Fresenius, TAG Immobilien, Lafarge Holcim – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fresenius

28.08.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Fresenius, TAG Immobilien, Lafarge Holcim

Fresenius refinanziert eine Kreditvereinbarung über 3,8 Milliarden Euro, TAG Immobilien sammelt mit einer Wandelanleihe 262 Millionen Euro ein und eine Finanzierungstochter von Lafarge Holcim platziert einen neuen Bond – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fresenius refinanziert Kreditvereinbarung

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat eine Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2013 refinanziert. Sie hat ein Gesamtvolumen von rund 3,8 Milliarden Euro und besteht aus revolvierenden Kreditlinien und Darlehen, die bis 2021 und 2022 laufen. Außerdem konnte Fresenius besicherte Fazilitäten durch unbesicherte ersetzen und die Garantiegeberstruktur anpassen. Dadurch ist die Fresenius SE & Co. KGaA nun alleinige Garantiegeberin.

Nach Informationen des Unternehmens war die Transaktion deutlich überzeichnet. Die Ratingagentur S&P hat in Folge der Refinanzierung das Anleiherating von Fresenius auf von BB+ auf BBB- verbessert. Im Juli hatte Fresenius ebenfalls eine Kreditvereinbarung in ähnlicher Größenordnung refinanziert.

TAG Immobilien begibt Wandelanleihe

Das im MDax gelistete Immobilienunternehmen TAG Immobilien hat eine Wandelanleihe im Umfang von 262 Millionen Euro unter Ausschluss der Bezugsrechte platziert. Ursprünglich hatte das Unternehmen bis zu 277 Millionen Euro angestrebt. Die Wandelanschuldverschreibungen können in rund 14,6 Millionen neue oder bestehende TAG-Inhaberaktien gewandelt oder in bar ausgezahlt werden.

Die Laufzeit der Wandelschuldverschreibung beträgt fünf Jahre, der Kupon liegt bei 0,625 Prozent und damit am oberen Ende der Preisspanne. Der anfängliche Wandlungspreis lag bei rund 17,90 Euro, was einer Wandlungsprämie von 30 Prozent über dem Referenzkurs entspricht. Die Mittel sollen für allgemeine Unternehmenszwecke und für die Refinanzierung von bestehenden Verbindlichkeiten genutzt werden. Die Deutsche Bank war der Sole Global Coordinator und agierte gemeinsam mit Berenberg und Credit Suisse als Joint Bookrunner. TAG wurde bei der Transaktion von Victoriapartners beraten.

Holcim begibt neue Anleihe

Holcim, eine Finanztochter des Baustoffhändlers Lafarge Holcim, hat eine Anleihe über 750 Millionen Euro begeben. Der Bond besitzt eine Laufzeit von 12 Jahren und einen Zinskupon von 1,75 Prozent. Die Anleihe wurde mit 98,774 Prozent gepreist. Dies entspricht einem Emissionsspread von 85 Basispunkten über dem Mid Swap. Natwest Markets, BNP Paribas, Goldman Sachs, Crédit Mutuel und Credit Suisse haben die Transaktion begleitet.

SKW Stahl startet Debt-to-Equity-Swap


Der Finanzinvestor Speyside Capital und der Vorstand von SKW Stahl haben einen Plan vereinbart, nachdem das Fremdkapital zu einem großen Teil in Eigenkapital gewandelt wird. Speyside kommt damit bei der Übernahme des überschuldeten Unternehmens einen Schritt weiter. Speyside hatte den Banken von SKW im Juli einen Großteil der Finanzschulden abgekauft. 45 Millionen Euro aus dem erworbenen Kreditvolumen wird der Investor als Eigenkapital in SKW einbringen. Der Rest soll refinanziert werden. 

Weitere Finanzierungen

Unter dem Namen Steinhoff Africa Retail (Star) soll das Afrika-Geschäft des deutsch-südafrikanischen Einzelhändlers Steinhoff spätestens Ende September an der Börse in Johannesburg gelistet werden, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Demnach sollen dabei auch die zukünftigen Shoprite-Anteile von Steinhoff an Star angeschlossen werden. Der Einzelhändler, der in Deutschland vor allem durch die Möbelkette Poco bekannt ist, habe zuletzt eine Optionsvereinbarung mit den Eigentümern des afrikanischen Lebensmittelhändlers Shoprite getroffen, heißt es weiter. Steinhoff will dem Bericht zufolge 22,7 Prozent des Unternehmens sowie 50 Prozent der Stimmrechte erwerben.

Der Kochbox-Dienst Hellofresh könnte seinen IPO schon im September vollziehen, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Allerdings sei mit einer niedrigeren Bewertung zu rechnen, wie Dominik Richter, der CEO des Unternehmens, dem Magazin gegenüber sagte. Zuletzt lag diese bei zwei Milliarden Euro, heißt es.

Das Schweizer Fintech Muume Group hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 6 Millionen Schweizer Franken eingesammelt. Dies führt zu einer Post-Money-Bewertung von rund 40 Millionen Schweizer Franken. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich nach Angaben von Muume neben einem Schweizer Venture Capital Haus mehrere namhafte Schweizer Unternehmen. Mit dem Geld beabsichtigt das Fintech, das Services rund um digitales Kaufen und digitales Bezahlen anbietet, eine Stärkung seiner Position in Deutschland und der Schweiz sowie eine Erschließung weiterer Märkte.

Die Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner hat mit Sauer Bau & Projektentwicklung sowie mit AHP Merkle zwei Mezzanine-Finanzierungen abgeschlossen. Sauer Bau & Projektentwicklung ist ein Full-Service-Anbieter unter anderem in den Bereichen Abbruch und Schadstoffsanierung. Mit dem Geld will sich das Starnberger Unternehmen für das weitere Wachstum rüsten. Auch AHP Merkle, ein Hersteller von Hydraulikzylindern, beabsichtigt das Geld zum weiteren Wachstum zu nutzen. Über den Umfang der Finanzierungen wurde nichts bekannt, die Beteiligten haben Stillschweigen vereinbart.

Das Berliner Biotechnologieunternehmen Elanix Biotechnologies plant eine Barkapitalerhöhung mit mittelbarem Bezugsrecht im Verhältnis 4:1. Durch die Kapitalerhöhung wird sich das Grundkapital um bis zu 1,7 Millionen Euro erhöhen. Mit dem Erlös der Transaktion soll die Gesellschaft finanziert sowie weitere Wachstumsziele umgesetzt werden.

Ratingmeldungen

Lufthansa hat von Moody’s ein Emittentenrating von Baa3 erhalten. Die Ratingagentur zog zeitgleich das Corporate Family Rating von Ba1 zurück. Grund für das Upgrade sei unter anderem die verbesserte Wettbewerbsposition der Fluglinie. Auch die erwartete Liquidation von Air Berlin dürfte der Fluglinie zugute kommen, erwartet Moody‘s. Der Ausblick ist stabil.

Die DF Deutsche Finance Holding erhält von Scope ein A-Rating (AMR) im Segment Private Equity. Die Ratingagentur bescheinigt damit nach eigenen Angaben gute Qualität und Kompetenz im Asset Management.

Scope bestätigt das Emittentenrating des Spielwarenhändlers Vedes bei B+. Grund hierfür sei unter anderem die Marktposition des Unternehmens. Allerdings wurden die Ratings auf Anfrage des Emittenten zurückgezogen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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