Geld & Liquidität
17.07.17

FINANCE-Finanzierungsticker

Finanzierungen: Fresenius Medical Care, Jost, Elring Klinger

Von Antonia Kögler und Camilla Flocke

Fresenius Medical Care erhält eine neue Kreditvereinbarung über 3,9 Milliarden US-Dollar, Jost gibt weitere Detail zu seinem Börsengang bekannt und Elring Klinger platziert einen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fresenius Medical Care, Jost, Elring Klinger – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fresenius Medical Care

Fresenius Medical Care hat eine neue Kreditvereinbarung über 3,9 Milliarden US-Dollar erhalten.

Fresenius Medical Care refinanziert Kreditvereinbarung

Fresenius Medical Care, ein Anbieter von Dialyseprodukten, hat seine besicherte syndizierte Kreditvereinbarung vorzeitig zu besseren Konditionen refinanziert und verlängert. Diese lief eigentlich noch bis 2019. Rund 3,9 Milliarden US-Dollar umfasst die neue Kreditvereinbarung, die aus revolvierenden Kreditlinien und Darlehen besteht. Diese sind in US-Dollar und Euro denominiert und laufen bis 2020 und 2022. Die neue Kreditvereinbarung ist im Vergleich zur alten unbesichert und hat ein niedrigeres Volumen. Der bisherige Kredit belief sich auf 4,4 Milliarden Euro.

Jost nennt weitere Details zum Börsengang

Der LKW-Zulieferer Jost hat weitere Details zu seinem Börsengang bekannt gegeben. Die Preisspanne der Aktie wurde bei 25 Euro bis 31 Euro festgelegt, was einer Marktkapitalisierung von rund 381 Millionen Euro bis 441 Millionen Euro entspricht. Die Aktien werden im Rahmen einer Privatplatzierung ausgegeben, als erster Handelstag ist der 20. Juni geplant. Das Angebot umfasst bis zu 5,2 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bis zu 2,92 bestehende Inhaberaktien. Bis zu 1,14 Millionen weitere Aktien können in Rahmen von Mehrzuteilungsoptionen an institutionelle Investoren ausgegeben werden. Der PE-Investor Cinven, Haupteigentümer von Jost, hatte bereits angekündigt, sich von einem Aktienpaket zu trennen.

Jost erhofft sich durch die Transaktion einen Bruttoerlös von rund 130 Millionen Euro. Das Geld soll sowohl zur Rückzahlung von Krediten als auch für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Deutsche Bank, JP Morgan und die Commerzbank begleiten den IPO als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. BNP Paribas ist als weiterer Joint Bookrunner mandatiert, und Rothschild berät Jost als unabhängiger Financial Advisor.

Elring Klinger begibt neuen Schuldschein

Der Automobilzulieferer Elring Klinger hat einen Schulschein über 200 Millionen Euro platziert. Das Papier teilt sich in drei Tranchen mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren. Der durchschnittliche Zins liegt nach Unternehmensangaben bei 1,23 Prozent. Mit den neuen Mitteln sollen allgemeine Unternehmenszwecke finanziert werden, darunter die Refinanzierung von Verbindlichkeiten. CFO Thomas Jessulat konnte das geplante Volumen aufgrund hoher Investorennachfrage von 100 auf 200 Mio. Euro aufstocken. Mit dem Schuldschein will der Finanzchef die Konzernfinanzierung weiter diversifizieren. Die LBBW hat die Transaktion begleitet.

Weitere Finanzierungen

Die Deutsche Bahn hat über ihre niederländische Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance B.V. eine Anleihe über 530 Millionen Schwedische Kronen (rund 55 Millionen Euro) begeben. Im Rahmen einer Privatplatzierung wurde die Anleihe bei institutionellen Investoren aus Südkorea platziert. Der Bond besitzt eine Laufzeit von 15 Jahren, der Kupon liegt bei 2,2 Prozent. Der Anleiheerlös wurde in Euro geswappt. Mit dem Geld will der Bahnkonzern seine finanzielle Flexibilität erhöhen.

Der Bahntechnikkonzern Vossloh hat ein Schuldscheindarlehen über 250 Millionen Euro begeben. Das Darlehen teilt sich in vier Tranchen auf, die teils fest und teils variabel verzinst sind und Laufzeiten von vier beziehungsweise sieben Jahren besitzen. Die Zinsen wurden aufgrund der hohen Nachfrage am unteren Ende der Vermarktungsspanne festgelegt, wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärte. Das Darlehen soll einen Teil des im Frühjahr 2018 auslaufenden Konsortialkredits ablösen. BNP Paribas und Helaba begleiteten die Transaktion.

