Vor zehn Jahren hat der Linde-Konzern zwei Hybridanleihen platziert. Jetzt zahlt das Unternehmen die Bonds zurück.

Linde Group

31.05.16
Finanzierungen

Linde zahlt Hybridanleihen zurück

Linde tilgt sein Hybridkapital. Der Technologiekonzern hat keine Verwendung mehr für die Rating-Stütze durch die nachrangigen Bonds.

Linde trennt sich von seinem Hybridkapital und zahlt nach zehn Jahren zwei Bonds mit einem Volumen von zusammen mehr als 900 Millionen Euro zurück. CFO Georg Denoke macht dabei vom ersten Kündigungsrecht seit der Emission im Juli 2006 Gebrauch und tilgt die nachrangigen Bonds zu 100 Prozent des Nennwerts. Die Papiere, die von Ratingagenturen teilweise dem Eigenkapital zugerechnet werden, hätten eine Laufzeit bis 2066 gehabt.

Linde hatte die Anleihen zur Übernahme des britischen Gaseanbieters BOC platziert. Die erste Anleihe über 700 Millionen Euro wurde mit 7,375 Prozent verzinst. Der zweite auf Britische Pfund lautende Bond hatte ein Volumen von 250 Millionen Pfund und wurde mit 8,125 Prozent verzinst. Aus heutiger Sicht sind das enorm hohe Kupons, selbst für nachrangiges Hybridkapital. Der ähnlich bonitätsstarke Dax-Konzern Bayer beispielsweise hat vor zwei Jahren eine Hybridanleihe zu 3,75 Prozent begeben.

Mit der Rückzahlung der Bonds erfüllt Linde die Erwartungen der Investoren. Unternehmen zahlen Hybridanleihen üblicherweise zum ersten möglichen Termin zurück – auch im eigenen Interesse. Nach dem ersten Kündigungstermin erfolgt meist ein sogenannter Step-Up der Verzinsung. Im Falle der Linde-Bonds zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Der Euro-Bond wäre ab Juli 2016 variabel mit 4,125 Prozent über dem 3-Monats-Euribor verzinst gewesen und damit deutlich günstiger geworden.

Linde hat keinen Bedarf an Hybridkapital mehr

Der Technologiekonzern verzichtet dennoch auf das Hybridkapital. Linde hat nach eigenen Angaben keinen Bedarf mehr, durch die Bonds das eigene Kreditprofil zu stärken. Vor zehn Jahren hatte der Konzern die Anleihen, die von den Ratingagenturen teilweise als Eigenkapital anerkannt werden, zusammen mit einer Kapitalerhöhung genutzt, um sein Rating im Investmentgrade-Bereich zu halten.

Durch ein „stabiles Geschäftsmodell und konservative Finanzierungspolitik“ – so Linde – habe sich das Rating seitdem jedoch kontinuierlich verbessert. Linde hält derzeit die Note A + von S&P und A2 von Moody’s. Linde rechnet nicht damit, dass die Kündigung der Hybridanleihen Auswirkungen auf die Bewertung haben wird.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de