Geld & Liquidität
10.07.17

FINANCE-Finanzierungsticker

Finanzierungen: Hapag-Lloyd, Zur Rose, Heckler & Koch

Von Antonia Kögler und Camilla Flocke

Hapag-Lloyd platziert eine Anleihe über 450 Millionen Euro, Zur Rose hat den Börsengang erfolgreich abgeschlossen und Heckler & Koch erhält eine neue Kapitalspritze – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Hapag-Lloyd, Zur Rose, Heckler & Koch – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Hapag-Lloyd

Hapag-Lloyd konnte das Volumen seiner Anleihe um weitere 150 Millionen Euro erhöhen.

Hapag-Lloyd begibt Anleihe über 450 Millionen Euro

Die Reederei Hapag-Lloyd hat eine Anleihe über 450 Millionen Euro platziert. Zunächst war ein Volumen von 300 Millionen Euro angepeilt worden, wurde dann aber um weitere 150 Millionen Euro erhöht. Der Bond besitzt eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 5,125 Prozent verzinst. Mit dem Geld sollen bereits bestehende Anleihen vorzeitig abgelöst werden, die im Herbst 2018 und im Herbst 2019 fällig werden. Ein Team von White & Case unter der Federführung von Rebecca Emory hat Hapag-Lloyd bei der Transaktion beraten.

Zur Rose mit erfolgreichem Börsendebüt

Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose ist seit der vergangenen Woche an der Schweizer Börse Six gelistet. Der Angebotspreis lag mit 140 Schweizer Franken je Aktie am oberen Ende der Preisspanne. Diese war zuletzt auf 135 bis 140 Schweizer Franken festgelegt worden. Einem Bericht der Finanznachrichtenplattform „finanzen.ch“ zufolge sei das Orderbuch „mehrfach überzeichnet“ gewesen. Wenn die Mehrzuteilungsoptionen vollständig ausgeübt werden, ergibt sich ein Platzierungsvolumen von rund 252 Millionen Schweizer Franken. White & Case (Federführung: Gernot Wagner) stand der Zur Rose Group bei ihrem Börsengang beratend zur Seite.

Heckler & Koch bekommt frisches Geld

Der Waffenhersteller Heckler & Koch erhält ein Gesellschafterdarlehen über 50 Millionen Euro. Der Name des Großaktionärs, der dem hochverschuldeten Unternehmen die Kapitalspritze gibt, ist nicht bekannt. Im August soll das Darlehen in Eigenkapital umgewandelt werden. Die dafür benötigte Genehmigung für die Kapitalerhöhung will das Unternehmen auf der Hauptversammlung Mitte August einholen. Mit dem neuen Kapital rüstet sich das Unternehmen für die bevorstehende Umschuldung.

Weitere Finanzierungen

Das Immobilienunternehmen DIC Asset hat einen Bond über 130 Millionen Euro platziert. Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Volumen der Anleihe von 100 Millionen Euro auf 130 Millionen Euro aufgestockt. Das Papier wurde im Rahmen einer Privatplatzierung ausgegeben und hat eine Laufzeit von fünf Jahren, der Kupon liegt bei 3,25 Prozent und damit am unteren Ende der Vermarktungsspanne. Mit dem Erlös will DIC Asset unter anderem bestehende Schulden, insbesondere eine ausstehende Schuldverschreibung über 100 Millionen Euro zurückzahlen. Das Bankhaus Lampe und Citi waren die Joint Lead Manager der Transaktion.

Die Treofan-Gruppe, die Polypropylenfolien entwickelt, produziert und vermarktet, hat ihre Kreditlinie refinanziert. Die Refinanzierung erfolgte über mehrere von der Deutschen Bank arrangierte, besicherte Schuldscheindarlehen über insgesamt 100 Millionen Euro. Außerdem erhielt die Treofan-Gruppe von der Deutschen Bank und der Commerzbank eine neue revolvierende Kreditlinie über 20 Millionen Euro. White & Case (Federführung: Tom Oliver Schorling und Matthias Bochum) hat das Unternehmen bei der Transaktion beraten.

Der schwer angeschlagene Erotikhändler Beate Uhse kann die Zinsen seiner Mittelstandsanleihe nicht pünktlich begleichen. Das Unternehmen beabsichtigt nun, die Zahlung in der sogenannten Grace Period, also in den 21 Tagen nach Fälligkeit, nachzuholen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Beate Uhse die Zinsen seiner Anleihe verspätet bezahlt.

Die österreichische Raiffeisen Bank International verschiebt den geplanten Börsengang ihrer polnischen Tochtergesellschaft Raiffeisen Bank Polska. Grund hierfür sei das nicht ausreichende Interesse am Angebot innerhalb der von den Aufsichtsbehörden vorgegeben Parameter, wie die Bank in einer Mitteilung erklärte. Ein neuer Zeitplan für einen möglichen IPO liegt noch nicht vor.