Die Immobiliengesellschaft Vonovia erhält von der Europäischen Investitionsbank einen Kredit über 300 Millionen Euro. Mit dem Darlehen, das über Garantien aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen ermöglicht wird, sollen Modernisierungsmaßnahmen am Wohnbestand finanziert werden. 


Die Aktien der neuen Metro sind seit der vergangenen Woche sowohl an der Frankfurter Wertpapierbörse als auch an der Börse Luxemburg gelistet. Damit ist die Aufspaltung der Metro Group in zwei börsennotierte Unternehmen abgeschlossen.

Der Küchenhersteller Alno hat beim Amtsgericht Hechingen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, ebenso wie die Tochtergesellschaften Gustav Wellmann und Alno Logistik & Service. Alle übrigen Tochtergesellschaften seien nicht betroffen. Auslöser für diesen Schritt war das Scheitern von Verhandlungen mit potentiellen Investoren und Gläubiger, teilt Alno mit. Den Gläubigern der Mittelstandsanleihe könnten damit schwere Verluste drohen. Die bis Mai 2018 laufende Anleihe besitzt ein Volumen von 45 Millionen Euro und wird mit 8,5 Prozent zum Nennwert verzinst.

Centrotec Sustainable, ein Hersteller von Produkten im Bereich der Gebäudetechnik, plant die Begebung eines unbesicherten Schuldscheins. Dieser soll ein Volumen von mindestens 50 Millionen Euro haben und sowohl festverzinsliche als auch variable Tranchen umfassen. Die Tranchen sollen Laufzeiten von sieben und zehn Jahren besitzen. Der Zinskupon steht bisher nicht fest. Centrotec Sustainable beabsichtigt mit dem Geld bestehendes Fremdkapital zu refinanzieren. Darüber hinaus soll ein Teil des Erlöses auch für allgemeine Investitionen verwendet werden.

Die Rohstoffhandelsgruppe Oryx Stainless Group, dessen Mutterkonzern die Oryx Stainless Holding ist, hat eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 100 Millionen Euro verlängert. Die Kreditlinie hatte eigentlich eine Laufzeit bis 2018, wurde aber nun in gleicher Höhe bis 2020 verlängert. Mit dem Geld sollen Bestände, Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen im In- und Ausland finanziert werden. Bei der Transaktion fungierte die HSBC als Bookrunner und gemeinsam mit der Commerzbank und der Rabobank  als Mandated Lead Arranger. Die NRW Bank, Société Générale und die DZ Bank waren als Lead Arranger an der Transaktion beteiligt.

Die DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate plant eine geratete, unbesicherte und festverzinsliche Unternehmensanleihe nach New Yorker Recht zu begeben. Der Bond soll einen Gesamtnennbetrag von 270 Millionen Euro haben und bis 2022 laufen. Der Kupon liegt bei 2,875 Prozent. Mit dem Erlös will DEMIRE unter anderem ausstehende Verbindlichkeiten refinanzieren. Die Deutsch Bank agierte gemeinsam mit Morgan Stanley als Joint Global Coordinator und zusammen mit Berenberg als Joint Bookrunners. Die Equinet Bank und die IKB waren Co-Lead Manager. Das Bankenkonsortium wurde von White & Case (Federführung: Gernot Wagner und Rebecca Emory) beraten.

Der Schweizer Messtechnikhersteller Landis+Gyr wird am 21. Juli an die Schweizer Börse gehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Zuletzt hatte der Mehrheitsaktionär Toshiba ebenfalls noch einen Unternehmenskauf in Erwägung gezogen. Landis+Gyr haben nach Reuters-Informationen die Preisspanne der Aktien bei 70 bis 82 Schweizer Franken festgelegt. Dadurch könne sich eine Marktkapitalisierung zwischen 2,1 und 2,4 Milliarden Schweizer Franken ergeben, heißt es weiter. Sowohl Toshiba als auch der Investmentfonds Innovation Network Corp of Japan wollen dem Bericht zufolge alle ihre Aktien im Zuge des IPOs verkaufen. UBS und Morgan Stanley sollen die Transaktion begleitet haben.

Der österreichische Strumpf- und Wäschehersteller Wolford hat von seinen Bankpartnern eine Verlängerung der Kreditlinien erhalten. Diese laufen nun bis zum 30. Juni 2018. Außerdem erhielt das Unternehmen eine Brückenfinanzierung über bis zu 10 Millionen Euro, mit der der saisonale Spitzenbedarf an Liquidität gedeckt werden soll. Zuletzt war bekannt geworden, dass die Hauptaktionäre von Wolford ihre Beteiligungen verkaufen wollen.

Telekom Finanzmanagement, eine Tochtergesellschaft der Telekom Austria Group, hat ihre im Dezember 2016 begebene Anleihe um 250 Millionen Euro aufgestockt. Der Bond besitzt einen Zinskupon von 1,5 Prozent und wird von der Telekom Austria garantiert. Mit dem Geld will das Unternehmen allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren. Société Générale und Mizuho Bank waren die Joint-Bookrunner bei der Transaktion.

