Deutsche Unternehmen setzen auf syndizierte Kredite. Davon profitiert die Unicredit in den League Tables.

Unicredit

12.09.17
Finanzierungen

Banken in Deutschland reichen mehr syndizierte Kredite aus

Der Markt für syndizierte Kredite in Deutschland boomt, das Wachstum erreicht fast 30 Prozent. Am stärksten davon profitiert die Unicredit.

Die Nachfrage nach syndizierten Krediten liegt in Deutschland nach wie vor auf hohem Niveau: Mit einem Gesamtvolumen von 79,7 Milliarden US-Dollar liegen die ausgegebenen Finanzierungen nach acht Monaten um 27 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums (62,9 Milliarden Dollar). Im August sorgten unter anderem Hochtief mit der Refinanzierung eines Kredits  über umgerechnet 2 Milliarden Dollar und Techem mit einer syndizierten Kreditlinie über 1,9 Milliarden Dollar für neue Großtransaktionen. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans jeden Monat exklusiv für FINANCE aufbereitet.

In der Schweiz und in Österreich ist die Lage hingegen völlig anders: Dort liegen die Volumina bei syndizierten Krediten deutlich unter Vorjahr. Die Vormachtstellung am Markt für syndizierte Kredite hat nach wie vor die Unicredit inne: Wie auch im Vorjahr liegt sie Dealogic zufolge auf dem ersten Platz der League Tables.

Deutsche Bank schiebt sich in SynLoan League Tables auf Platz zwei

Die Unicredit führt sowohl bei den Volumina als auch gemessen an der Anzahl der Transaktionen: Sie begleitete 2017 bislang 66 syndizierte Kredite und bringt es nach acht Monaten auf einen Transaktionswert von insgesamt 10,6 Milliarden Dollar. Damit ist der Vorsprung auf die zweitplatzierte Deutsche Bank schon beträchtlich (46 Transaktionen im Gesamtvolumen von 8,1 Milliarden Dollar).

Gegenüber dem Vormonat kann sich die Deutsche Bank allerdings an der Commerzbank vorbeischieben. Die Commerzbank belegt mit 58 Deals im Gesamtwert von 7,2 Milliarden Dollar den dritten Rang.

US-Banken dominieren M&A League Tables

Bei M&A mit Zielunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren klassische Industrieunternehmen im August weniger gefragt. Zu den größten Zukäufen zählen ein 50-Prozent-Anteil an einem Windparkprojekt in der Nordsee sowie  vier Immobilientransaktionen.

In den League Tables für Transaktionen unter Beteiligung von Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Bank of America Merrill Lynch ihre Führung weiter ausgebaut. Dealogic zufolge kann sie 18 Transaktionen im Gesamtvolumen von fast 82 Milliarden Dollar auf sich vereinen. Deutlich dahinter folgt die Citi mit begleiteten Transaktionen über nahezu 61 Milliarden Dollar. JP Morgan sichert sich den dritten Rang.

BNP Paribas holt in den DCM League Tables auf

Am Fremdkapitalmarkt verteidigt die Deutsche Bank die Spitzenposition, obwohl sie im August keinen einzigen Deal gemeldet hat: Wie auch im Vormonat steht sie bei 23 Transaktionen im Gesamtvolumen von 8,63 Milliarden Dollar. Damit reicht es nur noch für einen hauchdünnen Vorsprung vor der BNP Paribas. Die Franzosen konnten im August eine Transaktion für sich verbuchen und kommen nun auf ein begleitetes Gesamtvolumen von 8,61 Milliarden Euro. Den dritten Rang sichert sich aktuell J.P. Morgan vor der Société Générale und der Citi.

Insgesamt haben Unternehmen aus dem Investment Grade in den ersten acht Monaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Fremdkapitalemissionen über rund 98 Milliarden Dollar getätigt. Der Löwenanteil entfällt mit 79,8 Milliarden Dollar auf den deutschen Markt – der höchste Wert seit 2009 und ein Plus von 72 Prozent gegenüber Vorjahr. Die mit Abstand größten Transaktionen gehen bislang auf Unternehmen aus der Autobranche zurück, die allein für ein Emissionsvolumen von 40,3 Milliarden Dollar steht.

Immobilienunternehmen zapfen Eigenkapitalmarkt an

Die größten Eigenkapitaltransaktionen im August steuerten die Immobilienunternehmen LEG und TAG bei, die jeweils Wandelanleihen begeben haben. Das Volumen aller Wandelanleihen liegt Dealogic zufolge mit einem Gesamtvolumen von 5,5 Milliarden Dollar im deutschsprachigen Raum so hoch wie zuletzt 2008.

In den League Tables für den Eigenkapitalmarkt verteidigt die  UBS ihre Spitzenposition mit 18 begleiteten Transaktionen im Gesamtvolumen von 5,7 Milliarden Dollar vor der Deutschen Bank, die ebenfalls 18 Deals im Gesamtvolumen von 4,3 Milliarden Dollar begleitet hat. Der Drittplatzierte Morgen Stanley liegt gegenüber dem Vormonat unverändert bei acht Deals, die allerdings ein recht hohes Volumen von insgesamt 3,6 Milliarden Dollar aufweisen. Die vollständigen Datenblätter für die DACH-Region stehen in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download zur Verfügung.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de


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