Geld & Liquidität
04.12.15

GE nimmt exklusive Verkaufsverhandlungen auf

Factoring-Sparte von GE Capital soll an Crédit Mutuel gehen

Von Sabine Reifenberger

Der Industriegigant GE kommt bei der Zerschlagung seiner Finanzsparte weiter voran. Das Geschäft mit Equipment Financing und Factoring soll an Crédit Mutuel gehen.

Das Geschäft mit Equipment Financing und Factoring will GE Capital an die französische Crédit Mutuel verkaufen.

IakovKalinin/iStock/Thinkstock/Getty Images

Das Geschäft mit Equipment Financing und Factoring will GE Capital an die französische Crédit Mutuel verkaufen.

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) kommt bei seinem Rückzug aus dem Finanzgeschäft voran. Nur wenige Wochen, nachdem GE das Flottenleasinggeschäft an die BNP Paribas verkauft hat, soll nun auch das Geschäft für Equipment Financing und Factoring in Frankreich und Deutschland ebenfalls nach Frankreich gehen.

Wie GE jetzt bekannt gab, hat der Konzern ein Memorandum of Understanding mit der Banque Fédérative du Crédit Mutuel geschlossen und befindet sich in exklusiven Verkaufsverhandlungen über die Sparte, die bei GE als „Equipment Finance and Receivable Finance“ firmiert. Keith Sherin, CEO von GE Capital, bezeichnete den Kaufinteressenten Crédit Mutuel als „langjährigen Partner im französischen Factoring“.

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GE Capital im deutschen Factoring vorn dabei

Das Geschäft von GE Capital mit Factoring und Leasing umfasste zum dritten Quartal 2015 in Frankreich ein verwaltetes Volumen (Net Earning Assets) von 6,5 Milliarden US-Dollar, in Deutschland waren es 3,8 Milliarden US-Dollar. GE Capital zählte in Deutschland in den vergangenen Jahren insbesondere nach der  Übernahme der Heller Bank im Jahr 2005 zu den großen Adressen. Deutschland-CEO Joachim Secker ist auch Sprecher des Deutschen Factoring-Verbands, der nach eigenen Angaben über 90 Prozent des Marktes repräsentiert.

Der M&A-Deal würde GE voraussichtlich etwa 1,3 Milliarden Dollar einbringen. GE hatte bereits im Frühjahr dieses Jahres angekündigt, sich künftig auf das industrielle Geschäft konzentrieren zu wollen. Wettbewerber hatten daraufhin versucht, das Wissen um den anstehenden Rückzug von GE aus dem Markt für sich zu nutzen und Kunden von GE Capital abzuwerben

M&A-Deal steht noch unter Vorbehalt der Kartellbehörden

Bis zum Abschluss des nun angekündigten M&A-Deals müssen die Vertragspartner allerdings noch regulatorische und kartellbehördliche Freigaben einholen. JP Morgan und Barclays Capital haben die Transaktion beraten. Mit einem Abschluss der Transaktion wird erst im kommenden Jahr zu rechnen sein.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de