95 Prozent der Anteile einer 60 Millionen Euro schweren, fälligen Wandelanleihe des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druckmaschinen wurden von den Investoren in Aktien des Unternehmens gewandelt. Als Folge daraus ergeben sich für Heidelberger Druckmaschinen eine geringere Verschuldung und um rund 5 Millionen Euro geringere Zinskosten. Außerdem hat sich die Eigenkapitalquote des Unternehmens um rund 2,5 Prozent erhöht.

Allen & Overy hat den Stahlkonzern Salzgitter im Zusammenhang mit einer syndizierten revolvierende Kreditlinie über 560 Millionen Euro beraten. Weitere Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Squirro, ein Lösungsanbieter in den Bereichen Context Intelligence und Insights, hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 10 Millionen Dollar eingeworben. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von der Fin-Tech-Venture-Capital-Firma Orange Growth Capital. Darüber hinaus haben sich Salesforce Ventures und bisherige Investoren beteiligt. Das Unternehmen wird die Mittel unter anderem zur Beschleunigung seines Wachstums und zur Stärkung seiner Präsenz in Nordamerika und Europa nutzen.

Der IT-Dienstleister Schneider-Neureither & Partner (SNP) hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 18,74 Millionen Euro sammelte das Unternehmen durch die Ausgabe von 497.677 neuen Aktien ein. Der Ausgabepreis lag bei 37,65 Euro je Aktie. Nach Angaben von SNP wurde das Orderbuch aufgrund der großen Nachfrage frühzeitig geschlossen.

Der Onlinespielehersteller Gamigo hat wie angekündigt seine Anleihe mit Fälligkeit in 2018 vorzeitig zu einem Nennbetrag von 101,5 Prozent zurückgezahlt. Grund hierfür sei die „gute wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft“, so das Unternehmen. Daher habe sich Gamigo auch mit der Unicredit Bank über die Aufnahme eines Darlehens einigen können. Mit der Bank sei ein Finanzierungskonzept ausgearbeitet worden, dass die vorzeitige Ablösung des Bonds und die Finanzierung der weiteren Wachstumsstrategie ermöglicht, teilt das Unternehmen mit.

Das Kölner Start-up ArangoDB hat in einer Finanzierungsrunde 4,2 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Kapitalgebern gehörte unter anderem die Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners. Target Partners wurde von Reed Smith (Federführung: Justus Binder) beraten.

Der Schweizer Messtechnikhersteller Landis+Gyr plant offenbar noch im dritten Quartal an die Schweizer Börse zu gehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Alternativ käme ein Verkauf des Unternehmens durch den Mehrheitsaktionär Toshiba in Frage. Nach den Informationen von Reuters soll sich die Gruppe der Interessenten auf die Private-Equity-Tochter von Goldman Sachs und die kanadische Onex verkleinert haben. Eine finale Entscheidung zwischen IPO und Verkauf sei noch nicht gefallen, heißt es weiter. Ein Insider berichtete der Nachrichtenagentur, dass ein Börsengang jedoch wahrscheinlicher sei.

Das Stuttgarter Unternehmen Cloud No 7 hat seine ausstehenden Schuldverschreibungen inklusive Zinsen zurückgezahlt. Die Immobilien-Projektanleihe hatte ursprünglich ein Volumen von 35 Millionen Euro und wurde mit 6 Prozent verzinst. Sie wurde 2013 von Cloud No 7 begeben und diente der Baufinanzierung des gleichnamigen Wohn- und Hotelturms. Seither hatte das Unternehmen bereits im Januar 2016 einen Teil der Schuldverschreibungen zurückgezahlt sowie im November 2016 einen weiteren Teil zurückgekauft. Das Anleihevolumen der nun zurückgezahlten Schuldverschreibungen umfasste rund 29,55 Millionen Euro.

Die Marenave Schifffahrts AG erklärt ihre finanzielle Restrukturierung für beendet. Durch die Verteilung von Übererlös aus dem Verkauf eines Autotransporters an die Banken sei eine Enthaftung wirksam geworden. Im Frühjahr konnte das Unternehmen als Teil seines Sanierungskonzepts zudem zwei neue Investoren gewinnen.

Das Biopharmazieunternehmen 4SC hat seine angekündigte Barkapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 11,68 Millionen Aktien platzierte das Unternehmen bei bestehenden Großaktionären und neuen institutionellen Investoren. Der Ausgabepreis lag bei 3,50 Euro je Aktie, wodurch 4SC ein Bruttoemissionserlös von rund 41 Millionen Euro zufloss. Der Erlös soll für die Weiterentwicklung von Medikamenten genutzt werden.

Ratingmeldungen

Standard & Poor’s bestätigt das Kreditrating des Versicherers Swiss Life bei A, der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit der gefestigten Kapital- und Ertragsposition.

Oekom Research bewertet das Energieunternehmen Green City Energy mit B+, was bei der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ein sogenannter Prime-Status ist.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.