Der Windanlagenbauer Senvion hat sich mit einem Green Bond refinanziert.

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02.05.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Senvion, Volkswagen Financial Services, RWE

Senvion begibt einen Green Bond, Volkswagen Financial Services platziert eine neue Renminbi-Anleihe und RWE fließt eine Dividende über 680 Millionen Euro zu – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Senvion begibt Green Bond

Der Windanlagenbauer Senvion, der dem PE-Investor Centerbridge gehört, hat einen Green Bond platziert, wie der Branchendienst „Leveraged Commentary & Data“ (LCD), der zu S&P Global Market Intelligence gehört, berichtet. 400 Millionen Euro sammelt das Hamburger Unternehmen so ein. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 5,5 Jahre, der Kupon beträgt laut Bloomberg-Daten 3,875 Prozent. Mit dem Erlös refinanziert Senvion seinen bestehenden High-Yield-Bond, der drei Monate nach dem Buy-out des Finanzinvestor Centerbridge begeben wurde. Das Unternehmen kann damit seine Zinskosten um 14 Millionen Euro senken, was einer Reduzierung von 35 Prozent entspricht.

Joint Global Coordinators und Physical Bookrunners bei der Emission waren nach LCD-Informationen die Deutsche Bank und J.P. Morgan, die BNP Paribas und die Crédit Agricole waren als Joint Global Coordinators und Bookrunners beteiligt. Darüber hinaus waren die BayernLB, die Citigroup, Natixis, RBI, RBC, Santander sowie die SEB beteiligt.

Volkswagen FS platziert Renminbi-Bond

Volkswagen Financial Services hat durch die Tochtergesellschaft Volkswagen Finance (China) zum zweiten Mal eine Anleihe in Renminbi begeben. Das Volumen des dreijährigen Bonds liegt bei rund 4 Milliarden Renminbi (rund 534 Millionen Euro). Der Kupon des Bonds, der vollständig bei chinesischen Investoren platziert wurde, beträgt 5,2 Prozent. Nach Angaben des Unternehmen ist es die bisher größte Anleihe einer Autobank in Renminbi. Volkswagen Financial Services hatten zuletzt eine Sterling-Anleihe begeben.

RWE erhält von Innogy 680 Millionen Euro

Das Energiekonzern RWE erhält von seinem Spin-off Innogy eine Dividende in Höhe von 680 Millionen Euro, wie die Nachrichtenagentur Dpa berichtet. Die erste Innogy-Hauptversammlung genehmigte eine Ausschüttung von 1,60 Euro je Aktie. Das entspricht 70 bis 80 Prozent des bereinigten Gewinns. Außerdem erklärte der Vorstandsvorsitzende von Innogy, Peter Terium, dass Innogy das bereinigte Nettoergebnis 2017 auf über 1,2 Milliarden Euro steigern wolle. Auch davon sollen 70 bis 80 Prozent ausgeschüttet werden.

Neue Details zur Restrukturierung bei Rickmers

Nach der Verkündung, dass die Reederei Rickmers die Schulden restrukturieren muss, sind in einem Schreiben an die Bondgläubiger nun erste Details über den Sanierungsplan bekannt geworden. So sollen zunächst 54,1 Millionen Euro an die HSH Nordbank fließen, bevor die Anleihegläubiger der Reederei Geld erhalten. Dies geschieht aber nur, wenn das Management einen Käufer für die Dreiviertelmehrheit an Rickmers findet, die in ein Luxemburgisches Vehikel (LuxCo) übertragen wird. Die Anteile stammen von Eigentümer Bertram Rickmers. Im Gegenzug übernimmt die LuxCo alle Anleiheverbindlichkeiten und einen Teil der Bankkredite der HSH Nordbank.

Der Rest des Verkaufserlöses soll zu mindestens 57,6 Prozent an die Bondholder und zu 6,3 Prozent an „weitere Gläubiger“ fließen. Die HSH soll 36,1 Prozent erhalten. Für das Amt als gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger kandidiert die Raschke von Knobelsdorf Heiser Dienstleistungsgesellschaft.

Weitere Finanzierungen

Die Gläubigerversammlungen des Modehauses Wöhrl haben den Insolvenzplänen mit Gründer-enkel Christian Greiner als neuem Eigentümer einstimmig zugestimmt. Das Unternehmen rechnet zudem mit einer höheren Insolvenzquote für die Gläubiger in der Spanne von 16 bis 21 Prozent. Bislang mussten die Gläubiger der Mittelstandsanleihe lediglich von 10 bis 20 Prozent ausgehen. Auch die Abschlagszahlung an alle Insolvenzgläubiger soll von 7,5 auf 10 Prozent erhöht werden.

