HeidelbergCement

15.01.16
Finanzierungen

Heidelberg Cement platziert Schuldschein für Italcementi-Finanzierung

Heidelberg Cement beginnt mit der Refinanzierung der Italcementi-Übernahme und platziert einen Schuldschein über 625 Millionen Euro. Auch dem Dax-Konzern rannten die Investoren die Tür ein. Für CFO Lorenz Näger ist das erst der Anfang.

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat ein Schuldscheindarlehen über 625 Millionen Euro begeben. Damit beginnt CFO Lorenz Näger mit der Ablösung der Brückenfinanzierung für die geplante milliardenschwere Übernahme des italienischen Konkurrenten Italcementi.

Ursprünglich wollte das Unternehmen mit dem Schuldschein nur 400 Millionen Euro einsammeln, das Volumen konnte jedoch aufgrund der großen Nachfrage deutlich erhöht werden. Der Schuldschein läuft bis Januar 2022 und besteht aus zwei Tranchen mit unterschiedlicher Verzinsung. Eine Tranche wird fest mit 1,85 Prozent verzinst, die andere bei 1,5 Prozent über dem sechsmonatigen Euribor. Die Transaktion wurde von der Landesbank Baden-Württemberg, der Landesbank Hessen-Thüringen und der Raiffeisen Bank International begleitet.

Heidelberg Cement senkt Brückenfinanzierung auf 2,7 Milliarden Euro

Mit dem Erlös reduziert Heidelberg Cement das Volumen der Brückenfinanzierung, die das Unternehmen für die Übernahme von Italcementi abgeschlossen hat. Das Volumen sinkt nach Angaben des Unternehmens von 3,3 auf 2,7 Milliarden Euro.

Die Brückenfinanzierung wurde ursprünglich mit einem Volumen von 3,8 Milliarden Euro syndiziert. Bereits im Oktober konnte das Volumen allerdings um 500 Millionen Euro reduziert werden, weil einige Bankpartner von Italcementi auf ihre Kontrollwechsel-Klauseln verzichtet haben und die Kreditlinien dieser Banken nach der Übernahme auch Heidelberg Cement weiter zur Verfügung stehen werden.

CFO Lorenz Näger muss noch Bonds über 2 Milliarden Euro platzieren

Heidelberg Cement hat angekündigt, die Brückenfinanzierung unter anderem durch den freien Cashflow und den Verkauf von Standorten weiter zurückführen zu wollen. Im vergangenen Jahr hat der Konzern sich bereits von seinem Kalkgeschäft in Deutschland getrennt. Auch deutlich höher als anfangs geplant ausfallende Merger-Synergien werden dazu beitragen.

Den Großteil der Brückenfinanzierung muss Lorenz Näger allerdings mit Bond-Emissionen refinanzieren. Durch die aktuelle Schuldscheinemission verringert sich der Refinanzierungsbedarf am Anleihemarkt laut Heidelberg Cement auf unter 2 Milliarden Euro. Näger stehen also noch einige Emissionen bevor.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de