Märkte & Wirtschaft
24.07.17

Nach Jack-Wolfskin-Deal

Deutschlandchef Axel Herberg hat Blackstone verlassen

Von Jakob Eich

Der langjährige Deutschlandchef Axel Herberg hat den Finanzinvestor Blackstone verlassen. Die Bilanz des Ex-Gerresheimer-Chefs ist durchwachsen.

Düsseldorfer Skyline: Der langjährige Deutschlandchef von Blackstone, Axel Herberg, reitet in den Sonnenuntergang und verlässt das Düsseldorfer Büro des US-Investors. Der 59-Jährige will sich künftig auf eigene Investments konzentrieren.

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Düsseldorfer Skyline: Der langjährige Deutschlandchef von Blackstone, Axel Herberg, reitet in den Sonnenuntergang und verlässt das Düsseldorfer Büro des US-Investors. Der 59-Jährige will sich künftig auf eigene Investments konzentrieren.

Axel Herberg hat sein Amt als Chef des deutschen Niederlassung des Finanzinvestors Blackstone Ende Juni niedergelegt. Das berichtet das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Herberg direkt. Der 59-Jährige leitete seit 2010 das damals neu eröffnete Düsseldorfer Büro des Private-Equity-Investors.

Einen Nachfolger für Herberg hat Blackstone zunächst nicht benannt. Das Geschäft wird laut Bericht zunächst von einem Team in London geführt. Erst 2018 soll Herbergs Position mit einem deutschen Blackstone-Partner wieder neu besetzt werden.

Blackstone verliert bei Jack Wolfskin 300 Millionen Euro

Dass sich bei Blackstone in Deutschland die Führungsfrage stellt und die Europazentrale in London zunächst einmal auf ein „Weiter so“ verzichtet, hat gute Gründe. Während die Private-Equity-Branche von Rekord zu Rekord eilt und die Blackstone-Rivalen in den vergangenen Jahren in Deutschland zahlreiche Investments mit hohen Renditen abschließen konnten, ist die Bilanz von Blackstone durch zahlreiche schwierige Beteiligungen geprägt.

So gelang unter Herbergs Ägide einerseits zwar der Börsengang des Internetportals Scout 24, an dem Blackstone minderheitlich beteiligt war. Auch das Investment in den Kamerahersteller Leica performt offenbar zufriedenstellend. Doch die wichtigste Deutschland-Beteiligung der vergangenen Jahre – den Outdoorausrüster Jack Wolfskin – musste Blackstone vor wenigen Wochen an Hedgefonds abgeben. Der Deal hat den PE-Investor nach Berechnungen des „Manager Magazins“ 300 Millionen Euro Eigenkapital gekostet.

Die 2011 von Blackstone erworbene Jack Wolfskin drohte von hohen Schulden erdrückt zu werden, nachdem die anvisierte Internationalisierung fehlgeschlagen war. Im Februar hatte Blackstone den Gläubigern noch selbst ein Angebot unterbreitet, das diese aber ausgeschlagen hatten.

Auch die Beteiligung an dem Folienhersteller Klöckner Pentaplast wurde Blackstone im Juni 2012 nur nach langem Hin und Her wieder los. Letztlich kaufte der US-Investor SVP das Unternehmen. Auch dieses Investment lief für Blackstone unerfreulich.

Axel Herberg will sich auf private Investments konzentrieren

Vor seinem Engagement bei Blackstone hatte Axel Herberg als CEO den Verpackungshersteller Gerresheimer – ebenfalls eine frühere Blackstone-Beteiligung – geführt und den Börsengang der Düsseldorfer im Jahr 2007 vorbereitet.

Dem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge will Herberg sich nach seinem Abschied von Blackstone nun mehr Zeit für eigene Investments nehmen. Zudem hat er noch Aufsichtsratsposten bei Gerresheimer und Leica. Blackstone will er als Chairman der deutschen Gesellschaft und als Senior Advisor zunächst weiter zur Verfügung stehen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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