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Roundtable Non Performing Loans
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Ausgabe 11 | Dezember 2009

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Umfrage: Was wird das Restrukturierungsjahr 2010 bringen?

Foto Dr. Henrik Fastrich
Partner, Orlando Management GmbH, München

Finanzierungen für Restrukturierungsfälle bleiben mühsam, da Working Capital nur gegen belastbare Assets mit deutlichen Abschlägen vom Liquidationswert verfügbar ist. Im Vordergrund stehen Eigenkapitalfinanzierungen, wobei die Hoffnung auf ein späteres Releverage bescheiden bleibt. Restrukturierungsfälle und Insolvenzen nehmen zum Ende der Krise und zu Beginn der wirtschaftlichen Erholung zu. Dafür gibt es folgende Gründe: Auftragsabschlüsse mit zu niedrigen Preisen und Deckungsbeiträgen während der Krise führen zu einer schleichenden Verschlechterung von Ergebnis und Cashflow. Kostengünstige Restrukturierungsmaßnahmen (z. B. Abbau von Leiharbeitern) sind umgesetzt, zusätzlicher Finanzierungsbedarf für Working Capital und Investitionen bei steigendem Auftragsvolumen sind nicht mehr aus operativem Cashflow finanzierbar. Banken sind häufig nicht bereit, vorhandene Engagements fortzusetzen, was die Zahl der Insolvenzen erhöht.

Restrukturierungstransaktionen werden 2010 nur in Ausnahmefällen attraktiver. Auf der Jagd nach vermeintlichen Schnäppchen verursachen viele Universaldilettanten zu hohe Kaufpreise. Doch die ausgelobten Mitgiften sind meist zu gering, um große Verlustbringer wieder profitabel zu machen.

Nachhaltige Restrukturierungen sind äußerst anspruchsvoll, erfordern viel Erfahrung und Konsequenz in der Umsetzung. Verhandlungsgeschick und Gefühl für das Machbare sind die Basis. „Hau-drauf-Methoden“ funktionieren selten. 2010 wird das Sprungbrett für 2011 und 2012. Deshalb: „Pulver trocken halten“ und „Augen auf beim Einkauf“!


FotoDr. Ansgar Zwick
Co-Europachef, Houlihan Lokey, Frankfurt am Main

Auch wenn viele Marktteilnehmer schon wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, werden Finanzierungen für Unternehmen auch 2010 eine Herausforderung sein. Betroffen sind dabei sowohl Wachstums- als auch Refinanzierungen. Allein bis 2012 werden in Europa ca. 60 Milliarden Euro erstrangig besicherter Leveraged Loans fällig.

Banken bewerten die Risiko-Ertrags-Situation ihrer Kreditnehmer neu. Dies führt zu einem Anstieg der Zinsmargen bei gleichzeitiger Verringerung der Verschuldungsmultiplikatoren auf Seiten der Unternehmen. Auf diese Weise entsteht automatisch eine Finanzierungslücke am Markt. Neben der Automobilbranche werden vor allem Sektoren wie Retail, Chemie, aber auch der Maschinenbau in den Fokus der Restrukturierungsaktivitäten rücken. So wird erwartet, dass die Maschinenbaubranche erst 2013/14 wieder das Niveau von 2007 erreichen wird.

2010 wird deshalb ein heißes Jahr. Wer stellt frisches Kapital zu welchen Konditionen zur Verfügung, und wie sieht die künftige Verteilung der Wertsteigerung aus? Dies werden die zentralen Fragen der Restrukturierungsfälle des kommenden Jahres sein.


FotoDr. Peter Mauritz
Managing Partner, Prolimity GmbH, Frankfurt am Main

Die Krise wird sich – unter anderem wegen des 2010 erfolgten Abbaus der 2009 noch hohen Auftragsbestände – in vielen Unternehmen verschärfen. Banken werden bei der Kreditvergabe sehr zögerlich bleiben. Um der Unsicherheit zu begegnen, werden mittlerweile in immer früheren Stadien Sanierungsgutachten bei Kreditnehmern eingefordert. Das bringt die Kapazität der großen Sanierungsberatungen an ihre Leistungsgrenzen, da die Rettung von Unternehmen in der Krise langjährige operative Berufserfahrungen erfordert, die dort nicht mehr beliebig vermehrbar sind. Der neugefasste Standard für Sanierungsgutachten (IDW S6) wird sich als Benchmark durchsetzen.

