Märkte & Wirtschaft
17.07.17

Nach verhaltenem ersten Halbjahr 2016

Deutsche Bank glänzt in den Halbjahres-League-Tables

Von Sabine Reifenberger

2016 war die Deutsche Bank zum Halbjahr in den League Tables weit abgeschlagen. Ein Jahr später läuft es deutlich besser: Die Frankfurter belegen in mehreren Bereichen Top-Plätze in den Rankings.

Die Deutsche Bank konnte im ersten Halbjahr besonders bei Fremdkapitaltransaktionen punkten. Auch in den übrigen League Tables ist sie besser positioniert als 2016.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank konnte im ersten Halbjahr besonders bei Fremdkapitaltransaktionen punkten. Auch in den übrigen League Tables ist sie besser positioniert als 2016.

Der Fremdkapitalmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz boomt: Mit 75,1 Milliarden US-Dollar ist das Volumen der von Investmentgrade-Unternehmen emittierten Anleihen gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 um 81 Prozent gestiegen, zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans jeden Monat exklusiv für FINANCE aufbereitet. Die mit Abstand aktivste Branche war dabei der Automobilsektor.

Im Bookrunner-Ranking profitiert von dem Boom besonders die Deutsche Bank: Dealogic zufolge schloss sie das erste Halbjahr 2016 nach finalen Bereinigungen auf dem neunten Rang ab. Das erste Halbjahr 2017 lief dagegen deutlich besser: Mit 22 begleiteten Transaktionen im Gesamtvolumen von 8,56 Milliarden Dollar übernahm die Deutsche Bank die Führung in den aktuellen League Tables. Die BNP Paribas reiht sich knapp dahinter auf dem zweiten Platz ein (8,30 Milliarden Dollar). Nicht in den League Tables vertreten ist die Unicredit – sie hatte im Vorjahreszeitraum noch die Spitzenposition bei DCM-Transaktionen inne.

Deutsche Bank bei SynLoans knapp vor Commerzbank

Bei syndizierten Krediten bleibt die Unicredit Spitzenreiter. Mit 45 begleiteten Transaktionen im Gesamtvolumen von 6,41 Milliarden Dollar führt sie diesbezüglich die League Tables an. Es folgen zwei deutsche Wettbewerber: Die Deutsche Bank sicherte sich den zweiten Rang mit 35 begleiteten Deals im Volumen von 5,08 Milliarden Dollar. Dicht dahinter folgt die Commerzbank, die 44 syndizierte Kredite im Gesamtvolumen von 4,89 Milliarden Dollar arrangierte.

Einen enormen Sprung nach vorn macht Goldman Sachs: Nach dem ersten Halbjahr 2016 führte Dealogic die US-Bank im Bereich Syndicated Loans nur auf Platz 51, im ersten Halbjahr 2017 reichte ein begleitetes Volumen von 4,2 Milliarden Dollar für den vierten Rang – allerdings verteilt auf nur 13 Transaktionen. Während das Kreditvolumen in der DACH-Region insgesamt auf Vorjahresniveau liegt, ist der Anteil des deutschen Marktes deutlich gewachsen:  Das Volumen stieg hierzulande von 36,5 auf 52,2 Milliarden Dollar.

J.P. Morgan verliert am Eigenkapitalmarkt Boden

Im Bookrunner Ranking für Eigenkapitaltransaktionen sicherte sich die UBS erneut den ersten Platz. Mit 15 begleiteten Transaktionen war sie im ersten Halbjahr so aktiv wie keine andere Bank in den Top Ten und betreute mit 8,45 Milliarden Dollar das höchste Gesamtvolumen an Deals. Die Deutsche Bank belegte den zweiten Rang und verbesserte sich gegenüber dem Halbjahresranking 2016 damit um eine Position. Sie begleitete 14 Eigenkapitaltransaktionen mit einem Gesamtvolumen von 3,77 Milliarden Dollar.

Den dritten Rang sicherte sich Morgan Stanley vor den Wettbewerbern von Citi und Goldman Sachs. Die US-Bank J.P. Morgan, die im Vorjahr noch den zweiten Rang im Halbjahresranking belegt hatte, ist dieses Mal dagegen nicht in den League Tables vertreten.Die vollständigen Datenblätter für die DACH-Region stehen in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download  zur Verfügung.

M&A League Tables: Deutsche Bank rutscht in die Top Ten

Am M&A-Markt waren deutsche Zielunternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gefragter als im Vorjahr: Das M&A-Volumen mit Targets in Deutschland lag mit 43,6 Milliarden Dollar um 24 Prozent über dem Vorjahr. Auch der größte Zukauf in der DACH-Region fand im Juni in Deutschland statt. Der US-Konzern Deere kündigte an, mehr als 5 Milliarden Dollar für das Familienunternehmen Wirtgen zahlen zu wollen.

Das Halbjahresranking bei M&A-Deals führt eine US-Bank an: Die Bank of America Merrill Lynch sicherte sich die Spitzenpositon. Sie betreute Dealogic zufolge im ersten Halbjahr elf Transaktionen im Gesamtvolumen von 61,70 Milliarden Dollar. Ebenso viele M&A-Deals, allerdings mit einem niedrigeren Gesamtwert von 52,90 Milliarden Dollar begleiteten die Wettbewerber der Citi. Der Deutschen Bank gelang ein Achtungserfolg: Nachdem sie im ersten Halbjahr 2016 nicht in den Top-Ten vertreten war, reichte es nun für den zehnten Platz.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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