K+S hat im zweiten Quartal einen Schuldschein über 600 Millionen Euro platziert und es damit in die Top Ten der größten Emissionen des Jahres geschafft.

K+S

12.07.16
Finanzierungen

FINANCE-Schuldschein-Update: Rekord im ersten Halbjahr

Der Schuldscheinmarkt hat in den ersten sechs Monaten neue Rekorde markiert, und das trotz eines zweiten Quartals, in dem der Markt schwächelte – zumindest auf den ersten Blick.

Der Boom am Schuldscheinmarkt ist nicht zu stoppen: In den ersten sechs Monaten des Jahres erreicht das Emissionsvolumen mit 14,1 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Das geht aus dem aktuellen Schuldschein-Marktüberblick von Thomson Reuters LPC hervor, den der Datendienstleister für FINANCE vierteljährlich exklusiv aufbereitet, und der hier heruntergeladen werden kann.

Der Markt toppt damit die erste Hälfte des Krisenjahres 2008. Weil die Bondmärkte damals zum großen Teil verschlossen waren, wichen die CFOs auf Schuldscheine aus und platzierten 12,4 Milliarden Euro. Der neue Rekord ist vor allem dem extrem aktiven ersten Quartal zu verdanken, in dem Schuldscheine über 8 Milliarden Euro platziert wurden. Im zweiten Quartal lag das Volumen mit 6,1 Milliarden Euro deutlich darunter. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Bedingungen am Bondmarkt im Jahresverlauf gebessert haben. Im März hatte die EZB mit der Ankündigung, auch Corporate Bonds zu kaufen, eine Rallye bei Bondkursen und Neuemissionen ausgelöst.

Weniger Jumbo-Schuldscheine im zweiten Quartal

Dass gerade Unternehmen, die auch am Bondmarkt aktiv sein können, im zweiten Quartal weniger zum Schuldschein tendierten, zeigt auch der Blick auf die zehn größten Platzierungen des Jahres: Nur drei davon wurden im zweiten Quartal platziert. Dazu zählte der Schuldschein des Schweizer Zementkonzerns LafargeHolcim über rund 1 Milliarde Euro und das 500 Millionen Euro schwere Papier des niederländischen Stromnetzbetreibers Tennet. Als einziges deutsches Unternehmen platzierte der Salz- und Düngemittelhersteller K+S im zweiten Quartal einen Jumbo-Schuldschein über 600 Millionen Euro.
  
Doch die Jumbo-Emissionen sind nur eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass der Schuldscheinmarkt für viele CFOs so attraktiv ist wie eh und je. Das zeigt der Blick auf eine andere Kennzahl: Die Zahl der Transaktionen hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem ersten von 28 auf 32 erhöht. Das heißt, dass es im zweiten Quartal verstärkt Unternehmen mit geringerem Finanzierungsbedarf an den Markt gezogen hat. Dazu zählen das Immobilienunternehmen Alstria Office mit einem Debütschuldschein über 150 Millionen Euro, der Arzneimittelhersteller Stada mit einer Transaktion über 350 Millionen Euro, und der Werbevermarkter Ströer, der 170 Millionen Euro einsammelte.

Marktführer LBBW verliert Marktanteile

Die rege Emissionstätigkeit dürfte auch die Banken freuen. Unter diesen kann die LBBW ihre Spitzenposition – am Emissionsvolumen gemessen –  halten, allerdings haben die Schwaben Marktanteile verloren. Im ersten Quartal hielten sie 27 Prozent, nun sind es noch 21 Prozent. Allerdings hat die LBBW die Anzahl der von ihr begleiteten Deals von 14 auf 27 gesteigert.

Hinter der LBBW kann die Helaba Boden gutmachen. Sie hat einen Marktanteil von rund 15 Prozent, mit 14 begleiteten Transaktionen aber nur halb so viele wie die LBBW. Damit hat die Helaba die BayernLB überholt, die zwar 16 Deals, aber ein etwas kleineres Emissionsvolumen vorweist.

Wird 2016 ein erneutes Rekordjahr am Schuldscheinmarkt?

Das Rennen um die Marktführerschaft, das traditionell die deutschen Landesbanken untereinander austragen, dürfte auch in den kommenden Monaten mit Schwung weitergehen. Mit dem bisherigen Emissionsvolumen ist der Markt auf gutem Weg, auch das Rekordvolumen zu knacken, das er erst im vergangenen Jahr erzielt hat: 2015 lag das Emissionsvolumen bei rund 20 Milliarden Euro.

Die Chancen dafür, dass der Rekord geknackt wird, sind nicht schlecht, denn seit 2011 war das zweite Halbjahr immer aktiver als das erste. Wenn sich dieser Trend tatsächlich fortsetzt, dann könnte 2016 ein echter Überflieger werden mit einem Marktvolumen, das eher bei 30 als bei 20 Milliarden Euro liegen dürfte.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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