Um auch die Umsetzung von operativen Maßnahmen zu forcieren – und nicht nur unter den finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen zu leiden –, werden auch kleinere Banken bei ihren Problemkreditnehmern noch stärker darauf drängen, interimistisch tätige, erfahrene Chief Restructuring Officer (CROs) und Restrukturierungsteams auf Zeit einzusetzen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wird weiter steigen trotz der Aussetzung der Überschuldung als Insolvenzgrund bis Ende 2013. Als Antwort werden Banken verstärkt selber ins Eigenkapital gehen. Von der Restrukturierungsindustrie werden wir innovative Lösungen für die Bereitstellung von Eigenkapital (z.B. spezielle Funds wie Bankruptcy-Protected-Buyout-Funds) für den erfolgreichen Turnaround für schwache oder gar insolvente Unternehmen sehen. Es werden verstärkt Distressed-Buyout-Firmen auch in Deutschland als Investoren tätig sein, die als Teil des Investment-Cases neben Kapital sehr aktiv Restrukturierungs- maßahmenpläne nicht nur entwerfen, sondern diese auch umsetzen wollen und können.


FotoThomas Müldner
Head of Debt Restructuring Advisory, Commerzbank AG, Frankfurt am Main

2010 wird restrukturierungsseitig das Jahr des Übergangs werden. Die großen Restrukturierungen in der LBO- aber auch in der Corporate-Welt sind abgearbeitet oder kurz vor der Finalisierung. Der Schwerpunkt wird sich daher auf die mittelgroßen und kleineren Fälle verlagern, die zum einen aus Kapazitätsgründen bei den Intensive Care-Einheiten der Kreditgeber „geschoben“ wurden, zum anderen erfahrungsgemäß zum Ende einer Krise in die eigentlichen Liquiditätsengpässe bei wieder steigenden Working-Capital-Anforderungen laufen werden. Daneben mag es noch den einen oder anderen „Wiederkehrer“ geben, bei denen die 2009 erfolgten Anpassungen wie Covenant-Resets, insbesondere bei Unternehmen aus den spätzyklischen Branchen, sich als nicht ausreichend herausstellen werden.

Die Herausforderungen in den Restrukturierungsfällen bleiben unverändert: Aus Kreditgebersicht wird man weitgehenden Wertberichtigungsbedarf vermeiden wollen und damit auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung setzen, andererseits aber neue zusätzliche Kreditmittel nur bedingt bereitstellen wollen. Im breiten Mittelstand ohne Kapitalmarktzugang wird daher die Diskussion um alternative Finanzierungsformen wieder an Bedeutung gewinnen. Zumal spätestens zum Ende des Jahres 2010 die große Refinanzierungswelle, u.a. auch aus den strukturierten Mezzanine-Programmen, die in den Jahren 2011 bis 2013 ansteht, stärker in den Blickpunkt rücken wird.


FotoKlaus Jäger
Rechtsanwalt und Partner im Distressed-Assets-Team bei CMS Hasche Sigle, Köln

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wird im Jahr 2010 weiter steigen. Dies ist ein Trend, den wir bei CMS Hasche Sigle im vierten Quartal durch die erhöhte Anzahl von Insolvenz- und Restrukturierungsberatungen beobachten konnten und der sich unseres Erachtens weiter fortsetzen wird. Der Grund ist zum einen darin zu suchen, dass noch bestehende Aufträge weitestgehend im Jahre 2009 abgearbeitet wurden. Neue, zu „Kampfpreisen“ angenommene Aufträge führen nunmehr zu einer Verschlechterung der Ertragslage. Zum anderen fehlt in vielen Fällen die Unterstützung der Banken, die bisher gewährte Stillhaltezusagen nicht mehr weiter gewähren können und nicht bereit sind, zusätzliche Kreditmittel zur Verfügung zu stellen.