Das österreichische Glücksspielunternehmen Novomatic soll laut Insiderberichten des „Handelsblatts“ über einen Börsengang in Frankfurt nachdenken. Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur Reuters über derartige Gerüchte berichtet, allerdings war zu dem Zeitpunkt über einen IPO in London spekuliert worden. Novomatic soll laut „Handelsblatt“ erwägen, im zweiten Halbjahr an die Frankfurter Börse zu gehen. Eine Entscheidung solle laut den Insidern erst nach dem Sommer fallen. Das Familienunternehmen wolle mit der Transaktion mehr als eineinhalb Milliarden Euro einnehmen.

Die Hofmann-Menü-Gruppe, ein Anbieter von Systemen für die Gemeinschaftsverpflegung und ein Portfoliounternehmen der Vermögensverwaltungsgesellschaft Partners Group, hat sich mit einem internationalen Bankenkonsortium refinanziert. Das Transaktionsvolumen beträgt 200 Millionen Euro, weitere Details der Finanzierung sind nicht bekannt. Die Banken The Governor and Company of the Bank of Ireland und die Unicredit waren bei der Refinanzierung Joint Global Coordinators. Die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins unter der Federführung von Alexandra Hagelüken stand dem Unternehmen beratend zur Seite.

Die Beteiligungsgesellschaft EMH Partners hat sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung an Occhio, einem Hersteller von Designleuchten, beteiligt. Dabei hat EMH Wachstumskapital in deutlich zweistelliger Millionenhöhe eingebracht und dadurch 44 Prozent der Anteile des Unternehmens erworben. Mit dem Geld will Occhio unter anderem die Markenpräsenz erweitern und die Internationalisierung vorantreiben.

Das Münchener Biopharmazieunternehme Wilex plant eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht. Rund 2 Millionen neue Aktien sollen dafür ausgegeben werden. Sie sollen ausschließlich den bestehenden Aktionären im Verhältnis von 19:3 angeboten werden. Die Baader Bank begleitet die Transaktion, der Bezugspreis liegt bei 2,45 Euro. Die Hauptaktionärin Dievini Hopp Biotech hat sich bereits bereit erklärt, ihre Bezugsrechte auszuüben und nicht bezogene Aktien zu übernehmen. Wilex rechnet mit einem Bruttoemissionserlös von rund 5 Millionen Euro.

Das Bergbauunternehmen Deutsche Rohstoff und der kanadische Wolframproduzent Almonty Industries haben sich auf eine zweijährige Laufzeitverlängerung der bestehenden Wandelschuldverschreibung verständigt. Diese soll nun bis März 2019 laufen und ist 6 Millionen Kanadische Dollar (rund 4,1 Millionen Euro) schwer. Almonty hatte die Schuldverschreibung im September 2014 als Teil der Kaufpreiszahlung für die Wolfram Camp-Mine der Deutschen Rohstoff begeben. Gleichzeitig vereinbarten die beiden Häuser, dass die Deutsche Rohstoff die noch nicht gezahlten Zinsen in Form von Almonty-Aktien erhalten wird. Insgesamt erhält das deutsche Rohstoffunternehmen zusätzliche 1,5 Millionen Almonty-Aktien.

Das Immobilienunternehmen Adler Real Estate plant die Ausgabe von Gratisaktien im Zuge einer Kapitalerhöhung. Die Gratisaktien sollen in einem Verhältnis von 10:1 ausgegeben und die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln finanziert werden. Damit würde sich das Grundkapital um knapp 4,8 Millionen Euro auf knapp 52,5 Millionen Euro erhöhen. Mit der Ausgabe will Adler Real Estate seine Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen.

Nachdem die erste Anleihegläubigerversammlung des insolventen Modehauses Laurèl nicht beschlussfähig war, wird die zweite Versammlung nun am 15. Mai stattfinden. Bei dieser muss nur ein Anteil von 25 Prozent der Halter der ausstehenden Schuldverschreibungen anwesend sein, um beschlussfähig zu sein. Die Gläubiger der Mittelstandsanleihe sollen auf der Versammlung dem Insolvenzplan des Unternehmens zustimmen.

Kontron, ein Spezialist für Embedded Computer Technologie, hat eine Barkapitalerhöhung abgeschlossen. Dazu wurden etwa 5,5 Millionen neue Aktien ausgegeben. Der Bezugspreis lag bei 3,02 Euro. Die neuen Aktien wurden von den Altaktionären von der S&T Deutschland Holding gezeichnet, die nun rund 36,3 Prozent an dem Unternehmen halten. Kontron sind durch die Transaktion 16,8 Millionen Euro brutto zugeflossen.

