Aus dem Umfeld der Hastors werden Vorwürfe gegen den früheren Alno-CEO laut.

Alno

01.09.17
Finanzierungen

Hastors legen gegen Ex-Alno-Manager nach

Die bosnische Unternehmerfamilie Hastor präzisiert ihre Vorwürfe gegen die ehemaligen Vorstände von Alno: Man sehe sich „getäuscht“, zitiert ein Zeitungsartikel aus dem Umfeld der Gesellschafter.

Im Hin und Her zwischen den Hastors und den ehemaligen Vorständen des Küchenbauers Alno hat die bosnische Unternehmerfamilie die nächste Runde eingeläutet. Die Investmentgesellschaft Tahoe, die den Hastors gehört, sieht sich vom früheren Alno-Management „getäuscht“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) aus dem Umfeld des Investors. Tahoe ist mit 43 Prozent der größte Anteilseigner von Alno und hält außerdem Fremdkapital im Nennwert von 70 Millionen Euro.

„Für uns ergibt sich heute ein Bild, dass ehemalige Verantwortliche des Unternehmens persönliche und finanzielle Vorteile aus ihrem Engagement bei Alno gezogen haben“, zitiert die FAZ weiter. Dabei stehe der ehemalige Alno-Chef Max Müller im Mittelpunkt.

Medienbericht: Alno hat Büros von Ex-Chef gemietet

So habe der Küchenbauer unter Müllers Regie Geschäfte mit Firmen des Ex-CEOs in der Schweiz gemacht, die jetzt forensisch aufgearbeitet würden, heißt es von Tahoe. Dabei gehe es unter anderem darum, dass Alno Büros von Müller gemietet habe. Die Firmen in Müllers Besitz hätten durch die Geschäfte jedes Jahr 300.000 bis 700.000 Euro oder mehr umgesetzt, heißt es weiter.

Auch gegen den langjährigen Alno-Lieferanten und -Gläubiger Bauknecht erhebt Tahoe schwere Vorwürfe. Der Hausgerätelieferant habe Zahlungen für Forderungen verlangt, die er bereits verkauft habe, ohne den Küchenbauer davon zu informieren. Bauknecht hatte zuvor seinerseits dem Investor vorgeworfen, die Alno-Gruppe „einseitig auf dem Rücken der Gläubiger“ zu sanieren.

Alno wird in Regelinsolvenz versteigert

Die Hastors wollten Alno zunächst in Eigenverwaltung sanieren, bevor sie den dementsprechenden Antrag zurückzogen. Jetzt strebt der Insolvenzverwalter einen Verkauf der Firma an, entweder ganz oder in Teilen.

Um Ex-CFO Ipek Demirtas hat sich die Gruppe First Epa gegründet, die Forderungen an Alno hält. Der Vorschlag von First Epa ist, einen Debt-to-Equity-Swap bei Alno auf den Weg zu bringen. Dies hält der Insolvenzverwalter für „eher unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen“.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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