Aus unserer Sicht werden sich die Banken im Jahre 2010 der Frage stellen müssen, ob sie bereit sind, ins Eigenkapital zu gehen. Bisher wurde eine Entscheidung zu dieser Frage oftmals durch Stillhaltezusagen und Sanierungsgutachten vermieden. Ein erheblicher Wertberichtigungsbedarf wird wegen der bevorstehenden Jahresabschlüsse nicht mehr zu vermeiden sein. Aus unserer Sicht werden die Banken nur bedingt bereit sein, diesen Schritt ins Eigenkapital zu gehen. Zum einen scheuen die Banken die rechtlichen Thematiken wie beispielsweise Nachrangigkeit der Restkredite bzw. die Differenzhaftung. Zum anderen bedarf eine nachhaltige Restrukturierung viel Erfahrung und einen erheblichen Zeitaufwand zur Umsetzung. Ich gehe davon aus, dass es zu Kooperationen zwischen Banken und auf Restrukturierungen spezialisierten Distressed-Assets-Investoren kommen wird.



Kampf um die Finanzierung

Von Markus Dentz

Für einige Unternehmen werden die letzten Tage des Jahres zur Zitterpartie. Der Hauptgrund dafür sind die aufgrund von Ergebniseinbrüchen in Gefahr gekommenen Finanzkennzahlen, kurz Covenants. Eine recht verfahrene Situation gibt es derzeit beim Brillenglasshersteller Carl Zeiss Vision (CZV), der zu gleichen Teilen dem Zeiss-Konzern und dem Private-Equity-Investor EQT gehört. Beobachter gehen davon aus, dass der Konzern in dem im September abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 seine Finanzkennziffern nicht einhalten konnte. Besonders die sogenannte Leverage-Ratio, die das 5,9-fache Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nicht überschreiten darf, scheint das Problem zu sein. Der Brillenglashersteller leidet unter einem globalen Preisverfall und einer Zurückhaltung der Konsumenten, was das EBITDA, das ursprünglich bei 100 Millionen Euro lag, unter Druck brachte. Selbst die im Frühjahr korrigierten Planzahlen wird CZV nicht einhalten können.

Das Bankenkonsortium hat darauf reagiert und bereits im September ein Komitee unter Führung der Deutschen Bank gebildet, dem u.a. auch HBOS und Commerzbank angehören. Das Unternehmen hat zudem ein Gutachten bei PwC in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse nun im Dezember erwartet werden. Auf Nachfrage räumte ein Sprecher von CZV ein, dass man sich in einer tiefgreifenden Restrukturierung befinde. Die Finanzkennzahlen wollte er jedoch nicht kommentieren, da CZV keinen öffentlichen Geschäftsbericht abliefert. Beobachter sprechen nun von einer Catch22-Situation – keiner der Beteiligten kann wirklich handeln. Von einem Schuldenverkauf wurde bisher nichts bekannt.

Es wird angenommen, dass die Eigentümer von CZV bei einem Covenant-Bruch eine „Equity Cure“ nutzen könnten. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Kapitalerhöhung um 35 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Carl Zeiss und EQT gezeichnet wurde. Die Interessen der Eigentümer sind aber unterschiedlich: Während Carl Zeiss mit seinem Namen in dem Fall steckt, dürfte das Investment für den Fonds EQT III schon durch den Recap im Jahre 2007 eine positive Rendite erwirtschaftet haben. Damals bürdeten die Partner dem Unternehmen 855 Millionen Euro neue Verbindlichkeiten auf – bei einem Umsatz von 892 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2007/08). Doch auch der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft droht beim Scheitern der Kreditverhandlungen ein Imageschaden.