Der IT-Lösungsanbieter und Hardwarehersteller Transtec hat entschieden, beim Amtsgericht Tübingen Anträge sowohl auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als auch auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens zu stellen. Das Unternehmen fürchtet, dass nach der Veröffentlichung des vorläufigen Jahresabschlusses wichtige Kreditlinien bei Banken, Warenkreditversicherern und Lieferanten gekürzt werden oder gänzlich entfallen. Ziel ist es, durch das Schutzschirmverfahren das 2016 eingeleitete Programm zur Neuaufstellung von Transtec dennoch umzusetzen.
 
Windkraft Simonsfeld will im Juni 2017 eine neue Anleihe auflegen. Das Papier soll fix verzinst werden und eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Der Erlös soll zur Errichtung von neuen Windkraftwerken verwendet werden. Weitere Details sind noch nicht geplant.

Triplan, ein Anbieter von Hightech-Dienstleistungen zum Bau komplexer Produktionsanlagen, will bis Ende des Jahres das Delisting der Aktie abschließen. Bislang wurde Triplan im Freiverkehr der Frankfurter Börse gehandelt.

Die Lutz Food Gruppe, ein Hersteller von Schinken- und Wurstspezialitäten, hat beim Amtsgericht Augsburg einen Insolvenzantrag gestellt. Grund für die Liquiditätskrise bei dem Fleischproduzenten seien unter anderem die steigenden Rohstoffpreise. Hauptgesellschafter des Unternehmens ist die Investmentgesellschaft Paragon Partners. Lutz wurde bei dem Vorgang von Ebner Stolz beraten.

Albis Leasing will der Hauptversammlung im Juli eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vorschlagen. Die Gratisaktien sollen im Verhältnis von 10:1 an die Aktionäre ausgegeben werden. Dadurch soll die Liquidität der Aktie erhöht werden. Das Grundkapital soll um rund 1,7 Millionen Euro auf etwa 18,5 Millionen Euro erhöht werden.

Senivita Sozial zahlt im Mai an die Genussrechts- und Genussschein-Gläubiger eine Vergütung von 1 Prozent. Die Differenz zu den eigentlich vorgesehenen Zahlungen soll noch im laufenden Jahr nachgezahlt werden. Grund für die Verzögerung ist der Bedarf an Liquidität für die laufende Sanierung der Tochter Senivita Social Care.

Ratingmeldungen

Die europäische Ratingagentur Scope bewertet nun auch den Autobauer Daimler. Bislang wird der Konzern von den drei großen US-Agenturen S&P, Moody’s und Fitch geratet. Scope sieht das langfristige Rating von Daimler bei A, der Ausblick ist stabil. Grund für das Rating ist unter anderem die starke Martkposition von Daimler in den Schlüsselgeschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars und Daimler Trucks und die gute geographische Diversifikation. Hinzu kommt ein starkes Finanzrisikoprofil. Weniger positiv sieht Scope die hohen zyklischen Risiken. Das Daimler-Mandat ist für Scope das sechste aus dem Dax.

S&P hat den Ratingausblick des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen von stabil auf positiv geändert. Die Agentur begründet diesen Schritt mit der Schuldenreduzierung von rund 1,6 Milliarden Euro im vergangenem Jahr. Gleichzeitig bestätigte die Agentur das Rating bei BB+.

Moody’s bestätigt das langfristige Emittentenrating des Gesundheitskonzern Fresenius bei Baa3. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur hebt unter anderem die aus ihrer Sicht strategisch sinnvollen Übernahmen des Generikaherstellers Akorn und der Biopharmazeutika-Sparte des Darmstädter Pharmariesen Merck  und die guten Wachstumsaussichten der nächsten Monate hervor. Die fremdfinanzierten M&A-Deals würden die Verschuldung der Gruppe nur zeitweise erhöhen. Die Agentur stellt dem Unternehmen zudem ein exzellentes Zeugnis für frühere Integrationen und den Schuldenabbau aus.

Der Automobilzulieferer Schaeffler erhält zum ersten Mal ein Rating von Fitch. Die Agentur bewertet das Unternehmen mit BBB-, der Ausblick ist stabil. Grund dafür sei unter anderem das solide operative Profil und die gute Kundendiversifikation.

Weitere Meldungen

Laut der Bank Lending Survey der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Nachfrage nach Bankkrediten in allen Kategorien angestiegen. Grund hierfür ist im Hinblick auf Immobilien- und Unternehmenskredite nach Angaben der EZB unter anderem das niedrige Zinsumfeld. Außerdem hat die EZB in der Umfrage herausgefunden, dass die Geschäftsbanken ihre Bedingungen zur Kreditvergabe zuletzt gelockert haben, ausgelöst unter anderem durch den Konkurrenzkampf zwischen den Banken. Allerdings erwarten die Banken für das zweite Quartal wieder einen leichten Anstieg der Unternehmenskreditstandards.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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