Geld & Liquidität
16.10.15

Wettbewerber kauft erneut zu

Pfeiffer Vacuum: Busch stockt auf fast 30 Prozent auf

Von Jakob Eich

Der Wettbewerber Busch hat seinen Anteil am Pumpenspezialisten Pfeiffer Vacuum aufgestockt – überraschend und deutlich. Kommt jetzt doch der Zugriff auf Pfeiffer Vacuum, den Busch beim ersten Anteilskauf noch ausgeschlossen hatte?

Das Familienunternehmen Busch hat seinen Anteil beim Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum auf fast 30 Prozent aufgestockt.

Pfeiffer Vacuum Pressebilder

Das Familienunternehmen Busch hat seinen Anteil beim Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum auf fast 30 Prozent aufgestockt.

Das Familienunternehmen Busch hat sich abermals Aktien des hessischen Vakuumpumpenherstellers Pfeiffer Vacuum gesichert. Über die Beteiligungsgesellschaft Pangea hält Busch nun 27,2 Prozent an dem Unternehmen, wie Pfeiffer in einer Pflichtmitteilung bekanntgab. Erst vor wenigen Wochen hatte sich das baden-württembergische Familienunternehmen auf einen Schlag 15 Prozent an Pfeiffer gesichert.

Der abermalige Zukauf an Anteilen kommt überraschend: Busch hatte beim Einstieg beteuert, dass es die Dividendenpolitik von Pfeiffer nicht ändern wolle, sondern lediglich von Handelsgewinnen profitieren möchte. Vor allem schloss Busch aus, Einfluss auf die Besetzung auf Vorstand und Aufsichtsrat nehmen oder gar ein Übernahmeangebot abgeben zu wollen. Mit dem erneuten Zukauf hat Busch nun mittlerweile aber geschätzt rund 125 Millionen Euro aus Eigenmitteln in den hessischen Pumpenspezialisten investiert. 

Drängt Busch in den Aufsichtsrat von Pfeiffer Vacuum?

Mit der neuerlichen Anteilsaufstockung stellt sich die Frage, welches Kalkül sich hinter dem Großeinstieg bei dem Wettbewerber verbirgt. Die Analysten der Equinet Bank vermuten inzwischen, das Busch doch einen Sitz im Aufsichtsrat anstrebt. Dies könnte letztlich zu einer engeren Zusammenarbeit der beiden Unternehmen führen, spekuliert Equinet. Wozu Busch diese aber nutzen möchte, bleibt unklar.

Im Fokus einer möglichen Zusammenarbeit könnte laut Equinet insbesondere die Pfeiffer-Tochtergesellschaft Adixen stehen. Das TecDax-Unternehmen hatte den französischen Zulieferer der Halbleiterindustrie 2010 übernommen, der Zukauf hat bislang jedoch enttäuscht.

Für Pfeiffer-Übernahme müsste Busch an seine Grenzen gehen

Eine vollständige Übernahme halten die meisten Marktbeobachter aber nach wie vor für unwahrscheinlich, da Busch seine Finanzkraft dafür sehr stark strecken müsste. Pfeiffer Vacuum kommt aktuell auf einen Börsenwert von knapp 1,1 Milliarden Euro und verfügt über eine Netto-Cash-Position von gut 60 Millionen Euro. Um eine Komplettübernahme zu stemmen, müsste Busch nach Einschätzung von Equinet noch einmal etwa 700 Millionen Euro finanzieren. Dem jüngsten Bundesanzeiger-Eintrag zufolge, verfügte Busch Ende 2013  über liquide Mittel und Sicherheiten in Höhe von 330 Millionen Euro. Für eine Akquisition müsse Busch also von seiner bislang eher konservativ wirkenden Finanzierungsstrategie abweichen, schreibt Equinet.

Übernahmephantasie treibt Pfeiffer-Vacuum-Aktie auf Rekordhoch

Die Spekulationen um eine Übernahme beflügeln indes die Pfeiffer-Aktien. Mit 110 Euro steigen sie dank des neuerlichen Aktienkaufs von Busch auf ein neues Allzeithoch.

jakob.eich[at]finance-magazin.de