Probleme bei Behr
Ähnlich problematisch ist die Situation bei Behr in Stuttgart. Der Kühl- und Klimatechnikspezialist (Umsatz 2008: 3,33 Mrd. Euro), der zu den zehn größten Automobilzulieferern Deutschlands zählt, kämpft mit hohen Verlusten. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr lagen diese bei 70 Millionen Euro, im Jahr 2009 sollen sie doppelt so hoch ausfallen. Die Probleme des Kühltechnikspezialisten sind nur zum Teil krisenbedingt. Bereits in besseren Zeiten kämpfte das Unternehmen mit einem schleichenden Ertragsverfall. Wie Carl Zeiss Vision ist es hoch verschuldet: In den vergangenen Jahren nahm Behr Kredite, Schuldscheine und eine Hybridanleihe über 100 Millionen Euro auf. Ein wesentlicher Gläubiger ist die LBBW.

Bereits seit etwa einem halben Jahr läuft ein Verkaufsprozess, in dem sich die Familieneigentümer von einem Minderheitenanteil trennen wollen. Der neue Gesellschafter soll möglichst auch frisches Eigenkapital mitbringen. Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft BWK, die mit rund 23 Prozent an Behr beteiligt ist, würde dann verwässert. Doch bisher waren die Anstrengungen nicht von Erfolg gekrönt. Beobachter meinen, den Grund zu kennen: Der Equity-Value von Behr liege bei null, was es für Käufer uninteressant mache. Auch für die Sparte Behr Industry, deren Verkauf zumindest ein kleiner Befreiungsschlag sein könnte, fand sich bisher kein Käufer. Erschwert wird die Situation dadurch, dass der langjährige CFO Wolfgang Schäfer zum Jahresende scheidet und zu Continental wechselt.

Chemiekonzerne unter Druck
Auch im Chemiesektor gibt es derzeit aufreibende Verhandlungen. H.C. Starck kann offenbar seine Kreditauflagen nicht einhalten. Nach der Wirtschaftskrise werde der Umsatz nur bei 70 bis 80 Prozent der 857 Millionen Euro liegen, die im Jahr 2008 erwirtschaftet worden waren, hatte die neue Führungsspitze vor kurzem eingeräumt. Die Krise habe enormen Preisdruck ausgelöst. Bereits im vergangenen Jahr waren 230 der gut 3.200 Stellen gestrichen worden, in Deutschland gab es 126 Kündigungen.

Die Covenants von H.C. Starck sind laut Bankenkreisen, auf die sich Reuters bezieht, zu hoch, um eingehalten zu werden. Nun bemüht sich der Konzern um niedrigere Hürden. Die ehemalige Bayer-Tochter gehört seit 2007 den Investoren Advent International und Carlyle. Mit 500 Millionen Euro ist das Unternehmen hochverschuldet. Zurzeit besteht offenbar ein Stillhalteabkommen mit den Banken, die Kredite können erst einmal nicht gekündigt werden.

Auch der Spezialchemiekonzern Almatis befindet sich in der Krise. Dem Aluminiumoxidhersteller hat die Wirtschaftskrise schwer zugesetzt, und er war in diesem Jahr offenbar nicht mehr in der Lage, seine Schulden zu bedienen. Der Eigentümer Dubai International Capital (DIC), dem Almatis seit 2007 gehört, hatte daraufhin einen Umschuldungsplan vorgelegt. Nach Angaben der FTD sollten dabei die nachrangingen Schulden gewandelt werden, DIC hätte rund 60 Prozent der Anteile behalten. Damit nicht einverstanden war offenbar der US-Fonds Oaktree, der zuvor von Gläubigerbanken mehr als ein Drittel der Almatis-Schulden gekauft hatte. Die Amerikaner wollen sich offenbar die Mehrheit am Unternehmen sichern. Der Fall hat Ähnlichkeiten mit der Übernahme von Monier. Bereits im Frühjahr hatte der französische Investor PAI einen Vorschlag vorgelegt, der von den Monier-Gläubigern um Apollo Global Management, TowerBrook Capital Partners und York Capital Management (ATY) blockiert worden war. Daraufhin installierte die Gläubigergruppe ihre eigene Lösung und übernahm den Dachbauspezialisten.