Agragrius, ein Unternehmen, das auf die Bewirtschaftung von Ackerflächen spezialisiert ist, beabsichtigt die Wandlung der Teilschuldverschreibung der Wandelschuldverschreibung 2016/2021. Die Wandelanleihe umfasst 425.000 Euro. Sie wird in 85.000 Stückaktien umgewandelt, sodass sich das Grundkapital von Agrarius um 85.000 Euro auf 936.000 Euro erhöht.

Der Immobilieninvestor Peach Property Group hat sich einen Konsortialkredit über bis zu 60 Millionen Euro gesichert. Kreditgeber waren deutsche Sparkassen und Volksbanken, die der Peach Property Group zunächst 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dieser Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird zum Fünf-Jahres-Midswap-Satz plus 3,25 Prozent verzinst. In einem zweiten Schritt kann das Darlehen auf bis zu 60 Millionen Euro aufgestockt werden. Mit dem Geld plant der Immobilieninvestor die Akquisition weiterer Wohnimmobilien in Deutschland.

Das Biotech-Unternehmen Biosilu Healthcare hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. 180.000 neue Aktien platzierte das Unternehmen im Rahmen einer Privatplatzierung unter Ausschluss der Bezugsrechte bei deutschen Investoren. Bei einem Ausgabepreis von 2,78 Euro je Aktie flossen Biosilu Healthcare 500.400 Euro zu.

Das Pharmazieunternehmen Vita 34 hat eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht beschlossen. 816.810 neue Aktien sollen zu einem Bezugspreis von 6,10 Euro je Aktie in einem Verhältnis von 4:1 ausgegeben werden. Mit der niederländischen Hauptaktionärin MK Beleggingsmaatschappij Venlo B.V. wurde eine Backstop-Vereinbarung geschlossen. Das Unternehmen verpflichtet sich, die nicht bezogenen Aktien bis zu einem Höchstbetrag von 3 Millionen Euro zu erwerben. Vita 34 plant, mit dem Bruttoemissionserlös von bis zu 5 Millionen Euro die Übernahme von Seracell Pharma teilweise zu finanzieren. Die Oddo Seydler Bank begleitet die Transaktion.

Die Schweizer Immobiliengesellschaft Pax Anlage wird ab dem 10. Oktober 2017 nicht mehr an der Six Swiss Exchange gelistet sein. Einen entsprechenden Antrag zur Dekotierung der Aktien des Unternehmens hat die Six Exchange Regulation bewilligt.

Das Fintech The Naga Group ist seit der vergangenen Woche, wie angekündigt, im Börsensegment Scale der Deutschen Börse gelistet. Der erste Kurs der Aktien lag bei 3,60 Euro, der Angebotspreis hatte bei 2,60 gelegen. Allen & Overy (Federführung: Kai A. Schaffelhuber) hat The Naga Group bei ihrem IPO beraten.

Das Venture-Capital-Unternehmen Felix Capital hat seinen zweiten Fonds geschlossen. Dieser besitzt ein Volumen von 150 Millionen US-Dollar. Dieses Geld soll vor allem in Start-ups investiert werden, die Technologie und Kreativität verbinden.

Der Venture-Capital-Investor Partech Ventures hat seinen siebten Venture-Fonds mit einem Volumen von 400 Millionen Euro geschlossen. Das Geld soll in Finanzierungsrunden der Serie A oder B eingesetzt werden. Zu den Geldgebern gehören europäische und US-amerikanische Investoren, Business Angel, Unternehmer sowie Tech-Führungskräfte. Bisher fanden bereits zehn Investitionen aus dem neuen Fonds statt.

Ratingmeldungen

Scope bestätigt das Emittenten-Rating des Gasekonzerns Linde und von dessen Finanzierungsgesellschaft Linde Finance bei A+. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit der soliden Marktposition des Unternehmens und der konservativen Finanzpolitik des Managements.

Euler Hermes Rating bewertet die Eos Holding, einen Anbieter von individuellen Finanzdienstleistungen, mit A. Die Ratingagentur verwies in ihrer Begründung unter anderem auf das Ertragsniveau, die gute Entschuldungsfähigkeit und die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens.

Moody’s bewertet das DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate zum ersten Mal vorläufig mit Ba2. Die geplante Unternehmensanleihe des Unternehmens wird ebenfalls vorläufig mit Ba2 geratet. Der Ausblick ist in beiden Fällen stabil. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit dem Geschäftsmodell von DEMIRE sowie mit dem kleinen aber gut diversifizierten Immobilienportfolio des Unternehmens.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.