Geld & Liquidität
30.01.17

Befragung von über 50 Investmentmanagern

Private-Equity-Branche fürchtet Preisblasen bei Tech-Firmen

Von Florian Bamberg

Preisblasen? Ja, aber. Das ist das Urteil von über 50 Private-Equity-Managern, die FINANCE zum M&A-Markt befragt hat. Vor allem der Auftrieb im Sektor Medizintechnik gibt den PE-Profis zu denken.

In den Sektoren Technologie und Medizintechnik ist die Gefahr einer Preisblase nach Ansicht der befragten Private-Equity-Manager am höchsten.

Photodisc/iStock/ThinkStock/Getty Images

In den Sektoren Technologie und Medizintechnik ist die Gefahr einer Preisblase nach Ansicht der befragten Private-Equity-Manager am höchsten.

Deutsche Private-Equity-Manager schauen skeptisch auf die Preise am M&A-Markt – vor allem, wenn es um Unternehmen aus den Branchen Medizintechnik und Technologie geht. In allen anderen Sektoren nehmen die Entscheider aus den Beteiligungsgesellschaften den Anstieg der Bewertungen als moderat wahr.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des Midmarket-Private-Equity-Monitors. Für diese Untersuchung befragt FINANCE gemeinsam mit der Deutschen Beteiligungs AG regelmäßig ranghohe Investmentmanager von mehr als 50 in Deutschland tätigen Private-Equity-Häusern zu Trends im deutschen Mittelstandssegment.

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Medizintechnik-Sektor unter Blasen-Verdacht

83 Prozent der Befragten haben angegeben, dass die Preise im Medizintechnik-Sektor zuletzt besonders stark angestiegen sind. Beim Technologie-Sektor sprechen 73 Prozent der Investmentmanager von einem besonders rasanten Preisanstieg. Ähnlich gelagert sind die Sichtweisen, wenn es um die Gefahr einer Blasenbildung geht: Im Technologie-Sektor vermuten 64 Prozent der Befragten eine Preisblase, in der Medizintechnik-Branche 54 Prozent.

In anderen Bereichen schätzen die Investmentmanager dagegen sowohl den Preisauftrieb als auch das Risiko einer Blasenbildung als moderat ein. Das gilt etwa für den Automobilsektor, ein Bereich, in dem es nach FINANCE-Recherchen im vergangenen Jahr stattliche sieben Deals mit Bewertungen von 50 bis 250 Millionen Euro gab. Nur 17 Prozent der Befragten glauben, dass die Preise im Automotive-Sektor stark angezogen haben. Überschaubare 25 Prozent meinen, in der Branche herrsche die Gefahr einer Blasenbildung.

Private-Equity-Firmen glauben ans eigene Wachstum

Während der Tech-Sektor häufig im Verdacht der Blasenbildung und der Übertreibung steht, überrascht, wie einhellig die Investmentmanager dieses Phänomen inzwischen auch in der Medizintechnik diagnostizieren. Das dürfte daran liegen, dass der Sektor gemeinhin als azyklisch gilt und damit Investoren Anlass zur Hoffnung bietet, dass eine solche Beteiligung auch dann nennenswerte Umsätze und Gewinne abwirft, wenn die Volkswirtschaft in der Krise ist. Dieser Risikoschirm ist den Private-Equity-Managern offensichtlich viel wert, ist die letzte Wirtschaftskrise doch schon acht Jahre her.

Ein weiteres Ergebnis des Midmarket-Private-Equity-Monitors: Mehr als jeder zweite befragte Investmentmanager – die meisten Umfrageteilnehmer sind auf Partner-Niveau, entscheiden also beim Thema Personal mit – prognostiziert, dass das eigene Team wachsen wird. 44 Prozent glauben, dass das eigene Investmentteam gleich groß bleibt. Nur 3 Prozent rechnen mit einem Stellenabbau. Die Nachfrage nach erfahrenen Investmentmanagern dürfte damit hoch bleiben.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Erfahren Sie mehr über die Entwicklungen in der Branche im Midmarket-Private-Equity-Monitor, den Sie hier kostenlos herunterladen können.

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