Geld & Liquidität
28.07.16

Anleiherefinanzierung gesichert

Sixt platziert Schuldschein über 375 Millionen Euro

Von Antonia Kögler

Der Autovermieter Sixt hat seine bald fällige Anleihe refinanziert. CFO Julian zu Putlitz setzt aber dieses Mal nicht auf einen Bond, sondern auf das Trend-Instrument Schuldschein.

Der Autovermieter Sixt schließt sich dem Trend an und verschafft sich neue Mittel am Schuldscheinmarkt.

welcomia/iStock/Thinkstock/Getty Images

Der Autovermieter Sixt schließt sich dem Trend an und verschafft sich neue Mittel am Schuldscheinmarkt.

Der Autovermieter Sixt hat mit 375 Millionen Euro so viel am Kapitalmarkt eingesammelt, wie bisher noch nie auf einen Schlag. Der SDax-Konzern hat einen Schuldschein mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren platziert. Das Papier teilt sich in vier Tranchen mit jeweils variabler und fixer Verzinsung. Über die genauen Konditionen geben die Pullacher keine Details bekannt. Nur so viel: Das Pricing des Schuldscheins lag am unteren Ende der avisierten Zielspanne.

Eigentlich hatte Sixt ein deutlich geringeres Volumen angepeilt, konnte die Transaktion aber wegen des großen Interesses der Investoren „deutlich mehr als verdoppelt werden“, teilte das Unternehmen mit. Das Instrument Schuldschein hat zur Zeit Hochkonjunktur, und  massive Aufstockungen sind nicht ungewöhnlich.

Sixt-CFO Julian zu Putlitz nutzt Schuldschein auch für Expansion

Mit der aktuellen Emission, die von den Banken BayernLB, Helaba und der UniCredit arrangiert wurde, gibt CFO Julian zu Putlitz dem Schuldscheinmarkt vor einer neuen Bondplatzierung den Vorzug. Mit den neuen Mitteln will der Finanzchef, der seit 2009 bei Sixt ist, den im Oktober fälligen Bond des Konzerns refinanzieren. Die 2010 begebene Anleihe mit einem Volumen von 250 Millionen Euro wird mit 4,125 Prozent verzinst. Der neue Schuldschein dürfte deutlich günstiger sein, schon die später platzierten Anleihen weisen mit 3,75 und 2 Prozent deutlich niedrigere Kupons auf. Sie werden 2018 und 2020 fällig.

Außerdem will zu Putlitz mit der Transaktion „zusätzlich Mittel für die internationale Expansion einwerben“. Der internationale Markt wird für das Familienunternehmen immer wichtiger. Im ersten Quartal des Jahres hat das Auslandsgeschäft bei Sixt zum ersten Mal mehr als die Hälfte der Autovermietungserlöse beigesteuert. Insgesamt läuft das Geschäft bei Sixt rund, der operative Umsatz stieg im ersten Quartal um 15,1 Prozent auf 465,3 Millionen Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern, das laut Sixt die zentrale Ertragsgröße des Konzerns ist, stieg trotz hoher Kosten für die Expansion um 10,6 Prozent auf 31,1 Millionen Euro.

Sixt-Aktionäre werden belohnt

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung hat der Vorstandsvorsitzende und Haupteigentümer Erich Sixt die Prognosen für das Geschäftsjahr 2016 bestätigt, er erwartet weiterhin leichtes Wachstum. Daran haben auch die Aktionäre teil, im Juni wurden Dividenden über 71,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Dividende lag um ein Viertel über dem Vorjahreswert.

Mitte Juli hat der Konzern außerdem das im März beschlossene Aktienrückkaufprogramm im Wert von rund 50 Millionen Euro abgeschlossen und damit das Grundkapital gesenkt. Genug Mittel dafür hatte CFO zu Putlitz zur Verfügung – die hat auch der IPO der Tochter Sixt Leasing in die Kassen gespült.  

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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