Zu einem glimpflichen Ende kamen zuletzt die Verhandlungen beim Achsenhersteller SAF Holland. Die Banken des schwer angeschlagenen Zulieferers haben eine Kreditlinie in Höhe von 316 Millionen Euro bis 2014 verlängert. Erstmals tilgen muss SAF Holland im Februar 2014. Außerdem sollen die Banken Sicherheiten leichter verwerten können. Ursprünglich hatten die Gläubiger versucht, eine Treuhandlösung zu installieren. Nun haben die Franken Zeit bekommen, wieder auf die Beine zu kommen.

markus.dentz@finance-magazin.de

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Meldungen

Bickel neuer KUKA-COO

Dr. Walter Bickel (50) wurde auf Wunsch des KUKA-Aufsichtsrats zum neuen COO des Unternehmens bestellt. Er solle sich um die Weiterentwicklung und Umsetzung des laufenden Kostensenkungsprogramms kümmern. KUKA, Europas größter Hersteller von Industrierobotern, befindet sich in einer anhaltenden Krise, weil das Unternehmen stark von der Automobilindustrie abhängt. Der Minderheitsgesellschafter Grenzebach hatte auf einen Wechsel im bestehenden Management gedrängt. Bickel war zuvor Manager bei der Restrukturierungsberatung Alvarez & Marsal. Er ist nach Dr. Nedim Cen, der vor kurzem bei Q-Cells als Interims-CFO eingestiegen war, der zweite A&M-Manager, der operative Verantwortung in einem Unternehmen übernimmt.



Sparkassen wollen trotz BGH-Urteil keine Kundenkredite verkaufen

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) teilte Ende Oktober mit, dass er auch in Zukunft keine Kredite an Finanzinvestoren verkaufen möchte, bei denen die Kundenbeziehung aufgegeben wird. Diese Option stünde ihnen nach einem BGH-Urteil vom 27. Oktober zwar offen. Doch: Sparkassen seien „an einer langfristigen Partnerschaft mit ihren Kunden interessiert und begleiten sie – solange dies wirtschaftlich vertretbar ist - auch in schwierigen Zeiten“, so der DSGV.



Fitch bestätigt Hudson-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat Anfang November das Rating der Hudson Advisors Germany GmbH bestätigt. Das Special Servicer Rating liegt bei RSS2+ (Residential Special Servicer Rating) und bei CSS2+ (Commercial Special Servicer Rating). Fitch Ratings beurteilt die Special Servicer für gewerbliche und nicht gewerbliche Hypothekendarlehen auf einer Skala von 1 bis 5. Dabei ist 1 das höchste Rating.



Heidelcement mit besserem Rating

Die Ratingagentur Moody’s hat das Unternehmensrating von HeidelbergCement von B1 auf Ba3 erhöht. Der Ausblick bleibt positiv. Die ausstehenden Anleihen sind von B3 au B1 aufgewertet worden, was die gesunkene Ausfallwahrscheinlichkeit der Bonds aus Sicht der Agentur widerspiegelt. Die Aufwertung stehe im Einklang mit der verbesserten Ertrags- und Liquiditätslage des Unternehmens und der Emission von drei Anleihen.



WestLB gründet Bad Bank

Die WestLB und der Bund haben sich auf die Finanzierung der Aufspaltung der Düsseldorfer Landesbank in eine Kernbank mit dem Namen WestLB Neu und eine Abwicklungsbank geeinigt. Der Bund wird sein Engagement mit einer stillen Einlage von 3 Milliarden auf die neue „gute“ Bank begrenzen, gab die WestLB bekannt. Die stille Einlage könne ab Mitte 2010 in eine Beteiligung von maximal 49 Prozent umgewandelt werden, verlautete aus Bankenkreisen. Unternehmerisch wolle der Bund aber keine Rolle bei der neuen „Good Bank“ übernehmen. Die Beteiligung sei nur vorübergehend. Danach müsse sich die Landesbank neue Eigentümer suchen, hieß es weiter.



