KamilloK/Thinkstock/Getty Images

25.05.16
Finanzierungen

Thiele zieht bei Vossloh-Kapitalerhöhung mit

Mit einer Kapitalerhöhung will der Bahntechnikkonzern Vossloh seinen finanziellen Spielraum erhöhen. Hauptaktionär Heinz Hermann Thiele nutzt die Gelegenheit, um mehr Geld in die Firma zu stecken.

Das Verkehrstechnikunternehmen Vossloh beschafft sich neues Geld. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung will das Management um CEO Hans Schabert und CFO Oliver Schuster einen Bruttoemissionserlös von rund 126,8 Millionen Euro realisieren. Insgesamt bietet das Unternehmen mehr als 2,6 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 48 Euro an. Die Aktionäre können für jeweils fünf bestehende Aktien eine neue Aktie erwerben. Die neuen Aktien haben einen anteiligen Betrag am Grundkapital von je 2,84 Euro. Das Grundkapital der Gesellschaft wird insgesamt um rund 7,5 Mlilionen Euro auf 54,3 Millionen Euro erhöht.

Der Aktienkurs von Vossloh, der am Dienstag bei 60,50 Euro geschlossen hatte, fiel am frühen Mittwoch nach Bekanntwerden des Angebots zwischenzeitlich auf 58 Euro. Der wichtigste Aktionär wird allerdings die Kapitalerhöhung zeichnen: Hauptaktionär Heinz Hermann Thiele hat bereits eine Festbezugserklärung abgegeben und erklärt, in Höhe seiner Beteiligung an der Kapitalerhöhung teilzunehmen. Thiele baut seine Vossloh-Anteile seit einigen Monaten kräftig aus und hält inzwischen 40,79 Prozent der Stimmrechtsanteile. Er wird sämtliche ihm zustehende Bezugsrechte ausüben.

Vossloh will durch Kapitalerhöhung flexibler werden

Vossloh erwartet aus der Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös von rund 126,8 Millionen Euro. Die Bezugsfrist wird voraussichtlich vom 31. Mai bis zum 14. Juni laufen. Das Unternehmen möchte damit für „zusätzliche finanzielle Stabilität und Flexibilität“ sorgen, heißt es in einer Mitteilung. Ziel sei es, das „angestrebte profitable Wachstum“ des Unternehmens zu unterstützen.

Vossloh erzielte 2015 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 45,1 Millionen Euro. Zum Ende des Geschäftsjahres hat der Konzern das spanische Lokomotivengeschäft an die Schweizer Gesellschaft Stadler Rail verkauft. Der M&A-Deal umfasste eine Barzahlung von 48 Millionen Euro, zudem übernahm Stadler Rail Schulden von Vossloh von rund 124 Millionen Euro.

Durch die Transaktion hat Vossloh das Eigenkapital erhöht und die Nettofinanzschulden auf 200 Millionen Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2015 verringert. Im ersten Quartal 2016 stiegen die Nettofinanzschulden allerdings wieder auf 267,8 Millionen Euro an (Vorjahresquartal: 298,9 Millionen Euro). Vossloh begründet dies mit einem saisonal höheren Working Capital.

CFO Oliver Schuster setzt auf steigende Profitabilität

Für das Gesamtjahr 2016 rechnet Vossloh mit einem Umsatz zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro. Zudem will CFO Schuster, der seinen Vertrag gerade erst verlängert hat, die Profitabilität stärken. Die fortgeführten Restrukturierungsmaßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Ebit-Marge im Geschäftsjahr 2016 auf 4 bis 4,5 Prozent steigt (Vorjahr: 3,8 Prozent). 2017 soll die Ebit-Marge dann bereits zwischen 5,5 und 6 Prozent liegen.

Auch weitere M&A-Deals sollen helfen, die Profitabilität zu steigern. Vossloh plant außerdem, seine noch verbliebenen Aktivitäten im Geschäftsbereich Transportation zu verkaufen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de