferry und des IR-Clubs belegen, sind die Investor Relations eine vergleichsweise weibliche Disziplin. „Die Ebenen Referent, Manager und Director sind heute fast paritätisch mit Männern und Frauen besetzt“, sagt Andreas Jäger, Head of Financial Officers Practice Germany bei der Personalberatung KornFerry. „Ganz anders als in manch anderen beruflichen Funktionen.“ Den Schritt zum Chef machen im Bereich Investor Relations dann aber nicht einmal ein Drittel der Frauen. Auf der Leitungsebene allerdings (Head of Investor Relations) haben die Männer die Nase vorn.

Zumindest die bei der Befragung gezogene Stichprobe von rund 150 IR-Managern deutscher Unternehmen weist den Berufsstand als vergleichsweise jung aus: Fast 50 Prozent der Arbeitnehmer sind zwischen 35 und 45 Jahren alt. Weitere 25 Prozent der Befragten sind noch jünger.

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IR-Manager: Keine stromlinienförmigen Karrieren

Auch die Zugänglichkeit dürfte den Bereich IR für viele interessant machen.

Anders als in vielen anderen Stellenprofile in der Finanzabteilung gefordert, weisen die IR-Mitarbeiter deutlich weniger stromlinienförmige Karriereverläufe auf als etwa Kollegen im Controlling oder im Treasury. Die meisten der befragten IR-Manager haben erste Schritte in der Unternehmenskommunikation hinter sich (14,5 Prozent der Befragten). 14 Prozent der Befragten hatten ihre erste Position in der IR-Abteilung (Direkteinstieg), gefolgt von Marketing und Vertrieb (etwa 10 Prozent). Aber auch Investmentbanking-nahe Profile finden sich (8,9 Prozent), darüber hinaus rekrutieren sich IR-Manager aus Corporate-Finance-Funktionen (9,5 Prozent) oder aus dem Pool der Aktienanalysten (4,5 Prozent). „IR ist ein guter Job für Seiteneinsteiger“, sagt Berater Andreas Jäger.

IR-Manager: Grundgehalt von 100.000 Euro üblich

Die Diversität der beruflichen Werdegänge bildet sich im Ausbildungsstand ab: Die berufsspezifischen Abschlüsse wie CEFA oder der CIRO sind der Befragung zufolge noch kein Branchenstandard: Nur ein Drittel der Befragten hat einen dieser Ausbildungsgänge durchlaufen.

Wer im Bereich Investor Relations Führungsrollen besetzt – sei es als Director oder als Head of IR – verfügt in der Regel über eine Berufserfahrung von zehn oder mehr Jahren. 60 Prozent der Führungskräfte verwalten ein eigenes Budget.

Rund 50 Prozent der IR-Manager kommen auf ein Grundgehalt von 100.000 Euro pro Jahr oder mehr. Die Obergrenze des Grundgehalts liegt bei 160.000 Euro. Mehr verdienten der Befragung zufolge nur 7 Prozent.

Doch variieren die Gehälter stark nach Unternehmensgröße. Ein durchschnittlicher Referent im IR-Bereich kommt damit je nach Unternehmensgröße auf ein Gesamtgehaltspaket von rund 65.000 Euro, IR-Manager von rund 85.000 Euro. Ein Director erhält hingegen 136.500 Euro und ein Head of IR rund 150.000 Euro.

 

Die Bonusregelungen der Investor-Relations-Professionals sind offenbar variabel. Die Größenordnung der Boni schwankt demnach zwischen 10 und 110 Prozent des Grundgehalts. Im Durchschnitt beträgt sie rund 30 Prozent des Gehalts auf Ebene des Directors und rund 26 Prozent auf Ebene des Head of Investor Relations.

IR-Manager: Gutverdiener in Finanzabteilungen

Zusätzlich bieten viele Firmen Dienstwagenregelungen (55 Prozent) sowie einen Pensionsplan für die Altersvorsorge (ebenfalls 55 Prozent) an. 37 Prozent der Konzerne beteiligen sich an Weiterbildungskosten wie dem CIRO. Aktienbasierte Vergütungen sind hingegen nur für 23,5 Prozent der Beschäftigten vorgesehen. Jäger sagt: „Unternehmen verschenken damit eindeutig Potenzial zur Motivation ihrer Spezialisten im Investor-Relations-Bereich. Gerade eine Berufsgruppe, die sich ausschließlich mit dem Kapitalmarktgeschehen beschäftigt, könnte hiermit deutlich stärker incentiviert werden.“

Knapp 50 Prozent der Investor-Relations-Verantwortlichen berichten an den CFO oder den Leiter Finanzen oder Treasury, 40 Prozent berichten an den CEO. Entsprechend zielen viele IR-Manager in ihrer Karriereplanung auf eine CFO-Position in einer Tochtergesellschaft. Aber auch die IR-Tätigkeit in einem größeren Unternehmen ist für viele attraktiv.


marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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