MBO von HP Pelzer geplant

Der seit Jahren mit seinen Gläubigern kämpfende Akustikausrüster HP Pelzer hat eine Landesbürgschaft von Nordrhein-Westfalen erhalten. Damit und mit einem Darlehen unter Führung der Deutschen Bank soll ein Management Buy-out (MBO) stattfinden. Die drei Geschäftsführer, Dr. Frank Sandfort, Klaus Schumann und Luca Warnke, wollen das Unternehmen übernehmen, das im vergangenen Jahr mit 4.800 Mitarbeitern 578 Millionen Euro umgesetzt hat. Zudem soll die italienische Adler Group mit 49 Prozent als strategischer Investor einsteigen. Damit würde die Investorengruppe um Goldman Sachs, Cheyne Capital und Silver Point ihre Beteiligung veräußern, die sie 2007 nach einer hart umkämpften Übernahmeschlacht mit Gründer und CEO Helmut Pelzer übernommen hatte.



S&P befürchtet 2010 hohe Ausfälle

Die Ratingagentur S&P glaubt, dass zwischen 55 und 75 westeuropäische Unternehmen mit Non-Investmentgrade-Ratings im kommenden Jahr Zahlungsstörungen aufweisen könnten. S&P geht zwar davon aus, dass die Zahlungsausfälle im dritten Quartal 2009 ihren Höhepunkt erreicht haben dürften. Doch im Jahr 2010 soll die Ausfallrate mehr als doppelt so hoch wie der historische Schnitt liegen. Die nur langsame wirtschaftliche Erholung werde wahrscheinlich nicht ausreichen, um viele hochverschuldete Unternehmen mit einer schwachen Geschäftsentwicklung zu verschonen. Im schlimmsten Fall könnten 75 Unternehmen im Non-Investmentgrade ausfallen. Seit Januar 2009 wurden 15 Ausfälle von Unternehmen mit einem öffentlichen Rating verzeichnet.

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Erratum

Entgegen einer Meldung in unserer letzten Ausgabe hat Kolja von Bismarck nicht an den Gesetzentwürfen zur Bankenrettung des damaligen Wirtschaftministers Karl-Theodor zu Guttenberg mitgewirkt. Er ist erst im September als Anwalt und Partner zur Kanzlei Linklaters gestoßen.

 
Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

2009 neigt sich dem Ende zu. Das Jahr war so spannend und herausfordernd wie selten eines zuvor. Die Wirtschaft ging durch eine tiefe Rezession, erst im Sommer war der Boden gefunden. Mit den Ertrags-einbrüchen der Unternehmen gerieten viele, vor allem hoch „geleveragte“ Private-Equity-Beteiligungen, in ernsthafte Probleme. Bei einigen kam es zur Insolvenz, bei anderen einigten sich die Eigentümer mit Gläubigern auf eine Lösung.

Häufig verschob man dabei aber nur die Probleme in die Zukunft, Priorität der Banken war es, erst einmal Abschreibungen zu vermeiden. Das kann nur aufgehen, wenn sich die Wirtschaft im kommenden Jahr ordentlich erholen wird. Aber wird sie das auch? Wir haben führende Köpfe aus der Restrukturierungsbranche nach ihren Erwartungen für 2010 befragt.

Sicher erscheint uns schon jetzt, dass es 2010 zu einer tiefgreifenden Restrukturierungswelle kommen wird. S&P rechnet im schlimmsten Fall mit 75 Insolvenzen im Non-Investmentgrade-Bereich allein in Westeuropa – ein Rekordniveau. Denn wenn erst einmal die Bilanzen dieses Jahres auf dem Tisch liegen, die bei vielen Unternehmen verheerend aussehen, werden Banken häufig nicht mehr einspringen können. Das bietet für Käufer – sowohl von notleidenden Krediten als auch von Unternehmensanteilen – interessante Chancen. Denn viele Unternehmen müssen temporäre Engpässe überbrücken oder Kapazitätsanpassungen vornehmen, sind im Kern aber gesund. Die Spreu vom Weizen zu trennen wird die Aufgabe für 2010 sein.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und einen guten Rutsch ins neue Jahr,

Klaus Jäger
CMS Hasche Sigle

Markus Dentz
FINANCE/F.A.Z.-Institut
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