Geld & Liquidität
29.06.17

FINANCE Midmarket-Monitor

Private-Equity-Investoren durchkämmen Markt nach Primaries

Von Florian Bamberg

Für Finanzinvestoren wird es schwerer, an Übernahmeziele zu gelangen, die noch keinem Wettbewerber gehört haben. Um zum Zuge zu kommen, greifen die Private-Equity-Häuser zunehmend zu Deal-Sourcing-Spezialisten, zeigt eine neue Marktumfrage von FINANCE.

Die Suche nach Primaries wird für Private-Equity-Häuser immer intensiver.

ALotOfPeople/iStock/Thinkstock/GettyImages

Die Suche nach Primaries wird für Private-Equity-Häuser immer intensiver.

Für Private Equity wird es immer schwerer, Firmen zu kaufen, die noch nicht in der Hand eines Finanzinvestors waren. Das ist das Ergebnis des aktuellen FINANCE Midmarket-Private-Equity-Monitors. Demnach antworteten 69 Prozent der rund 50 befragten PE-Häuser, die Suche nach den begehrten so genannten Primaries sei in den letzten Jahren schwerer geworden.

29 Prozent sagten, es sei nicht schwerer geworden, an Primaries zu kommen. Bei Primaries handelt es sich um Investments in Unternehmen, die noch nie einem Finanzinvestor gehört haben und bei denen demzufolge die Möglichkeiten, den Wert rasch zu steigern, oft größer sind.

Um trotz hoher Konkurrenz an Primaries zu kommen, stellen die Finanzinvestoren der Umfrage zufolge zunehmend Deal-Sourcing-Spezialisten ein. So gab jeder fünfte befragte Investmentmanager an, einen auf das Auftun von Investitionsgelegenheiten konzentrierten Mitarbeiter in den nächsten zwölf Monaten einstellen zu wollen oder dies in den vergangenen zwölf Monaten getan zu haben.

Konkurrenz unter Private-Equity-Investoren steigt

Zwar ist die Zahl der Häuser, die sich dem Thema Originations-Spezialisten noch nicht widmet, mit 78 Prozent deutlich höher. Doch bedenkt man, dass für diese Funktion bis vor Kurzem noch keine eigenen Mitarbeiter abgestellt waren, sondern die Investmentmanager diese Aufgabe neben der Entwicklung der bestehenden Portfoliofirmen mit ausgeführt haben, so kann man hier von einem neuen Branchentrend sprechen.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Private-Equity-Investoren sehen sich selbst in Auktionen gegenüber strategischen Bietern langsam wieder in einer weniger unterlegenen Position. So bezifferten die befragten Investmentmanager ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber Strategen in der jetzt veröffentlichten Umfrage auf einer Skala von 1 bis 10 mit einem Wert von 5,24. Sechs Monate zuvor lag der Wert noch bei 4,77, vor einem Jahr bei 4,4.

Einander nehmen die Finanzinvestoren dagegen als immer stärkere Konkurrenz wahr. So sehen die befragten Investment-Manager den Konkurrenzdruck aus der eigenen Branche bei einem Wert von 8,57 (wieder auf einer Skala von 1 bis 10). In den drei vorangegangenen Umfragen pendelte die Zahl zwischen 8 und 8,28.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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