Stefan Pierer will sich bei SHW einmischen.

Pierer Industrie

01.09.17
Finanzierungen

Pierer ist bei SHW fast in der Mehrheit

Der österreichische Unternehmer Stefan Pierer hält jetzt 47,5 Prozent der SHW-Aktien. Möglich gemacht haben das zwei Finanzinvestoren.

Stefan Pierer hält 47,5 Prozent der Aktien am börsennotierten schwäbischen Autozulieferer SHW. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervor.

Der österreichische Unternehmer und Chef der Motorradfirma KTM hatte den SHW-Aktionären im Juni ein Übernahmeangebot für 35 Euro je Aktie gemacht. Später änderte Pierer die Offerte dahingehend, dass er auf die Mindestannahmeschwelle von 30 Prozent verzichtete. Hätte er dies nicht getan, wäre der Deal nicht durchgegangen: 28,5 Prozent der Aktien wurden im Rahmen des Angebots letztlich umgetauscht. Das Management des Automobilzulieferers stand dem Angebot des Österreichers stets skeptisch gegenüber und hatte einen höheren Preis gefordert.

Schweizer Investmentfonds Sterling hat verkauft

Den Großteil der Papiere haben zwei Ankerinvestoren abgegeben. Die Investmentgesellschaft Sterling Strategic Value des Schweizer Multimillionärs Tito Tettamanti hat ihren gesamten Anteil von 15,31 Prozent angedient. Sterling hatte den eigenen Anteil kurz zuvor noch aufgestockt und angekündigt, seinen Einfluss geltend machen zu wollen.

Einen nennenswerten Arbitragegewinn dürfte Sterling mit dem Andienen der kurz zuvor gekauften Anteile nicht gemacht haben. Das lässt die Interpretation zu, dass der für seinen aktiven Investmentstil bekannte Tettamanti keine Zukunft darin sieht, sich mit dem ebenfalls als einmischungsfreudig geltenden Pierer abzustimmen.

Pierer-Sprecherin kündigt „konstruktiven Dialog“ mit SHW an

Weitere 3,25 Prozent der Aktien kommen von der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Gilead Capital. Gilead beschreibt sich als aktiven Aktieninvestor mit Schwerpunkt auf kleinen Unternehmen in entwickelten Märkten. Die übrigen rund 10 Prozent der Aktien wurden Pierer von Anlegern angedient, die keine der Meldeschwellen über- oder unterschritten haben und damit anonym bleiben.

Auf einen Mehrheitsanteil zu kommen, sei für Pierer Industries nicht entscheidend, da die Holding mit 47,5 Prozent ein wichtiger Kernaktionär sei, erklärte eine Sprecherin gegenüber FINANCE und kündigte den nächsten Punkt auf der Tagesordnung an: „Wichtig ist nun, wie bereits angekündigt den konstruktiven Dialog mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat fortzuführen, um die Gesellschaft positiv weiterzuentwickeln.“

florian.bamberg[at]finance-magazin.de