Tom Tailor will über eine Kapitalerhöhung frisches Geld einsammeln um die Restrukturierung voranzubringen.

Tom Tailor

06.06.17
Finanzierungen

Fosun bekennt sich klar zu Tom Tailor

Der kriselnde Modekonzern Tom Tailor will über eine Kapitalerhöhung 61,2 Millionen Euro erlösen. Hauptaktionär Fosun gibt ein klares finanzielles Commitment zum eingeschlagenen Sanierungskurs.

Mitten in der Restrukturierung will sich Tom-Tailor-CFO Thomas Dressendörfer endgültig Luft verschaffen und und ein zweites Mal frisches Geld am Kapitalmarkt einsammeln. Wie der Modekonzern am heutigen Dienstag mitteilte, will Dressendörfer über eine Kapitalerhöhung netto rund 61,2 Millionen Euro einsammeln. Durch die Kapitalerhöhung wird sich die Aktienanzahl Tom Tailors um 25 Prozent erhöhen.

Die frischen Millionen möchte der Tom-Tailor-CFO überwiegend investieren. 50 Millionen Euro seien für die IT-Modernisierung und Verbesserung der E-Commerce- und Omni-Chanel-Fähigkeiten sowie neue Ladeneinrichtungen und höhere Marketingausgaben budgetiert. Die restlichen 11,2 Millionen Euro dienen allgemeinen Unternehmenszwecken. 

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Tom Tailor sieht Restrukturierung vorankommen

Das Geld kann der Finanzchef gut gebrauchen, da er dem Modekonzern ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt hat. Mehrere Untermarken hat er bereits gestrichen, auch aus defizitären Auslandsmärkten hat sich Tom Tailor bereits zurückgezogen. „Wir kommen bei der Umsetzung unseres Kostensenkungs- und Effizienzprogramms Reset schneller voran als ursprünglich geplant“, erklärte Dressendörfer heute.

Nach Abschluss der Filialschließungen will Dressendörfer nun mit einer modernen IT die Basis für neues Wachstum legen. Auch die tiefen Einschnitte, die mit Wertberichtigungen von 75 Millionen Euro einhergingen, hatte Dressendörfer schon über den Kapitalmarkt abgefedert: Im vergangenen November besorgte er sich 12,8 Millionen Euro frisches Eigenkapital, die damals allerdings vor allem der Stabilisierung der Bilanz dienten.

Fosun schießt bei Tom Tailor rund 18,2 Millionen Euro nach

Volle Unterstützung für die erneute Kapitalmaßnahme kommt von Ankeraktionär Fosun, einem chinesischen Mischkonzern. Dieser hält rund 30 Prozent der Tom-Tailor-Aktien und hat sich über eine sogenannte Festbezugserklärung dazu verpflichtet, bei der Kapitalerhöhung vollständig mitzuziehen. 

Insgesamt werden im Rahmen der Kapitalerhöhung rund 9,9 Millionen neue Aktien ausgegeben. Rund 9,5 Millionen davon werden den bestehenden Aktionären im Bezugsrechtsverhältnis von 3 zu 1 für je 6,50 Euro angeboten. Da Fosun laut Unternehmensangaben rund 8,4 Millionen Tom-Tailor-Aktien besitzt, darf der Finanzinvestor somit rund 2,8 Millionen neue Aktien zeichnen und beteiligt sich damit mit rund 18,2 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung.

Begleitet wird die Kapitalerhöhung von einem Bankenkonsortium, bestehend aus Commerzbank, Berenberg, Gossler & Co, BNP Paribas, DZ Bank und der Fosun-Beteiligung Hauck & Aufhäuser. Zum Handel sollen die neuen Aktien um den 20. Juni zugelassen werden.

Tom Tailor: Was macht der Hedgefonds Farringdon?

Ob die restlichen bestehenden Aktionäre bei der Kapitalerhöhung ebenfalls mitziehen werden, ist offen. Der Hedgefonds Farringdon hatte seinen Anteil bereits im Februar deutlich auf unter 5 Prozent reduziert. Der Finanzinvestor war Ende September 2015 bei Tom Tailor eingestiegen, als der Aktienkurs nach einer Gewinnwarnung auf weniger als 5 Euro abgerutscht war. 

Die Tom-Tailor-Aktie setzte zuletzt jedoch wieder zur Erholung an und stieg zwischen September vergangenen Jahres und April von 3,30 bis auf über 9 Euro an. Am Freitag beendete das Papier die Handelswoche bei 7,80 Euro, heut fällt die Aktie auf 7,40 Euro.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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