Gäste in einem Vapiano-Restaurant: Die Bonner Restaurantkette will Ende Juni an die Börse.

Vapiano

14.06.17
Finanzierungen

Vapiano will mit IPO weit über 500 Millionen einsammeln

Vapiano strebt noch in diesem Monat an die Börse. Offenbar will das Management die hohe Bewertung der Restaurantkette nicht gefährden.

Vapiano hat die jüngst verkündeten Börsenpläne konkretisiert. Die Erstnotierung strebt die Restaurantkette nun am 27. Juni im Prime Standard der Frankfurter Börse an. Vor zwei Wochen hieß es lediglich, die Bonner wollten noch in diesem Jahr an die Börse. Offenbar bewertet Vapiano das derzeitige Marktumfeld als positiv.

Der Börsengang sieht folgendermaßen aus: 85 Millionen Euro will die Restaurantkette durch eine Kapitalerhöhung einnehmen, was der Ausgabe von bis zu 4 Millionen neuer Aktien entspricht. Zusätzlich will Vapiano rund 3,5 Millionen Aktien der bestehenden Aktionäre VAP Leipzig und Exchange Bio umplatzieren. Hinter VAP Leipzig steht Vapiano-Gründer Gregor Gerlach, hinter Exchange Bio die Wella-Erben Gisa und Hans-Joachim Sander.

Hinzu kommen mögliche Mehrzuteilungen von rund 750.000 Aktien. Tchibo-Gründer Günter Herz, der über seine Vermögensverwaltung Mayfair 44 Prozent der Anteile hält, will im Rahmen des IPOs hingegen keine Papiere abgeben.

Vapiano legt Preisspanne auf 21 bis 27 Euro fest

Die Preisspanne hat Vapiano auf 21 bis 27 Euro je Aktie festgelegt. Damit wird der Börsengang wie erwartet rund 200 Millionen Euro schwer. Laut Vapiano entspricht die Preisspanne einer Marktkapitalisierung zwischen 512 und 634 Millionen Euro.

Sollte der Börsengang wie geplant gelingen, würde Vapiano in etwa den zuvor erwarteten Korridor treffen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im November vergangenen Jahres berichtet, die Restaurantkette könnte inklusive Schulden mit 600 Millionen Euro bewertet werden.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Vapiano lag 2016 bei knapp 29 Millionen Euro bei einem Gesamtumsatz von 460 Millionen Euro. Entsprechend könnten die Bonner mit rund dem 20-fachen Ebitda hoch bewertet werden.

Nach dem IPO sollen mehr als 30 Prozent der Vapiano-Aktien im Streubesitz liegen. Das Unternehmen selbst und der Vorstand dürfen ein Jahr lang keine weiteren Aktien verkaufen, Vapiano-Mitarbeiter für neun Monate. Für alle weiteren Aktionäre gilt eine Lock-up-Frist von sechs Monaten.

Vapiano will mit IPO-Erlös Restaurantzahl drastisch erhöhen

Mit dem Börsengang will Vapiano sein weiteres Wachstum finanzieren. Die 85 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung sollen in die Eröffnung neuer Restaurants in bestehenden und neuen Märkte fließen. Vapiano will bis 2020 die Zahl Restaurants von derzeit 185 auf 330 steigern. Darüber hinaus will Vapiano ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 10 Millionen Euro zurückzahlen.

Barclays, Berenberg und Jefferies International agieren bei dem Börsengang als Joint Global Coordinators und gemeinsam mit der Unicredit als Joint Bookrunners. Falls es bei dem IPO zu Turbulenzen kommen sollte, hat sich Barclays zu Stabilisierungsmaßnahmen verpflichtet. Als Vapianos Finanzberater agiert die Investmentbank Lazard.

jakob.eich[at]finance-magazin.de