Geld & Liquidität
16.04.15

PE-Investor wächst weiter

Waterland schließt 1,55-Milliarden-Euro-Fonds

Von Jakob Eich

Der PE-Investor Waterland hat seinen sechsten Fonds in Rekordzeit geschlossen und Zusagen für 1,55 Milliarden Euro eingesammelt. Der neue Fonds enthält eine interessante Klausel, die Waterland viel Flexibilität bringt für die Jagd nach größeren Deals.

Der PE-Investor Waterland hat einen Fonds in Höhe von 1,55 Milliarden Euro geschlossen.

Thinkstock/Getty Images

Der PE-Investor Waterland hat einen Fonds in Höhe von 1,55 Milliarden Euro geschlossen.

Der pan-europäische und auch in Deutschland sehr präsente PE-Investor Waterland hat seinen sechsten Fonds für institutionelle Investoren aufgelegt. Wie das niederländische Unternehmen bekanntgab, hat das Vehikel ein Gesamtvolumen in Höhe von 1,55 Milliarden Euro. 1,25 Milliarden Euro davon fließen  in den Private Equity Fund VI (WPEF), weitere 300 Millionen Euro fließen in den sogenannten WPEF VI Overflow Fund.

Die Transaktion war Waterland zufolge „deutlich überzeichnet“. Insgesamt habe es von der Auflegung des Fonds bis zum Closing lediglich drei Monate gedauert. Investoren kommen jeweils zu 40 Prozent aus Europa und den Vereinigten Staaten und zu jeweils 10 Prozent aus der Asien-Pazifik-Region sowie aus dem Mittleren Osten.

MVision Private Equity Advisers waren im Rahmen der Transaktion als strategischer Berater und Clifford Chance als Rechtsberater tätig.

Waterland im oberen Bereich des Private-Equity-Marktes

Zu den Renditeerwartungen wollte sich Waterland nicht äußern. Dem Vernehmen nach soll Waterland in der Vergangenheit aber für seine Investoren Renditen von über 20 Prozent erwirtschaftet und damit im oberen Bereich des Private-Equity-Marktes gelegen haben.

Waterland will mit dem Geld aus dem Fonds in mittelgroße Unternehmen aus der DACH-Region, den Benelux-Staaten und Polen investieren und strebt dabei Kontrollmehrheiten in den jeweiligen Unternehmen an. Den fünften Fonds hatte Waterland im Jahr 2011 geschlossen. Dieser hatte ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro und ist bis jetzt zur Hälfte investiert. Inklusive des sechsten Fonds, betreut Waterland nun 4 Milliarden Euro an Kapitalzusagen.

Waterland hält sich Milliardendeals offen

Je Investition plant Waterland Eigenkapitalbeträge zu investieren, die zwischen einem niedrigen zweistelligen Millionenbereich und  etwa 100 Millionen Euro liegen. Der Overflow Fund greift, wenn Waterland ein Investment tätigen möchte, das in seiner Dimension über den normalen Rahmen deutlich hinausgeht.

Das sei in der Vergangenheit bereits vorgekommen, und Waterland wolle sich diese Option freihalten, sagte ein Waterland-Partner gegenüber FINANCE. Selbst einen  Milliardendeal  schloss er nicht aus.

Tatsächlich hat Waterland in Deutschland vorgemacht, was das bedeuten könnte: Im vergangenen Herbst hatte der PE-Investor den Klinikbetreiber Median übernommen. Der Kaufpreis wurde damals auf rund 1 Milliarde Euro geschätzt. Später wurde Median mit dem Klinikbetreiber RHM fusioniert,  der ebenfalls Teil des Waterland-Portfolios ist. Im Zuge dessen stoß Waterland auch einen Großteil der Immobilien ab. Dank des dafür erhaltenen Kaufpreises von rund 700 Millionen Euro reduzierten die Niederländer ihr Einzeldealrisiko bei Median deutlich.

jakob.eich[at]finance-magazin.de